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Schwedische Reichsbank will Inflationsziel ändern

16.05.2017, 15:18 Uhr | dpa-AFX

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Die älteste Notenbank der Welt denkt darüber nach, eine ihrer zentralen Regeln zu ändern. Wie die Zentralbank Schwedens am Dienstag mitteilte, will sie sowohl die Berechnungsmethode ihres Inflationsziels als auch den Zielwert an sich verändern. So sollen künftig die Kosten für Hypothekenkredite aus dem für die Geldpolitik relevanten Verbraucherpreisindex herausfallen. Zudem soll das Inflationsziel von zwei Prozent durch ein Toleranzband von einem Prozent nach oben und unten ergänzt werden.

Die Herausrechnung der Kosten für Hausbaukredite begründet die Notenbank damit, dass ihre Geldpolitik auf diese Zinskosten direkte Auswirkungen habe. Das neue Inflationsmaß ("CPIF" anstatt "CPI") solle dieser Verzerrung Rechnung tragen. Das Inflationsband solle eingeführt werden, weil die Teuerung aus verschiedenen Gründen kurzfristig recht deutlich schwanken könne. Es sei daher sinnvoll, das Inflationsziel von zwei Prozent durch ein Schwankungsband zu ergänzen. Die Änderungen sind noch nicht beschlossen. Zuvor wird einer Reihe von Institutionen Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äußern.

Ihr Inflationsziel hat die schwedische Notenbank in den vergangenen Jahren meistens nach unten hin verfehlt. Dennoch erwartet sie durch die von ihr angestrebten Neuerungen keine großen Änderungen für die praktische Geldpolitik. "Das Ziel der Geldpolitik wird nach wie vor die Stabilisierung der Inflation um zwei Prozent herum sein", sagte Notenbankchef Stefan Ingves. Das Schwankungsband um das Inflationsziel sei deshalb nicht gleichzusetzen mit einem Zielband, wie es andere Notenbanken haben.

Die Geldpolitik der schwedischen Notenbank ist aktuell trotz einer guten Wirtschaftslage sehr locker. Neben Negativzinsen hat sie zu massiven Anleihekäufen gegriffen, um das Wachstum zu beleben und so die Inflation anzuheizen. Fachleute gehen davon aus, dass sie auch den Kurs der Landeswährung Krone drücken will, um zumindest eine stärkere Aufwertung zu verhindern. Andernfalls könnten günstigere Einfuhren auf die Inflation drücken.

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