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Wirtschaft: Krisengipfel mit Grammer-Chef und Investoren geplant

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Krisengipfel mit Grammer-Chef und Investoren geplant

05.05.2017, 15:32 Uhr | dpa-AFX

AMBERG (dpa-AFX) - Nach monatelangen Grabenkämpfen wollen sich Grammer -Vorstandschef Hartmut Müller und Vertreter der umstrittenen Investorenfamilie Hastor zum ersten Mal an einen Tisch setzen. Aus Sorge um die Zukunft des Autozulieferers mit 12 000 Arbeitsplätzen lud die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) für kommenden Dienstag zu einem Krisengipfel in München ein. Investor Kenan Hastor oder ein Manager seiner Prevent-Firmengruppe werde kommen, sagte Hastor-Anwalt Franz Enderle.

Welche Erfolgsaussichten der Vermittlungsversuch zwei Wochen vor der entscheidenden Grammer-Hauptversammlung hat, ist allerdings fraglich. Der Hastor-Anwalt warf Müller am Freitag Lügen und Untreue vor. Müller arbeite mit VW zusammen gegen den Großaktionär Hastor und habe die Grammer-Kunden "rebellisch gemacht zum Nachteil des Unternehmens". Das Tischtuch sei zerschnitten.

Zwei Investmentgesellschaften der Hastors hielten jetzt zwischen 20 und 25 Prozent der Grammer-Aktien, sagte Enderle. Die Hastors wollen Müller sowie fünf der sechs Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat sofort ablösen und drei Prevent-Manager in den Aufsichtsrat schicken. Die Entscheidung soll am 24. Mai auf der Hauptversammlung in Amberg fallen. "Das wird kein Kaffeekränzchen", sagte Enderle.

IG Metall und Betriebsrat laufen Sturm gegen die Hastors, weil Autokonzerne Aufträge abzuziehen drohen. Prevent hatte im Streit mit VW über einen Auftrag im vergangenen August die Bänder in Wolfsburg und Emden tagelang zum Stillstand gebracht, mit Daimler streitet Prevent derzeit vor Gericht. Der Volkswagen -Konzern und Daimler sind die beiden größten Grammer-Kunden. Enderle sagte: "In Wolfsburg sitzen einige mit gewetzten Messern zwischen den Zähnen und warten auf eine geeignete Gelegenheit."

Grammer-Chef Müller wirft den Hastors seit Monaten vor, sie hätten jeden Dialog verweigert. Enderle sagte: "Das ist glatt gelogen." Ein anderer Hastor-Anwalt habe mit Müller bereits einen Termin vereinbart gehabt, um über die schwache Gewinnmarge des Unternehmens und über eine angemessene Vertretung des bosnischen Großaktionärs im Aufsichtsrat zu reden. "Wir bringen ja nicht jeden gleich um", sagte Enderle. Doch Müller habe den Termin abgesagt und sei stattdessen mit dem Aufsichtsratschef zusammen nach Wolfsburg gepilgert, um sich "von VW die Blaupause für den Abwehrkampf" gegen die Hastors machen zu lassen. Dies habe das Vertrauen des Großaktionärs in den Vorstandschef zerstört.

Sprecher von VW und Grammer wollten die Vorwürfe am Freitag zunächst nicht kommentieren. Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig aus Berlin wurde am Freitag in Amberg erwartet, um mit Müller und dem Amberger IG-Metall-Chef und stellvertretenden Aufsichtsratschef Horst Ott zu sprechen. Im Anschluss war eine Pressekonferenz geplant.

Grammer hat sich zur Unterstützung den chinesischen Autozulieferer Jifeng als Investor an Bord geholt - er hält jetzt 10 Prozent der Grammer-Aktien. Die Hastors hatten das gerichtlich verhindern wollen, scheiterten aber vor dem Oberlandesgericht Nürnberg. Enderle sagte, ob Jifeng auf der Hauptversammlung zu Recht abstimme, "wird vermutlich der Bundesgerichtshof klären, in fünf Jahren". Allen Beteiligten müsse klar sein: "Die Familie Hastor verschwindet nicht einfach nach der Hauptversammlung, egal wie das läuft."

Müller steht seit zehn Jahren an der Spitze von Grammer. Er hatte das Unternehmen von einem regionalen zu einem internationalen Autozulieferer gemacht und den Umsatz auf 1,7 Milliarden Euro verdoppelt. Die Gewinnmarge lag in den vergangenen Jahren unter dem Branchendurchschnitt, wächst aber und soll aber im laufenden Jahr darüber liegen. Enderle sagte, bei einem Kontrollwechsel bekämen Müller und seine beiden Vorstandskollegen drei Jahresgehälter als goldenen Fallschirm. Ein Firmensprecher sagte, Grammers Vergütungssystem sei marktüblich.

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