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Börse Wochenausblick: Keine klare Richtung nach Jahreswechsel

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Wochenausblick Börse  

Experten uneins über Richtung nach Jahreswechsel

30.12.2016, 14:56 Uhr | dpa-AFX

Börse Wochenausblick: Keine klare Richtung nach Jahreswechsel. Bulle und Bär im Zeichen des Jahreswechsels (Quelle: imago/Blickwinkel)

Bulle und Bär im Zeichen des Jahreswechsels (Quelle: Blickwinkel/imago)

Nach dem ruhigem Handel seit Weihnachten dürfte die allmähliche Rückkehr der Investoren dem deutschen Aktienmarkt in der ersten Januarwoche wieder etwas mehr Leben einhauchen.

Am Montag nach Neujahr fehlen allerdings noch Impulse von anderen Märkten: Die Börsen in den USA, in Großbritannien, der Schweiz, in Russland, Hongkong und Australien bleiben zum Wochenstart geschlossen. In Japan tut sich vor Mittwoch an der Börse nichts.

Keine klare Richtung

Über die Richtung des deutschen Leitindex Dax in den ersten Tagen sind sich Marktbeobachter indes nicht im Klaren. "Ob es aufwärts oder abwärts geht, wird daran liegen, ob die Investoren die zahlreichen Risiken weiterhin großzügig ausblenden oder doch eher die politische und wirtschaftliche Unsicherheit miteinbeziehen", sagte Experte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Ein baldiger Anstieg über 12.000 Zähler des Dax und über 20.000 beim US-Leitindex Dow Jones Industrial sei zwar möglich, aber längst kein Selbstläufer. Auf jeden Fall dürfte die jüngste Orientierungslosigkeit enden und Schwung in den Markt kommen.

Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen

Im Vergleich zur Wall Street, die seit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl von Rekord zu Rekord geeilt ist, hinkt der Dax zwar noch hinterher. Der Kurszuwachs von gut 1000 Punkten im Dezember ist allerdings beachtlich und könnte Börsianer zu Beginn 2017 erst einmal vorsichtiger werden lassen. Das Börsenbarometer sei anfällig für Gewinnmitnahmen, erklärten die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar.

Händler Andreas Lipkow verweist darüber hinaus auf das "nicht gerade grandiose" Wirtschaftswachstum in Deutschland. "Der Dax hat sich nach der US-Wahl erst einmal recht schwer getan und erst kurz vor Jahresende zu einem Schlussspurt angesetzt. Echte Überzeugung und Vertrauen in die deutsche Wirtschaftsleistung sehen anders aus." Lipkow hält daher zu Jahresbeginn Verluste für möglich, zumal auch der US-Aktienmarkt durch die Trump-Rally bereits vieles vorweggenommen habe. 

Erste Woche traditionell gute Zeit

Historisch betrachtet ist laut Börsenstatistik-Magazin Index-Radar die Phase kurz vor dem Jahreswechsel bis zum Ende der ersten Januarwoche aber eine gute Zeit für deutsche Aktien. So habe der Dax in den zurückliegenden Jahrzehnten mit einer Trefferquote von mehr als 70 Prozent in diesem Zeitraum ein Plus von bis zu sechs Prozent erzielt. Doch ausgerechnet in den zurückliegenden drei Jahren sei der Neujahrsrally-Effekt verpufft, mahnen die Experten.

Impulse durch US-Arbeitsmarktbericht

Zentrales Ereignis der neuen Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, der mitunter die Aktienkurse recht deutlich beeinflusst. Zuvor blicken die Anleger zur Wochenmitte auf das Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter hatten im Dezember den Leitzins zum zweiten Mal nach der Finanzkrise angehoben. Marktteilnehmer halten es mittlerweile für möglich, dass die Fed im Jahr 2017 die Zinsen bis zu drei Mal erhöht.

Und wenn am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember nicht enttäuscht, dürfte sich die Zentralbank in ihrem geldpolitischen Kurs bestätigt sehen. Experten gehen jedenfalls davon aus, dass sich der amerikanische Jobmarkt auch im Dezember robust entwickelt hat. Im Schnitt wird mit einem Anstieg der Beschäftigung außerhalb des Agrarsektors um 175.000 gerechnet.

Ansonsten dürften in den ersten Tagen des neuen Jahres vor allem die Stimmungserhebungen unter den Einkaufsmanagern in China und den USA beachtet werden. Ferner stehen Auftragsaufgänge aus Deutschland und den Vereinigten Staaten auf dem Programm ebenso wie Verbraucherpreise aus Deutschland und der Eurozone.

"Im Euroraum dürfte die Inflationsrate von 0,6 Prozent im November auf 1,1 Prozent im Dezember angesprungen sein, glaubt Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank. Auch wenn dies allein auf die Bewegung der Energiepreise zurückzuführen sei, dürfte die höhere Teuerungsrate zur Freude der Europäischen Zentralbank (EZB) die Inflationserwartungen weiter steigen lassen. Weniger gefallen werde der EZB dagegen, dass die Kernteuerungsrate bei 0,8 Prozent verharre.

Unternehmensseitig stehen wenige Nachrichten auf der Agenda. Am Dienstag kommen vom Leasingspezialisten Grenke Zahlen zum Neugeschäft im Jahr 2016. Ansonsten findet in Las Vegas vom 5. bis 8. Januar die Unterhaltungselektronik-Messe CES statt, die zwar für die Technologiebranche von Bedeutung ist, den Markt aber gleichwohl kaum bewegen dürfte.

Interessant wird es am Donnerstag für die Aktionäre des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer. Dann legt der US-Saatguthersteller Monsanto, dessen Aktionäre dem rund 66 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmegebot von Bayer Mitte Dezember zugestimmt hatten, Quartalszahlen vor.

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