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Leitzins bleibt unverändert: EZB-Chef Draghi schickt Dax auf Talfahrt

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Leitzinsen bleiben unverändert  

Draghi-Worte schicken Dax auf Talfahrt

08.09.2016, 16:42 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Leitzins bleibt unverändert: EZB-Chef Draghi schickt Dax auf Talfahrt. EZB-Chef Mario Draghi wird die Leitzinsen "für längere Zeit" niedrig lassen. (Quelle: AP/dpa)

EZB-Chef Mario Draghi wird die Leitzinsen "für längere Zeit" niedrig lassen. (Quelle: AP/dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erwartungsgemäß nicht an den Leitzinsen gerüttelt. Auf der Pressekonferenz enttäuschte EZB-Chef Mario Draghi jedoch mit seinen Aussagen. Der Deutsche Aktienindex Dax ging auf Tauchstation.

Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Notenbank-Geld bleibe bei 0,0 Prozent, teilten die Euro-Wächter mit. Er liegt bereits seit März auf diesem Rekordtief. Auch die Strafzinsen für Banken veränderte die EZB nicht: Der sogenannte Einlagenzins liegt weiterhin bei minus 0,4 Prozent. 

EZB-Anleihenkäufe werden nicht verlängert

Der Dax rutschte direkt nach der Leitzinsentscheidung leicht, am Nachmittag dann verstärkt ab. Zeitweise lag der deutsche Leitindex mit 1,7 Prozent in den Miesen bei 10.570 Punkten, erholte sich dann wieder ein wenig. Der Euro zuckte zeitweise auf über 1,13 Dollar hoch.

Grund für den Kursrutsch am Aktienmarkt sind enttäuschte Hoffnungen der Börsianer auf zusätzliche EZB-Geldspritzen. Draghi hatte nach eigener Aussage nicht mit seinen Kollegen über eine Verlängerung der Wertpapierkäufe diskutiert. Die gesenkten Konjunktur- und Inflationsprognosen erforderten derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen. Draghi wiederholte, dass das sogenannte Quantitative Easing (QE) bis März 2017 oder bei Bedarf darüber hinaus laufen soll.

"Die EZB hat die hohen Erwartungen des Marktes nicht erfüllen können", urteilte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Allerdings hebt Präsident Draghi auf der noch andauernden Pressekonferenz die Handlungsbereitschaft der Zentralbank hervor." Die Prüfung weiterer Optionen für QE könnten ein Hinweis auf Änderungen beim Kaufprogramm sein. 

Am Nachmittag sagte Draghi, die EZB wolle prüfen, wie bei der Umsetzung des bestehenden Programms weiter vorgegangen werden soll. Die Notenbank habe Gremien damit beauftragt, Maßnahmen zu bewerten, um "das Wertpapier-Kaufprogramm neu zu gestalten". 

Leitzinsen bleiben lange tief

Bereits zuvor hatte die EZB mitgeteilt, sie gehe davon aus, dass die Leitzinsen für längere Zeit und weit über die Zeit ihrer Wertpapierkäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau oder tiefer liegen werden.

Der EZB-Rat bekräftigte zudem, dass die monatlichen Wertpapierkäufe von 80 Milliarden Euro noch bis Ende März 2017 fortgesetzt werden. Gut eine Billion ist bereits investiert. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel.


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Wirtschaft verdaut Brexit-Schock besser als gedacht

Das billige Geld soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern. Denn langfristig niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, weil sie erwarten, dass es noch billiger wird.

Im August lag die jährliche Teuerungsrate im Euroraum gerade einmal bei 0,2 Prozent. Daher hatten viele Volkswirte damit gerechnet, dass die Notenbank das Anleihen-Kaufprogramm nochmals verlängern wird. Allerdings erklärt sich die Mini-Inflation zum Großteil mit dem niedrigen Ölpreis.

Dazu kommt: Die Wirtschaft verdaute den Brexit-Schock besser als erwartet. Am 23. Juni hatten sich die Briten mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass ihr Land die Europäische Union verlässt. Der genaue Austrittsprozess ist noch offen.

Konjunkturaussichten etwas eingetrübt

Auf der Pressekonferenz am Nachmittag äußerte sich Mario Draghi auch zu den mittelfristigen Aussichten für die Konjunktur im Euroraum. Er sei diesbezüglich etwas pessimistischer als noch im Juni. 

Für das laufende Jahr ist die Notenbank allerdings etwas optimistischer als vor drei Monaten: Erwartet wird nun ein Zuwachs von 1,7 (Juni-Prognose: 1,6) Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP). Für 2017 sagen die Experten der Notenbank 1,6 (1,7) Prozent Plus voraus, 2018 wird die Wirtschaft im Euroraum demnach ebenfalls um 1,6 (1,7) Prozent zulegen.

Inflation wird allmählich anziehen

Die Inflation werde in den nächsten Monaten niedrig bleiben, aber allmählich anziehen. Für das laufende Jahr geht die EZB unverändert von 0,2 Prozent Teuerung aus. Für 2017 sagen die Währungshüter einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,2 (1,3) Prozent voraus, 2018 rechnet die EZB mit 1,6 Prozent Teuerung.

Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

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