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Folge der niedrigen Zinsen: Fondssparen in Deutschland immer beliebter

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Sparer sollten umdenken  

Die beliebtesten Fonds für die langfristige Geldanlage

30.07.2016, 07:51 Uhr | mmr, t-online.de, dpa

Folge der niedrigen Zinsen: Fondssparen in Deutschland immer beliebter. Deutschlands Sparer entdecken immer mehr die Vorzüge von riskanteren Anlageformen wie Aktienfonds. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutschlands Sparer entdecken immer mehr die Vorzüge von riskanteren Anlageformen wie Aktienfonds. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während die potenziellen Folgen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Eurozone immer noch völlig im Unklaren liegen, greifen insbesondere private Anleger bei chancenreichen Aktienfonds beherzt zu. Vor allem das regelmäßige Fondssparen erlebt in der aktuellen Niedrigzinsphase einen Aufschwung.

Während nach wie vor ein Großteil der deutschen Bevölkerung sein Geld auf kaum verzinsten Sparbüchern, in Form von Festgeld oder Lebensversicherungen spart, gewinnt eine Sparform immer mehr an Popularität: das regelmäßige Sparen mit Investmentfonds. Das geht jedenfalls aus Zahlen hervor, die die Experten von "Fonds Professionell" bei mehr als 20 Banken, Online-Brokern, Investmenthäusern und Fondsplattformen im Juni erhoben haben.

Hohe Zuwachsraten bei Fondssparplänen

Demnach verzeichnen die befragten Institute Zuwachsraten bei der Nachfrage nach Fondssparplänen von durchschnittlich 13 Prozent. Die Direktbanken Comdirect, Consorsbank und DAB-Bank berichten von einem Plus von jeweils 16 Prozent, bei der Commerzbank ist die Zahl der Fondssparpläne im Vergleich zum Vorjahr sogar um 21 Prozent gestiegen. Einige kleine Online-Broker meldeten noch höhere Zuwächse, allerdings von einem niedrigen Niveau aus.

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Zwölf Institute nannten der Redaktion von "Fonds Professionell" sogar die absolute Zahl der von ihnen betreuten Sparpläne: Es handelt sich um immerhin 3,8 Millionen Verträge. Monat für Monat kommen knapp 470 Millionen Euro neu hinzu.

Chancen auf gute Renditen

Der Gesamtmarkt dürfte noch deutlich größer sein, auch wenn in dieser Summe bereits die Zahlen der großen Dekabank und von Union Investment enthalten sind, die die meisten Sparpläne der vielen Sparkassen und Genossenschaftsbanken betreuen. Hinzu kommen auch noch etwa vier Millionen Fondssparpläne mit Riester-Förderung und für vermögenswirksame Leistungen.

Laut "Fonds Professionell"-Chefredakteur Bernd Mikosch können sich über den Fondssparplan-Boom gleich vier Gruppen freuen: Die Sparer selbst, "weil sie sich die Chance auf eine auskömmliche Rendite bewahren", die Fondsbranche, "weil ihr regelmäßig und gut planbar Geld zufließt", die Finanzberater, "weil sie neue Kunden erreichen", und nicht zuletzt die ganze Gesellschaft, weil das Risiko einer flächendeckenden Altersarmut sinke.

Zeiten risikoloser Rendite sind vorbei

Aber: "Wenn nun in großem Stil Geld statt aufs Sparbuch in Fondsdepots fließt, birgt das natürlich auch Gefahren", warnt Mikosch. Das größte Risiko sei wohl, dass viele Anleger Misch- und Aktienfonds erwerben, die die damit verbundenen Kursschwankungen kaum ertragen können. Hier müssten Banken und Finanzberater gute Aufklärungsarbeit leisten, rät "Fonds Professionell". Sonst drohe in Abschwungphasen ein Heer enttäuschter Kunden.

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Immerhin: Offensichtlich erkennen die Sparer, dass es keine risikolose Rendite mehr gibt und sind zunehmend bereit, gewisse Risiken einzugehen. Gerade in der anhaltenden Niedrigzinsphase entdecken die Kunden Investmentfonds-Sparpläne als Alternative zu herkömmlichen Bank-Sparplänen, heißt es aus der Branche.

Auch ETF-Sparpläne gesucht

Viele Banken reagieren auf die spürbare Nachfragebelebung nach Sparplänen und bieten bereits für kleine monatliche Raten gute Fonds an. Aktionen mit ausgewählten aktiven Aktienfonds und Indexfonds (ETFs) ohne Transaktionskosten oder Ausgabeaufschläge, wie sie etwa die Commerzbank anbietet, ergänzen das große Angebot.

Apropos ETF: Sowohl bei den Online-Brokern und Direktbanken als auch bei einigen Filialbanken boomt das Geschäft mit ETF-Sparplänen. Teilweise hat sich deren Zahl verdoppelt, ermittelte "Fonds Professionell".

Auch die Sparplansummen steigen

Nicht nur die Zahl der Sparpläne nimmt zu - auch die investierten Beträge bewegen sich laut der Erhebung der Fonds-Experten tendenziell nach oben. Peter Nonner, Geschäftsführer der Fidelity-Fondsbank FFB, beobachtet, dass viele Anleger Angebote mit ganz konkreten Sparzielen wie Auto oder Urlaub wünschen. "Diese Ansätze führen zu deutlichen höheren regelmäßigen Sparplansummen."

Die "Fonds Professionell"-Umfrage ermittelte unter den Direktbanken durchschnittliche monatliche Sparplanraten von 90 Euro, bei der Comdirect Bank über 120, bei Consorsbank und ING Diba sowie Flatex und Maxblue von bis zu 200 Euro. 

Hier können Sie Details zur Auswertung von "Fonds Professionell" nachlesen.

Fonds mit Dividenden-Fokus beliebt

Eine andere Statistik ermittelte die beliebtesten Publikumsfonds mit kleinen und mittelgroßen europäischen Aktien. In der Anlegergunst ganz vorn stehen in der jüngsten Baader-Bank-Umsatzstatistik auf Monatssicht Fonds mit dividendenstarken Werten als gute Alternative zu Zinsprodukten mit ihren aktuellen Mini-Renditen.

Händlern zufolge beflügeln die ansehnlichen Kurszuwächse an den Aktienbörsen auch die Nachfrage nach aktiv verwalteten Fonds. "Anleger scheinen die potenziellen Folgen eines Brexit vollkommen auszublenden", gibt Andreas Kehnen von der Baader Bank seinen Eindruck wieder.

"Wir merken, dass sich Anleger sehr selektiv Dividendenwerte aussuchen, um die fehlenden Zinsen zum Teil aufzufangen", registriert Kehnen. Die privaten Investoren seien insbesondere auf den aufwärts fahrenden Dax-Zug aufgesprungen. Allein in den vergangenen vier Wochen kletterte der deutsche Aktienindex auf über 10.300 Punkte und damit rund 12 Prozent ins Plus.

Die Fonds-Experten von "DasInvestment.com" kürten den Acatis Aktien Deutschland ELM (WKN 163701)und den DB Platinum IV Platow (WKN DWS030) zu den derzeit besten Fonds für deutsche Aktien.

Europäische Aktien ins Depot

Portfolios mit deutschen und europäischen Werten stehen zumeist auf der Kaufseite. Nebenwerte im Comgest Growth Greater Europe Opportunities (WKN A0YAJD) seien ebenso beliebt wie Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe etwa im Lupus Alpha Dividend Champions (WKN A1JDV6), der nach eigenen Angaben auf dividendenstarke Aktien mit soliden Bilanzen und stabilem Geschäftsmodell setzt.

Ein ähnliches Bild zeichnet Kehnen vom Handel mit international engagierten Fonds. Bei gesuchten Produkten wie dem DWS Top Dividende (WKN 984811) dominierten die Zuflüsse. "Bei uns gehört der Wert seit Wochen zu den Spitzenreitern."

Das EU-Austritts-Votum der Briten hat nach Ansicht von Kehnen das Thema Diversifikation stärker in den Anlegerfokus gerückt und die Nachfrage nach Goldminen-Fonds, wie den in US-Dollar geführten BGF World Gold Fund (WKN 974119) angetrieben. Eine klare Kauftendenz verbucht der Händler zudem für den in Euro notierten Earth Gold Fund (WKN A0Q2SD).

Fonds-Engagement nimmt Fahrt auf

Schon vor dem Brexit-Referendum sammelte die gesamte deutsche Fondsbranche übrigens laut Fondsverband BVI kräftig Geld ein: allein im Mai fünf Milliarden Euro. 8,3 Milliarden Euro an Zuflüssen stünden 3,3 Milliarden an Abflüssen gegenüber. Damit summierten sich die neuen Anlegergelder von Jahresbeginn bis Ende Mai auf die satte Summe von 39,8 Milliarden Euro.

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