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Opec-Staaten beschließen Fördergrenze - Ölpreis steigt

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Erzrivalen nähern sich an  

Opec beschließt Fördergrenze - Ölpreis steigt kräftig

29.09.2016, 14:13 Uhr | rtr

Opec-Staaten beschließen Fördergrenze - Ölpreis steigt. Öl-Plattform im Opec-Mitgliedsstaat Venezuela. (Quelle: dpa)

Öl-Plattform im Opec-Mitgliedsstaat Venezuela. (Quelle: dpa)

Erfolgreiches Ende jahrelanger Verhandlungen: Unter dem Druck des Ölpreisverfalls haben sich die Opec-Staaten zum ersten Mal seit acht Jahren auf eine Drosselung ihrer Fördermengen geeinigt - auch weil die Erzrivalen Iran und Saudi-Arabien sich angenähert haben. Ein Experte spricht vom "Ende des Förderkriegs". Die Preise stiegen daraufhin kräftig. 

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) habe sich nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen auf Maßnahmen zur Marktstabilisierung verständigt, sagte der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh.

Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI stieg um gut fünf Prozent auf mehr als 47 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um sechs Prozent und kostete knapp 49 Dollar.

Annäherung der Erzrivalen

Die Wende geht offenbar auf eine Annäherung des Iran und seines Erzrivalen Saudi-Arabien zurück. Die Opec kürzt die Produktion zwar nur mäßig, doch für die Märkte kam die Einigung überraschend. Die Ölpreise schossen in die Höhe.

"Die Opec hat eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen", sagte der iranische Minister. Er war bei früheren Treffen immer wieder mit Vertretern Saudi-Arabiens aneinandergeraten - ein Symbol für die Spannungen zwischen den beiden Ländern, die eine Einigung bisher erschwert hatten.

Bei ihrer informellen Begegnung in Algier kamen die Opec-Länder mehreren Ministern zufolge aber nun überein, ihre Produktion auf 32,5 bis 33,0 von bisher 33,24 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Damit werden faktisch die Höchstgrenzen wieder eingeführt, die die Opec vor einem Jahr aufgehoben hatte.

Obwohl die Ölpreise bereits seit Monaten am Boden liegen, konnte sich die Opec - anders als in früheren Zeiten - lange nicht auf eine Verknappung des Rohstoffs einigen. Hintergrund war unter anderem die Strategie, dass neue Konkurrenten - wie die Schiefergas-Industrie in den USA - mit den niedrigen Preisen wieder aus dem Markt gedrängt werden sollten. Die traditionellen Förderländer setzten auf einen längeren Atem. Doch zuletzt schlug der Ölpreisverfall auch im reichen Saudi-Arabien auf die Wirtschaft durch.

Es gibt aber auch Zweifel

Die Regierung in Riad hatte sich bisher zudem gegen Ausnahmen für den Iran gesperrt, mit denen das Land sein Ölgeschäft nach Aufhebung der Atom-Sanktionen wieder in Gang bringen will. Schließlich signalisierte der führende Opec-Staat Saudi-Arabien aber doch, dem Iran die Produktion "sinnvoller Höchstmengen" zuzugestehen. Saudi-Arabien und der Iran ringen als Regionalmächte politisch um die Vorherrschaft am Golf.

Experten werteten die Einigung als Durchbruch, äußerten aber auch Bedenken mit Blick auf die Umsetzung. Das Kartell habe mit der Übereinkunft bewiesen, dass es auch im Zeitalter von Schiefergas noch Bedeutung habe, sagte Analyst Phil Flynn vom Handelshaus Price Futures Group. "Das ist das Ende des 'Förderkriegs' und die Opec erklärt sich zum Sieger."

Klare Kehrwende der Araber

Jeff Quigley von der Beraterfirma Stratas Advisors mahnte dagegen zu Vorsicht. Er wolle erst von den Iranern selbst hören, dass sie tatsächlich auf eine Rückkehr zum Förderniveau aus Zeiten vor den Sanktionen verzichten könnten. Und Saudi-Arabien habe mit dem Deal eine klare Kehrtwende vollzogen. Insgesamt sei noch nicht klar, welches Land künftig wie viel produzieren werde.

Diese genauen Fördermengen sollen beim nächsten offiziellen Opec-Treffen im November bestimmt werden, sagten die Minister. Dann werden auch Nicht-Opec-Staaten wie Russland aufgefordert, ihre Produktion ebenfalls zu drosseln.

Saudi-Arabien ist mit einer Förderung von mehr als 10,7 Millionen Barrel pro Tag mit Abstand der größte Produzent in dem Kartell und liegt damit etwa auf dem Niveau der Nicht-Opec-Staaten Russland und USA. Alle drei stehen zusammen etwa hinter einem Drittel der weltweiten Ölproduktion.

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