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Wochenausblick Börse: Dax und Co bleiben im Bann der Fed

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Wochenausblick Börse  

Aktienmarkt bleibt im Bann der Fed

16.09.2016, 22:08 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Wochenausblick Börse: Dax und Co bleiben im Bann der Fed. Das Gebäude der Federal Reserve in Washington. (Quelle: Reuters)

Das Gebäude der Federal Reserve in Washington. (Quelle: Reuters)

Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed dürfte in der neuen Woche maßgeblich über Wohl und Weh am deutschen Aktienmarkt entscheiden. Die Bekanntgabe des Leitzinses am Mittwoch gilt als das zentrale Ereignis der nächsten Tage. Marktbeobachter gehen inzwischen mehrheitlich davon aus, dass die US-Währungshüter von einer weiteren Anhebung der Zinsen zunächst absehen werden.

Sollte die Fed aber die Zinsen doch früher anheben, wäre dies für viele Investoren eine negative Überraschung - und mit entsprechenden scharfen Reaktionen am Aktienmarkt wäre zu rechnen.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA seien zu schlecht gewesen, um den Leitzins zu erhöhen, lautet der Tenor am Markt. Neben schwachen Industriedaten hätten zuletzt auch die Daten aus dem Einzelhandel offenbart, dass der für die USA wichtige Konsum ebenfalls ins Straucheln komme, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Dies gebe wohl endgültig den Ausschlag dafür, den September-Termin hinsichtlich einer weiteren Zinsanhebung der Fed gänzlich zu verwerfen. "Die US-Wirtschaft, die zwei Drittel vom Konsum getrieben wird, zeigt jetzt genau dort Schwächen, wo die US-Notenbank Stärke sehen möchte", sagte Stanzl.

Auch Japan entscheidet über Geldpolitik

Neben der Fed könnte am Mittwoch eine weitere Notenbank zumindest kurzfristig für Kursbewegung am Aktienmarkt sorgen, steht doch ebenfalls der Leitzinsentscheid in Japan auf der Tagesordnung. Laut der BayernLB dürfte die Bank of Japan ihre bereits sehr expansive Geldpolitik über Käufe von Staatsanleihen und ETFs weiter lockern, am Leitzins selbst aber nichts ändern. 

Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, sieht die Aktienmärkte vor einer heißen Woche stehen. "Die Fed muss nach zahlreichen widersprüchlichen Kommentaren von Mitgliedern für mehr Klarheit über ihren Kurs sorgen. In Japan sollten die Ergebnisse der Untersuchung zur Effektivität der ultraexpansiven Zentralbankpolitik und die auf dieser Basis getroffenen Entscheidungen Aufschluss über den künftigen Kurs geben", so Greil in einem Kommentar. Eine Erhöhung der US-Leitzinsen im Restjahr 2016 sei wahrscheinlich, dürfte aber eher erst im Dezember erfolgen.

Dax hat noch Potenzial

Von den Aktienexperten der DZ Bank hieß es, das insgesamt anhaltend günstige monetäre Umfeld bilde einer ihrer Stützpfeiler für ihre gerade erst vorgenommene Erhöhung der Aktienmarkt-Prognosen. Sie sehen den Dax zum Ende des Jahres bei 11.000 Punkten. Zuletzt war der deutsche Leitindex auf rund 10.300 Punkte zurückgefallen aus Sorge vor steigenden Zinsen und angesichts der bestehenden weltwirtschaftlichen Unsicherheiten wie dem Brexit.

Doch nicht alle Analysten teilen die Zuversicht der DZ Bank. Dem Düsseldorfer Bankhaus Lampe zufolge spielt es fundamental gesehen im Grunde keine Rolle, ob die Fed im September bereits den Leitzins ein weiteres Mal anhebt oder erst später. Selbst wenn es frühestens im Dezember passieren sollte, wie von den Lampe-Volkswirten erwartet, dürfte sich das kurzfristige Gewinnpotenzial für Aktien in Grenzen halten, sofern nicht auch die Gewinnschätzungen für die Unternehmen stiegen.

Bayer und Monsanto weiterhin im Fokus

Abseits der Notenbank-Politik sind einige Unternehmen auch ihres eigenen Glückes Schmied in Sachen Aktienkursen: Nach der vor wenigen Tagen erzielten Einigung zwischen Bayer und Monsanto zur Übernahme des US-Saatgutherstellers dürfte der größte Zukauf in der deutschen Firmengeschichte beim Treffen des Bayer-Chefs Werner Baumann mit Analysten am Dienstag einen breiten Raum einnehmen.

Die Monsanto-Aktionäre und die Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Nachdem der Kaufpreis mit 66 Milliarden US-Dollar etwas niedriger ausfällt als am Markt befürchtet, richtet sich das Augenmerk nun auf die notwendigen kartellrechtlichen Freigaben. JPMorgan-Analyst Richard Vosser erwartet, dass Bayer Teile des Baumwollsaatgut-Geschäfts verkaufen muss. Auch die Finanzierung des Mega-Deals dürfte Fragen aufwerfen.

Die am Dienstag nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen des US-Logistikkonzerns FedEx dürften hierzulande bei den Anlegern des Konkurrenten Deutsche Post Beachtung finden. Am Freitag legt zudem der im SDax notierte Fußballverein Borussia Dortmund seinen jüngsten Geschäftsbericht vor.

Änderungen in den Indizes

Am Montag treten außerdem einige Änderungen in deutschen und europäischen Aktienindizes in Kraft. Entsprechende Indexfonds werden ihr Portfolio entsprechend anpassen. So muss im TecDax der Chipzulieferer Süss Microtec Platz machen für das Systemhaus S&T. Die rückläufige Auftragslage hatte dem Aktienkurs von Süss Microtec schwer zugesetzt, so dass der Börsenwert deutlich gesunken war. Im SDax ersetzt der Haushaltswarenhersteller Leifheit den Online-Broker Comdirect Bank. Bei der Commerzbank-Tochter hatte es vor allem an der Liquidität an der Börse gehapert. Änderungen im Dax und MDax gibt es nicht.

In den EuroStoxx 50 rücken der Sportartikelkonzern Adidas , der fusionierte Lebensmittel-Einzelhändler Ahold Delhaize sowie der Baustoffkonzern CRH auf. Absteigen müssen die Supermarktkette Carrefour, der Versicherer Generali sowie die Bank Unicredit. Im Stoxx Europe 50 ersetzt der Agrarchemie-Konzern Syngenta den Luxusgüter-Produzenten Richemont.

Ferner kommen aus den USA am Montag sowie am Donnerstag neue Daten zum Häusermarkt. Die Einkaufsmanager-Indizes liefern dann am Freitag Hinweise zur Stimmung im Dienstleistungssektor und im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone sowie im Verarbeitenden Gewerbe der USA.

Aktuelle Marktberichte finden Sie unter der Woche hier.

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