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Wirtschaft - Commerzbank: Aufschwung der Populisten gefährdet Zukunft der Eurozone

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Wirtschaft  

Commerzbank: Aufschwung der Populisten gefährdet Zukunft der Eurozone

02.12.2016, 12:05 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Aufschwung der Populisten in der Eurozone gefährdet nach Einschätzung des Commerzbank-Chefvolkswirts Jörg Krämer die Zukunft der Währungsunion. "Durch den Wahlsieg von Donald Trump in den USA werden die Populisten weiter Auftrieb erhalten", warnte Krämer am Freitag in Frankfurt. "Das ist für den Euroraum mit seiner ungelösten Staatsschuldenkrise und der fehlenden politischen Union wesentlich gefährlicher als für die USA." Es sei zu befürchten, dass die Regierungen in diesem Umfeld unpopuläre, aber notwendige Reformen nicht mehr anpacken würden.

Besonders kritisch sieht Krämer die Lage in Italien: "Schließlich ist der Reformdurchbruch in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone noch nicht gelungen." Die Populisten könnten an diesem Sonntag beim Referendum die laut Krämer sinnvolle Verfassungsreform stoppen. "Das Referendum hat sich zu einem Plebiszit über die Regierung entwickelt."

Allerdings rechnet Krämer nicht bereits am kommenden Montag mit Marktturbulenzen. Der italienische Staatspräsident würde nach einem Scheitern des Referendums zunächst zur Beruhigung der Märkte eine Übergangsregierung einsetzen. "Fällt die Reform am Sonntag durch, kehrt die Staatsschuldenkrise nicht automatisch zurück", so der Ökonom. Ein Scheitern der Reform werde jedoch früher oder später zu Neuwahlen führen, die die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung an die Macht bringen könnte.

Eine Fünf-Sterne-Regierung würde zwar laut Krämer nicht zwingend zu einem Austritt Italiens aus dem Währungsraum führen. Sie könnte jedoch durch wachsende Staatsausgaben auf Konfrontationskurs zur schwachen EU-Kommission gehen. "Erst dann droht eine erneute Eurokrise", sagte Krämer. Schließlich könnte dies dazu führen, dass es zu einem Käuferstreik bei italienischen Anleihen kommt. In diesem Umfeld hätte die Europäische Zentralbank (EZB) kaum noch Pfeile im Köcher, um die Lage zu beruhigen.

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