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"Für Vorstand geopfert": Ex-Mitarbeiter belastet Audi-Chef

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"Für Vorstand geopfert"  

Ex-Mitarbeiter belastet Audi-Chef Stadler schwer

21.02.2017, 13:26 Uhr | dpa, t-online.de

"Für Vorstand geopfert": Ex-Mitarbeiter belastet Audi-Chef. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG. (Quelle: dpa)

Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG. (Quelle: dpa)

Der Vorstandsvorsitzende von Audi, Rupert Stadler, gerät in der Diesel-Affäre unter Druck. Vor dem Arbeitsgericht Heilbronn wehrt sich der  ehemalige Chef der Dieselmotoren-Entwicklung des Autobauers gegen seinen Rausschmiss - und erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Chef.

Der 48-jährige Entwickler Ulrich Weiß war nach der Aufdeckung der Betrugssoftware bei Dieselmotoren von Audi im November 2015 zunächst bezahlt freigestellt worden. Inzwischen hat die VW-Tochter ihm gekündigt.

In dem Prozess, in dem er sich gegen seine Kündigung wehrt, zitierte Weiß' Anwalt aus einem Gespräch zwischen Stadler und seinem Mandanten zu dessen Freistellung. "Stadler betont, dass alles auf Druck von VW und dem VW-Aufsichtsrat geschehen ist", las der Jurist Hans-Georg Kauffeld aus dem zugehörigen Protokoll vor. Demnach sagte der Ingenieur Weiß daraufhin, man habe ihn für Vorstand und Aufsichtsrat geopfert. Stadler habe geantwortet: "Da ist was Wahres dran."

Interne Papiere über Betrugssoftware

Weiß hält die Kündigung vom 15. Februar für unwirksam. "Die sollte nur dazu dienen, den Gerichtstermin heute zu verhindern", sagte sein Verteidiger. Der Anwalt zitierte auch aus internen Papieren eines Arbeitskreises aus dem Jahr 2012, in denen es um die Software ging. Der Arbeitskreis sei Stadler unterstellt gewesen, sagte er. Damit wäre die Chefetage schon vor Jahren im Bilde gewesen.

Im September 2015 war in den USA bekanntgeworden, dass VW über Jahre ein Programm zur Manipulation von Diesel-Abgaswerten einsetzte. Neben der Kernmarke VW sind Modelle etwa der Töchter Audi, Seat und Skoda betroffen. "Dieselgate" stürzte den Konzern in eine schwere Krise.

Stadler, seit 2007 Audi-Chef, ist im Zuge der Affäre zunehmend unter Druck geraten. Nach dem Beginn des Skandals hatte schließlich auch Audi zugeben müssen, dass in seinen großen Sechszylinder-Diesel Abgas-Software eingesetzt wurde, die nicht US-Vorschriften entsprach.

Nach wiederholten Vorwürfen gegen den Vorstandsvorsitzenden wehrt sich Audi nun ebenfalls. Wegen falscher Verdächtigung, Verrats von Betriebsgeheimnissen und Fälschung von Dokumenten prüft das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Strafanzeige gegen Unbekannt.

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