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Wirtschaft  

WOCHENAUSBLICK: Keine Kurssprünge im Dax erwartet

12.05.2017, 16:51 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist weiterhin gut, doch die Luft nach oben dünn geworden. So dürfte sich der Dax in der neuen Woche schwer tun, sein erst vor wenigen Tagen erreichtes Rekordhoch bei 12 783 Punkten zu übertreffen. Ausgeschlossen ist es nach Ansicht von Marktexperten unter Verweis auf die in Nordrhein-Westfalen am Sonntag anstehende Landtagswahl aber nicht. Doch auch ein Rückschlag ist denkbar, der, sollte er kommen, laut Börsianern dann aber moderat ausfallen dürfte.

Die bereits wieder zu Ende gehende Berichtssaison rückt in der neuen Woche vor allem mittelgroße und kleinere Unternehmen in den Blick der Anleger. Ansonsten sind es Hauptversammlungen und eine Reihe an Konjunkturdaten, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen dürften.

IMPULSGEBER NRW-WAHL?

"Die Stimmung ist zwar noch prächtig, doch wirkliche Argumente für einen weiteren Kurssprung fehlen ein wenig", kommentierte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research und rechnet mit wenig Bewegung oder womöglich sogar Gewinnmitnahmen im Dax. "Wundern sollte dies angesichts des Rally-Tempos niemanden." Allein seit Mitte April hat der Dax fast 800 Punkte zugelegt.

Dagegen kann sich Händler Markus Müller vom Wertpapierdienstleister Steubing durchaus vorstellen, dass der Leitindex vom Wahlausgang in NRW am Sonntag profitieren könnte. "Sollte sich die CDU durchgesetzt haben, geht der Dax wohl weiter hoch", vermutet er, denn das gemessen an der Einwohnerzahl größte Bundesland gilt als wichtiger Indikator für die im Herbst anstehende Bundestagswahl.

VON DER TRUMP-EUPHORIE ZUM TRUMP-RISIKO

Impulse könnten darüber hinaus vom zweitwichtigsten deutschen Konjunkturbarometer, dem ZEW-Index, am Dienstag kommen. Nach Einschätzung der Postbank-Experten ist für den Monat Mai zwar eine Verbesserung zu erwarten, doch keine Euphorie.

In den USA sollten zugleich die ebenfalls am Dienstag erwarteten Industriedaten für April deutlich machen, dass zwischen den Stimmungsindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe und der realen Entwicklung eine Lücke klafft. "Die Produktionsdaten für April dürften sowohl den verhaltenen Aufwärtstrend in der Industrie als auch die These eines zwischenzeitlich überzogenen Optimismus bestätigen", schrieben die Analysten der Postbank. Auch von den Daten zu den US-Baubeginnen und -genehmigungen sollte ihres Erachtens nicht zu viel erwartet werden. Von der einstigen Dynamik sei bereits seit geraumer Zeit nicht mehr viel zu sehen und so seien lediglich moderate Anstiege zu erwarten, hieß es.

Zur Vorsicht ermahnt Analystin Claudia Windt von der Helaba die Anleger auch mit Blick auf zunehmende Risiken durch Donald Trump. "Mit der Entlassung des FBI-Direktors Comey ist Präsident Trump in Kritik geraten, auch von konservativen Republikanern", schrieb sie. Wetten auf ein mögliches Amtsenthebungsverfahren hätten sprunghaft zugenommen, und zugleich werde Trump mehr Kompromisse eingehen müssen, um seine Parteifreunde wieder einzufangen. Mit der vorangegangenen "Trump-Euphorie" verbundene Wachstumshoffnungen dürften sich ihres Erachtens daher über kurz oder lang als "haltlos" erweisen.

RWE UND MERCK MIT QUARTALSZAHLEN

Unternehmensseitig dürften vor allem die Quartalszahlen von RWE am Montag sowie vom Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA am Donnerstag im Fokus stehen. Niedrigere Erträge aus dem Stromerzeugungsgeschäft dürften das Ergebnis des Essener Versorgers RWE nach Ansicht von Analysten im ersten Quartal belastet haben. Insgesamt sollte es aber keine großen Überraschungen geben, denn operativ ist RWE im hohen Maße von der Ökostromtochter Innogy abhängig, die ihre Quartalsbilanz bereits vorgelegt hat.

Neben noch einigen Geschäftsberichten von Unternehmen aus dem MDax und dem TecDax , wie etwa vom Baudienstleister Bilfinger, vom Versicherer Talanx oder von United Internet, die am Freitag wegen ihrer Übernahmepläne zu Drillisch in den Blick gerieten, stehen hauptsächlich Aktionärsversammlungen an./ck/jsl/stk

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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