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Wirtschaft: Krisengipfel mit Grammer-Chef und Investoren

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Wirtschaft  

Krisengipfel mit Grammer-Chef und Investoren

09.05.2017, 05:49 Uhr | dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Im Machtkampf bei dem Autozulieferer Grammer unternimmt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) einen letzten Vermittlungsversuch. Vorstandschef Hartmut Müller und Vertreter der umstrittenen Investorenfamilie Hastor wollen sich am Dienstagnachmittag (16.00 Uhr) im Wirtschaftsministerium in München treffen. Aigner will dabei für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung der Standorte werben.

Zwei Wochen vor der entscheidenden Hauptversammlung sind die Fronten aber verhärtet. Hastor-Anwalt Franz Enderle hatte Grammer-Chef Müller am Freitag der Lüge und der Untreue bezichtigt; Müller hatte dem Großaktionär umgekehrt vorgeworfen, das Oberpfälzer Unternehmen mit 12 000 Arbeitsplätzen zu gefährden.

Das Verhältnis der Hastors zum größten Grammer-Kunden VW ist gestört, weil die Hastor-Firmengruppe Prevent die Bänder bei VW in Wolfsburg und Emden im vergangenen August mit einem Lieferstopp zum Stillstand gebracht hatte. Bei Grammer halten die Hastors mehr als 20 Prozent der Aktien und wollen nun Müller ablösen und den Aufsichtsrat vorzeitig neu mit eigenen Leuten besetzen.

Die Ratingagentur Euler Hermes hat Grammer deshalb am Montag mit negativer Tendenz auf die Beobachtungsliste gesetzt. Grammer habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt und seine Position als weltweit tätiger Autozulieferer verbessert. Kurzfristige wesentliche Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstandes könnten sich ungünstig auf die strategische Ausrichtung und die Kundenbeziehungen auswirken, erklärte die Ratingagentur.

Grammer veröffentlichte am Montag die Abstimmungsempfehlungen dreier großer unabhängiger Beratungsunternehmen für institutionelle Anleger für die Hauptversammlung am 24. Mai. ISS, Glass Lewis und Ivox raten den Aktionären demnach, die Anträge der Hastors abzulehnen, weil sie unzureichend begründet seien und eine zukunftsfähige Strategie fehle.

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