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"Hart aber fair" in ARD: EZB und Deutsche Bank stecken Prügel ein

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TV-Kritik "Hart aber fair"  

Werden die Bankkunden geschröpft?

25.10.2016, 13:11 Uhr | Von Nico Damm, t-online.de

"Hart aber fair" in ARD: EZB und Deutsche Bank stecken Prügel ein. Große Runde bei "Hart aber fair", aber die wichtigsten Akteure fehlten. (Quelle: WDR/Oliver Ziebe)

Große Runde bei "Hart aber fair", aber die wichtigsten Akteure fehlten. (Quelle: WDR/Oliver Ziebe)

Bei "Hart aber fair" am Abend in der ARD haben sich die Europäische Zentralbank (EZB) und die Deutsche Bank jede Menge Prügel abgeholt. Leider aber nicht persönlich.

Die Gäste:

  • Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR)
  • Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Die Linke
  • Thomas Mayer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank
  • Norbert Walter-Borjans, SPD, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen
  • Heinz Landwehr, Chefredakteur von "Finanztest"

Das Thema:

Nannte sich "Minus-Zinsen, Extra-Gebühren - Retten sich die Banken auf Kosten der Kunden?" Das bedeutete eine wilde Mischung aus ganz großen Themen wie Makroökonomie (europäische Zinspolitik) und ganz kleinen wie einzelne Klauseln in einem Kreditvertrag einer Frau aus Leipzig.

Anlässlich des Weltspartags am Freitag wollte Moderator Frank Plasberg klären, ob es fair ist, dass die Banken zurzeit verstärkt Geld für Kontoführung und andere Leistungen verlangen. Außerdem ging es um die Frage, wem das niedrige Zinsniveau am meisten schadet, und um die richtige Beratung von Bankkunden.

Der Frontverlauf:

Von einem Frontverlauf konnte man nicht wirklich sprechen. Vielmehr sagte jeder seinen Text auf. Fröhlich schimpfte auf die Niedrigzinsen der EZB und wehrte sich gegen die kritischen Fragen und Negativ-Beispiele, in denen schlecht beratene Kunden gezeigt wurden.

Einzelfälle wie eine Volksbank, die einen Euro für das Drucken des Kontoauszugs verlangt, herauszupicken, sei "unfair". Seine Empfehlung: Vor Abschluss eines Vertrags "das eigene Nutzungsverhalten anschauen."

Walter-Borjans hielt dagegen: Banken seien "ein Stück Infrastruktur". Da sollten die Preise transparent sein. "Stellen Sie sich vor, unsere Straßen werden an 50 verschiedene Unternehmen verkauft, die alle unterschiedliche Mautgebühren nehmen."

Mayer drosch ebenfalls auf die EZB ein, schob den schwarzen Peter aber zusätzlich noch den Kunden zu: Die legten ihr Geld viel zu konservativ an. Eine Meinung, bei der er unerschütterlich blieb, auch als Plasberg zu Recht anmerkte, dass das Vertrauen in riskantere Geschäfte in Krisenzeiten verständlicherweise gering sei.

Finanztester Landwehr wollte Kontoführungsgebühren nicht grundsätzlich verteufeln, mahnte aber mehr Transparenz an: "Ein oder zwei Modelle" seien für ein normales Konto ausreichend.

Wagenknecht wollte die niedrigen Zinsen nicht als generellen Grund dafür gelten lassen, dass Banken die Kunden jetzt mehr zur Kasse bitten. Wenn immer noch üppige Gehälter drin seien, dann könne man so arm dran nicht sein: "Der Chef der Kreissparkasse Köln verdient das Fünffache der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen."

Was interessant war - und trotzdem keinen Raum hatte:

Erstens die Hinterfragung des permanenten EZB-Bashings. Den einzigen Versuch in diese Richtung machte Wagenknecht, die zumindest kurz erwähnte, dass viel Geld auch nichts hilft, wenn es nicht ausgegeben wird, um Firmen zu gründen, die Infrastruktur zu verbessern oder Menschen auszubilden. Deshalb helfe nur "ein Konjunkturprogramm, aber direkt, und nicht über die Banken". Auf einen großen Applaus folgte... ein Themenwechsel.

Der zweite Punkt war die Geldpolitik an sich: Dass die Banken das Geld auf den Konten ihrer Kunden durch Kreditvergabe selbst produzieren, macht das System laut Mayer "gefährlich und instabil". Dass ein Fachmann solche grundsätzliche Bedenken hat, schrie nach Aufmerksamkeit - Plasberg gab aber direkt zu, dass er sich hier nicht eingelesen hatte.

Welche Gäste fehlten:

Ausgerechnet die, um die es am meisten ging. Aktive (!) Vertreter der kritisierten Finanzinstitute wie Deutsche Bank, Targo Bank oder investment-orientierten Geldhäusern. Und diejenigen, die diese gerne verteidigen. Bei diesem undankbaren Thema hatten wohl sämtliche Vertreter von CDU und FDP keine Lust, sich zu stellen. Und ein Vertreter der Europäischen Zentralbank hätte ebenfalls auf die ständigen Vorwürfe reagieren können.

Worüber man noch hätte sprechen müssen:

Auch, wenn es schon oft Thema war - die Motivation der EZB, niedrige Zinsen zu schaffen, kann man schlecht ausklammern. Vor allem nicht, wenn sämtliche Gäste auf ihr herumhacken. Ja, es ist kompliziert. Aber komplexe Fragen verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert.

Was man von dieser Sendung lernen konnte:

Regelmäßige Nachrichtenleser: fast nichts. Alle anderen: Dass die nun gesetzlich vorgeschriebenen dokumentierten Beratungen bei Banken fast nichts bringen, weil man trotzdem die falschen Produkte aufgeschwätzt bekommt. Dass normale Sparer in den letzten fünf Jahren viel Geld verloren haben. Nämlich mehr als 200 Milliarden Euro. Und die Redaktion hat hoffentlich gelernt, dass man sich bei derart komplexen Themen stärker aufs Wesentliche konzentrieren sollte.

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