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Bundesbank zieht 300 Tonnen Gold aus New York ab

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Rückholaktion  

Bundesbank zieht 300 Tonnen Gold aus New York ab

10.02.2017, 07:01 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Bundesbank zieht 300 Tonnen Gold aus New York ab. Deutsches Gold in der Bundesbank: Dieser Barren stammt aus dem Jahr 1917. (Quelle: dpa)

Deutsches Gold in der Bundesbank: Dieser Barren stammt aus dem Jahr 1917. (Quelle: dpa)

"Holt unser Gold heim!" - die Bundesbank scheint den Ruf besorgter Bürger und kritischer Politiker erhört zu haben. Schneller als ursprünglich geplant füllen sich die Tresore der Zentralbank in Frankfurt mit dem Milliardenschatz. Die Gründe für die Eile bleiben verborgen. 

Die Bundesbank hatte 2013 angekündigt, dass bis 2020 die Hälfte ihres Goldes in eigenen Tresoren in Frankfurt am Main gelagert werden soll. Schrittweise sollten dazu 300 Tonnen Gold aus New York und 374 Tonnen aus Paris verlagert werden, wo der Schatz jahrzehntelang überwiegend aufbewahrt wurde.

Jahr für Jahr wurden Hunderte Barren auf streng geheimen Wegen über den Atlantik und den Rhein nach Deutschland gebracht. 216 Tonnen Gold waren es allein im vergangenen Jahr. Damit lagern nun 1619 Tonnen oder 47,9 Prozent des deutschen Edelmetalls in der Heimat. Bei einem Goldpreis von 1160 Euro pro Unze (31,1 g) bzw. 37.305 Euro pro Kilo ergibt sich damit ein aktueller Wert von gut 60 Milliarden Euro, die in Deutschland liegen.

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Gold deutlich schneller heimgeholt

Nach öffentlichem Druck hatte die Bundesbank vor vier Jahren das Ziel ausgegeben, bis spätestens Ende 2020 mindestens die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland aufzubewahren. Doch die Rückholung geht deutlich schneller als geplant. Die Verlagerung aus den USA wurde bereits im vergangenen September abgeschlossen.

Nun folgen noch ein paar Tonnen aus Paris. "Mehr als drei Jahre vor dem Termin wird die Verlagerung in diesem Jahr umgesetzt", berichtet Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Der ursprüngliche Zeitplan seit großzügig kalkuliert gewesen. Weitere Verlagerungen nach 2017 sind Thiele zufolge nicht geplant. 

Der Transport und das Umschmelzen einiger Barren haben bisher 6,9 Millionen Euro gekostet. Geschätzt 500.000 Euro werden in diesem Jahr hinzukommen.

Gold war im Westen sicherer

Dass das Gold, das dem deutschen Staat gehört und von der Bundesbank verwaltet wird, lange im Ausland aufbewahrt wurde, hat historische Gründe: Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder als Vorgängerin der Bundesbank erste Goldreserven auf, in den Wirtschaftswunderjahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der deutsche Goldschatz rasant.

Denn der florierende Export brachte der Bundesrepublik viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Gold-Forderungen eingetauscht wurden. "Das Gold ist dort entstanden, es wurde nie dorthin gebracht", erläutert Thiele. Während des Kalten Krieges war es durchaus gewollt, deutsches Gold "westlich des Rheins" und möglichst weit außerhalb der Landesgrenzen zu verwahren - als möglichen Puffer für Währungskrisen.

Skeptiker bezweifeln Vorhandensein des Goldes

Doch kritische Fragen bis hin zu Verschwörungstheorien nagten am glänzenden Image. Ist der Goldschatz - immerhin mit mehr als 270.000 Barren der zweitgrößte der Welt - im Ausland sicher? Ist das Gold überhaupt noch vorhanden? Im Herbst 2012 monierte der Bundesrechnungshof, die Bundesbank habe die Goldreserven jenseits der Landesgrenzen noch nie "körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht" geprüft.

Seither setzt die Bundesbank auf Transparenz: Auf 2400 Seiten listet die Notenbank seit Ende 2015 öffentlich einsehbar jeden einzelnen Barren auf. Und um letzte Zweifler zu überzeugen, gibt es immer mal wieder Gold zum Anfassen im benachbarten Geldmuseum.

"Operation Goldfinger" blieb erfolglos

Politiker hatten immer wieder viele Ideen, wie sich das Gold "versilbern" ließe - wahlweise zur Finanzierung von Renten, Hilfen für die Opfer der Elbeflut 2002 oder eines Systemwechsels im Gesundheitswesen. Für Schlagzeilen sorgte 1997 der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) mit seiner "Operation Goldfinger": Deutschlands oberster Kassenwart wollte die Bundesbank dazu bringen, ihre Gold- und Devisenreserven höher zu bewerten und daraus resultierende Gewinne an den Bund auszuschütten.

Doch alle Begehrlichkeiten blieben erfolglos. Etwa drei Tonnen Gold pro Jahr bekommt der Bundesfinanzminister zum Prägen von Sammlermünzen. Ansonsten wacht die Bundesbank mit Argusaugen über den Milliardenschatz - nun auch mit direktem Zugriff im eigenen Tresor. Er hat derzeit insgesamt einen Wert von über 120 Milliarden Euro - das sind 68 Prozent der deutschen Währungsreserven.

Ein Teil des Schatzes bleibt aber weiter in New York und London. Die USA seien die größte Volkswirtschaft der Welt und London der größte Handelsplatz für Gold, erläutert Thiele.

Sorgen um das Edelmetall seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump macht sich die Bundesbank nicht. Es gebe keine Notwendigkeit und keine Diskussion, das Konzept zu ändern, betont der Notenbank-Vorstand. "Wir arbeiten vertrauensvoll mit der Fed zusammen."

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