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Italien: E-Mails von EZB-Chef Draghi gehackt

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Geschwister in Italien festgenommen  

E-Mails von EZB-Chef Draghi gehackt

10.01.2017, 19:36 Uhr | rtr

Italien: E-Mails von EZB-Chef Draghi gehackt. Mario Draghi wurde Opfer von Hackern. (Quelle: dpa)

Mario Draghi wurde Opfer von Hackern. (Quelle: dpa)

Die E-Mail-Konten von EZB-Chef Mario Draghi und des italienischen Ex-Premiers Matteo Renzi sind offenbar gehackt worden. Die italienische Polizei nahm nach eigenen Angaben zwei Geschwister unter dem Verdacht fest, sich Zugang zu weiteren Tausenden Konten verschafft zu haben.

Einem 45-jährigen gelernten Atomtechniker und seiner 48-jährigen Schwester wird Diebstahl von Staatsgeheimnissen und illegales Hacken vorgeworfen. Wie sie die gewonnenen Informationen im Einzelnen nutzten, wird laut Polizeiangaben derzeit geprüft. Die Ermittlungen leitete eine auf Cyber-Verbrechen spezialisierte Einheit.

Die angegriffenen E-Mail-Konten gehörten auch Geschäftsleuten und Kardinälen im Vatikan, sagte der Ermittler Roberto Di Legami. Wie aus dem sichergestellten Material hervorgehe, könnten sich die Hacker Zugriff auf 18.000 E-Mail-Konten verschafft haben. Rund 2000 Passwörter seien geknackt worden.

"Keylogger" installiert

Laut Di Legami wurden die gehackten E-Mails wahrscheinlich von dem 45-Jährigen in der von ihm geleiteten Investmentfirma Westland Securities genutzt. Der Hacker dürfte die verwendete Schadsoftware selbst entwickelt haben. Es gebe auch Hinweise darauf, dass er einen "Keylogger" auf einigen Computern installieren konnte. Mit einer solchen Software lassen sich alle Eingaben auf der Tastatur eines infizierten Computers überwachen.

Zu den gehackten Konten zählen nach Polizeiangaben Renzis Mail-Adresse während seiner Zeit als Regierungschef von Italien sowie Draghis bei der Bank von Italien, die er vor seinem Wechsel an die EZB-Spitze leitete. Draghis Mail-Konto bei der Europäischen Zentralbank wurde im Haftbefehl hingegen nicht als Ziel genannt.

Daten in den USA gespeichert

Zu den Opfern des Hackerangiffs zählten auch der ehemalige Direktor der Bank von Italien, Fabrizio Saccomanni, der Kulturminister des Vatikans, Kardinal Gianfranco Ravasi, sowie mit Mario Monti ein weiterer Ex-Regierungschef.

Die EZB und die Bank von Italien lehnten eine Stellungnahme ab. Sprecher von Renzi sowie Kardinal Ravasi waren nicht erreichbar. Etwa 99 Prozent der gestohlenen Daten wurden nach Polizeiangaben in den USA gespeichert. Das FBI stellte auf Ersuchen eines römischen Gerichts die Server sicher.

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