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Wirtschaft: Bundesratspräsidentin setzt auf Handel mit Argentinien

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Bundesratspräsidentin setzt auf Handel mit Argentinien

09.05.2017, 05:45 Uhr | dpa-AFX

BUENOS AIRES (dpa-AFX) - Die amtierende Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) macht sich für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit dem aufstrebenden G-20-Land Argentinien stark. "Die Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien haben sich im letzten Jahr sehr stark intensiviert, nach einer längerer Zeit der Zurückhaltung", sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz bei einem Besuch in Buenos Aires. Am Dienstag trifft sie Präsident Mauricio Macri, im Juni wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Argentinien reisen.

Die größte Volkswirtschaft des spanischsprachigen Südamerikas hat nach Jahren des Protektionismus unter Präsident Macri einen Kurs der Liberalisierung und Öffnung eingeschlagen. Deutschland setzt auf den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit dem Mercosur, über das EU und Mercosur derzeit verhandeln. Der 1991 gegründete "Gemeinsame Markt des Südens" ist ein südamerikanischer Wirtschaftsverbund, dem unter anderem Argentinien und Brasilien angehören. Die EU ist für den Mercosur heute bereits der wichtigste Handelspartner, durch den Fall von Zollschranken könnte der Handel deutlich ausgebaut werden.

Besonders würdigte Dreyer die Rolle Argentiniens bei der Aufarbeitung der Militärdiktatur (1976-83). "Hier sind viele Menschen verschwunden und umgebracht worden", sagte sie. Es sei sehr berührend, dass sich heute auch viele Enkel von Opfern engagieren gegen das Vergessen. Eine Demokratie könne sich nur dann gut entwickeln, "wenn sie auch die schrecklichen Teile der eigenen Geschichte kontinuierlich bearbeitet".

Verschleppungen, Folter und Ermordungen waren damals an der Tagesordnung. Viele Opfer wurden von Flugzeugen aus lebend in den Río de la Plata geworfen. "Ich weiß als Deutsche sehr wohl, wie schwer es ist, die Aufarbeitung der Geschichte auch zu bewältigen", sagte Dreyer.

Menschenrechtsorganisationen schätzen die Gesamtzahl der Opfer auf bis zu 30 000. Dokumentiert sind über 10 000 Fälle, von denen 8800 namentlich auf den Tafeln des Erinnerungsparks am Flussufer in Buenos Aires aufgeführt werden. Berühmt wurden die Madres de Plaza de Mayo, die vor 40 Jahren, am 30. April 1977, erstmals stumm gegen das Verschwinden ihrer Kinder demonstrierten. "Den Opfern zum Gedenken und den Lebenden zur Mahnung", schrieb Dreyer in das Gästebuch der Mütter der Verschwundenen und Ermordeten. Sie drückte großen Respekt für den langen Einsatz zur Aufklärung Tausender Schicksale aus.

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