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Wirtschaft: Aktionärsvertreter kritisieren mangelnde Transparenz bei Managergehältern

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Wirtschaft  

Aktionärsvertreter kritisieren mangelnde Transparenz bei Managergehältern

07.05.2017, 14:47 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Bezüge von Topmanagern deutscher Börsenschwergewichte sorgen für Zündstoff auf Hauptversammlungen. "Bei mehreren Dax -Konzernen steht die Abstimmung über das Vergütungssystem für den Vorstand in diesem Jahr auf der Tagesordnung. Das begleiten wir kritisch und stimmen gegebenenfalls mit Nein", sagte Christiane Hölz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Deutschen Presse-Agentur. Ein Dorn im Auge sind der DSW vor allem intransparente und unverständliche Vergütungssysteme.

Den Unmut der Aktionärsvertreter bekam bereits der Kosmetikkonzern Beiersdorf bei dem Treffen seiner Anteilseigner im April zu spüren. Die DSW lehnte das System als schwer verständlich ab.

Auch auf der Hauptversammlung des Reifenherstellers Continental stimmte die DSW mit "Nein". Die Vorstandsbezüge seien erst 2014 erhöht worden und das neue System erscheine noch schwerer zu durchschauen als das bisherige. Kritisch sieht die DSW auch die Vorstandsvergütung beim Medienkonzern ProSiebenSat.1 . "Die Maximalziele werden nicht erläutert und der Vergütungsbericht ist intransparent", sagte Hölz.

Generell seien die Berichte in den letzten Jahren sehr komplex geworden, kritisierte die DSW-Landesgeschäftsführerin in Nordrhein-Westfalen. "Die meisten Berichte sind länger, aber nicht besser geworden. Ein Durchschnittsaktionär kann sie kaum noch verstehen." Man könne nur hoffen, "dass Aufsichtsräte verstehen, welche Verträge sie mit den Vorständen schließen".

Das Votum der Anteilseigner ist gemäß Aktiengesetz nicht bindend - kann aber dennoch Wirkung entfalten. So passte beispielsweise die Deutsche Bank die Vergütung der Vorstände nach Aktionärsschelte im vergangenen Jahr an und stellt sie auf der Hauptversammlung Mitte Mai erneut zur Abstimmung. Die Ausschüttung von Boni soll noch enger an Erfolge bei Geschäftszielen geknüpft werden. Die DSW plant, das geänderte System zu billigen.

"Jedes Unternehmen sollte genaue und nachvollziehbare Ziele für die variablen Bestandteile der Vorstandsbezüge definieren", sagte Hölz. Grundsätzlich hält die DSW langfristige Boni für sinnvoller als einjährige Zahlungen. "Wir wollen weg von dem kurzfristigen Denken", argumentierte die Aktionärsvertreterin.

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