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Wirtschaft  

Tarifkompromiss: Südwest-Gewerkschaften wollen schnelle Umsetzung im Land

18.02.2017, 12:27 Uhr | dpa-AFX

STUTTGART (dpa-AFX) - Die Gewerkschaften im Südwesten haben sich zufrieden mit der Einigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes gezeigt - und pochen auf eine schnelle Umsetzung. "Für das bunte Potpourri der Länderbeschäftigten, das vom Kampfmittelbeseitiger über die Tierpflegerin in der Wilhelma bis zur Therapeutin in der Psychiatrie reicht, ist es uns gelungen, ein Paket zu schnüren, das für alle etwas bereit hält", sagte Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross am Samstag. "Wenn jetzt noch das Land den Beamten diesen Abschluss nicht vorenthält, dann sind wir wirklich zufrieden."

Am Freitagabend hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in Potsdam auf einen Tarifkompromiss für die Landesangestellten geeinigt. Damit sind neue Streiks in Schulen und Kitas abgewendet. Das Ergebnis sieht insgesamt 4,35 Prozent mehr Lohn innerhalb von zwei Jahren vor. Im Südwesten sind rund 285 000 Beschäftigte direkt oder indirekt von den Verhandlungen betroffen, etwa 185 000 sind Beamte.

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßte die Einigung. "Das Tarifergebnis aus Potsdam ist auch für Baden-Württemberg eine Grundlage, um weiter dafür zu sorgen, dass der öffentliche Dienst attraktiv bleibt und der Lehrermangel bekämpft werden kann", erklärte Landeschefin Doro Moritz am Samstag. "Dabei ist jetzt die grün-schwarze Landesregierung in der Verantwortung, indem sie bei den angestellten Lehrkräften die Befristungen abbaut und die Vertretungen in den Sommerferien bezahlt sowie das Ergebnis sofort und in vollem Umfang für die Beamten übernimmt."

Verhandelt hatten die Gewerkschaft Verdi, der Beamtenbund dbb, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf der einen Seite und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf der anderen.

Rückwirkend zum 1. Januar 2017 erhalten die Beschäftigten 2,0 Prozent und ab dem 1. Januar 2018 nochmals 2,35 Prozent mehr. Das macht im ersten Jahr 870 Millionen Euro Mehrkosten für die Länder aus und im zweiten 1,9 Milliarden. Die Gesamtforderung der Gewerkschaften hatten bei insgesamt sechs Prozent gelegen. Das hätte sieben Milliarden Euro gekostet.

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