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Aktien Europa: Anleger halten sich vor Wahl in Frankreich zurück

21.04.2017, 11:05 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Positiven Konjunkturdaten zum Trotz haben die meisten Börsen Europas am Freitag moderat nachgegeben. Die Unsicherheit über den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen sorge vor dem Wochenende für Zurückhaltung und Vorsicht, sagten Börsianer.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte am Vormittag 0,36 Prozent auf 3427,60 Punkte ein und steuert damit in der durch Ostern verkürzten Handelswoche auf einen kleinen Wochenverlust von 0,6 Prozent zu. Der CAC-40 in Paris verlor zuletzt 0,68 Prozent auf 5043,23 Punkte. Der rohstofflastige britische FTSE 100 legte in London hingegen um 0,17 Prozent auf 7130,45 Zähler zu und profitierte vor allem von Gewinnen der Minenwerte. Im Wochenverlauf bedeutet dies aber dennoch ein Minus von 2,7 Prozent für den "Footsie", das vor allem den am Dienstag angekündigten Neuwahlen in Großbritannien geschuldet ist.

Aktuellen Einkaufsmanagerindex-Daten vom Marktforschungsunternehmen IHS Markit zufolge hellte sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone überraschend weiter auf. Sie erreichte im April den höchsten Wert seit sechs Jahren, wozu vor allem Frankreich beitrug. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.

Die Bergbaubranche war dank steigender Preise, etwa für Aluminium oder Kupfer, Favorit unter den 19 Subindizes des Stoxx Europe 600 mit plus 1,60 Prozent. Aktien von Immobilienunternehmen hingegen bildeten das Schlusslicht. Diese Branche verlor 0,7 Prozent.

Im EuroStoxx ragten nach Umsatzzahlen für das erste Quartal die Anteilsscheine von Danone am Index-Ende heraus, wo sie 2,21 Prozent einbüßten. Ein schwaches Marktumfeld für Milchprodukte bremst weiterhin das Wachstum des französischen Joghurtherstellers. Sie waren auch Schlusslicht im CAC 40, während dort die Papiere von Accor mit plus 1,25 Prozent zu den Spitzenwerten zählten. Die Hotelkette hatte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres stark von Übernahmen profitiert.

Philips Lighting rückten an der Euronext-Börse nach Zahlen um 2,80 Prozent vor. Der Leuchtmittelhersteller sieht sich trotz eines erneuten Umsatzrückgangs im ersten Quartal auf Kurs zu mehr Gewinn.

Der britische Konsumgüter-Konzern Reckitt Benckiser steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal nur dank des schwachen Pfunds kräftig. Das enttäuschte die Anleger. Die Papiere sanken im "Footsie" um 1,22 Prozent. BHP Billiton stiegen in London zugleich um 1,45 Prozent. Der weltgrößte Bergbaukonzern gerät laut einem Pressebericht wegen seiner Ölsparte immer stärker unter Druck. Nachdem der Hedgefonds Elliott den Konzern zur Abspaltung seines Ölgeschäfts in den USA aufgefordert hatte, plädieren jetzt vier weitere Großaktionäre für die Trennung von der gesamten Ölsparte, wie die "Financial Times" berichtete.

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