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Ratgeber  

So legen Sie sicher Ihr Geld an

24.05.2017, 15:19 Uhr | Ariana Zustra, t-online.de

Ratgeber: So legen Sie sicher Ihr Geld an. Ein Mann hält virtuell Geld und die Weltkarte in den Händen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Sie ihr Geld sicher anlegen möchten, sollten Sie Risiken streuen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Müssen wir in Deutschland Angst haben vor einer neuen Finanzkrise und ihren Folgen? In unserem Ratgeber listen wir Ihnen Tipps eines Experten auf, wie Sie Ihr Vermögen vor einer Wirtschaftskrise schützen können und wie Sie vorbeugend Ihr Geld anlegen können.

Eine Finanzkrise ist die Norm

Eine Wirtschaftskrise hat Auswirkungen auf die Zukunft jedes Menschen: Zahlungsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, soziales Elend und politische Unruhen. Die Geschichte lehrt, dass eine negative Entwicklung des Wirtschaftswachstums nicht die Ausnahme ist, deswegen kann man sie nie ausschließen. "Staatspleiten waren in vielen Ländern historisch gesehen die Regel", sagt Niels Nauhauser, Abteilungsleiter für Altersvorsorge, Banken, Kredite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ortsschild mit der Aufschrift Weltwirtschaftskris (Symbolbild) (Quelle: imago/blickwinkel)Die Geschichte lehrt uns: Weltweite Finanzkrisen sind die Regel, und nicht die Ausnahme (Quelle: blickwinkel/imago)

Vorsorge: Risiko streuen

"Wenn man Vermögen vor den Auswirkungen einer Krise schützen möchte, dann gibt es nur eine Antwort: Risiko streuen über verschiedene Anlageklassen. Das heißt, das Geld nicht nur zu einer Bank tragen – es hilft auch nichts, es zu zwei Banken zu tragen. Sondern kleine oder größere Anteile der Geldanlage – je nach Nervenkostüm – auch in anderen Bereichen anlegen: Immobilien, Aktien, Gold", sagt Nauhauser. Diese Anlageaufteilung, also die Diversifikation eines angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, nennt man Vermögensallokation oder Asset Allocation. Durch die größtmögliche Streuung sollen Risiken beseitigt werden.

Risiken streuen auch mit kleinem Geldbeutel sinnvoll

Dafür muss man nicht reich sein: Auch mit 1000 Euro kann man bereits investieren. "Von 1000 Euro können Sie die eine Hälfte zur Bank tragen und von den restlichen 500 Euro Investmentfonds kaufen. Sie können dann beispielsweise 400 Euro in Aktienfonds stecken und 100 Euro in einen Immobilienfonds", schlägt Nauhauser vor.

Der Verbraucherschützer empfiehlt Anlegern, die in Aktien investieren wollen, weltweit anlegende Aktienfonds zu kaufen. Erste Wahl seien Indexfonds, weil sie besonders kostengünstig sind. So können Sie auch mit nur 50 Euro auf einen Schlag in die rund 1700 Unternehmen eines MSCI World Index weltweit investieren. Der MSCI World ist ein Aktienindex, der die Entwicklung der Aktien von 23 Industrieländern weltweit widerspiegelt.

Verteilung ist die sichere Bank

"Der Vorteil von Diversifikation ist, dass die Werte der Vermögensanlagen nie alle in die gleiche Richtung marschieren, also gleichzeitig steigen oder fallen", erklärt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale.

"Wenn die Aktienmärkte prosperieren, weil die Wirtschaft sicher ist und die Stabilität zunimmt, dann fällt tendenziell der Goldpreis. Das hatten wir die letzten Jahre – vorher war es genau andersrum."

Diversifikation bei Aktien: durch Indexfonds

Risiko streut man durch die gleichzeitige Anlage in Zinspapiere, Immobilien, Gold und Aktien. Man kann und sollte jedoch auch innerhalb von Aktien das Risiko wieder streuen und nicht nur eine Aktie kaufen, sondern über Indexfonds in viele Hundert oder Tausend Aktien investieren.

Ist Gold immer Gold wert?

Verschiedene Anlageklassen werfen laufend Erträge ab: Bei Immobilien sind das Mieten, bei Aktien die Dividenden, also die Gewinne. Gold jedoch wirft keine Erträge ab. Dafür ist das Edelmetall historisch betrachtet ein Zahlungsmittel, eine weltweit anerkannte Währung, die kein Staat so leicht abschaffen kann – während Papiergeld für wertlos erklärt werden kann.

"Gold wird nicht wertlos werden. Der Goldpreisverlauf hängt stark mit Krisen zusammen: Wenn es politische Unruhen gibt oder instabile Finanzmärkte, steigt tendenziell der Goldpreis, während andere Werte wie Aktienpreise fallen. Wenn man also gleichzeitig in Gold investiert, hat man eine stabilisierende Komponente – das ist Diversifikation", sagt Nauhauser. In unserem Goldbericht können Sie sich täglich über die Entwicklung des Goldpreises informieren.

Die Qual der Wahl: entweder sicher oder rentabel

Beim Geldanlegen hat man die Wahl zwischen eher sicheren und riskanteren, dafür aber rentableren Produkten. Ein sicheres Produkt, wie zum Beispiel Zinspapiere oder Festgeld, bietet derzeit keine oder nur eine sehr niedrige Rendite. Aktien sind dagegen wegen des Auf und Ab an der Börse weniger sicher, werfen dafür aber auch mehr ab – jedoch nur meistens, nicht immer: Wenn Sie alles auf eine einzige Aktie setzen und das schief geht, haben Sie all ihr Geld verloren.

"Wenn Sie breit gestreut in den Aktienmarkt gehen, dann kann das nicht passieren. Es gibt kein Szenario, bei dem alle Aktiengesellschaften weltweit an Wert verlieren und auf null fallen", sagt Nauhauser.

Konsumgüter sind keine Geldanlagen

Gemälde, teure Uhren, Oldtimer – Konsumgüter taugen laut Nauhauser nicht als Geldanlage. "Gebrauchsgegenstände würden nur helfen, das Vermögen zu sichern, wenn Sie davon ausgehen, dass sie zu dem Zeitpunkt des Verkaufs mehr wert sind als jetzt – aber in einer Krise haben Leute nicht mehr Geld als vorher, sondern tendenziell weniger", erklärt Nauhauser. Zudem können Gegenstände kaputt gehen – dann hat man nichts davon.

Eine eigene Immobilie ist riskanter als ein Immobilienfonds

Viele Menschen möchten sich den Traum vom Eigenheim erfüllen und sehen darin einen guten Krisenschutz, vor allem, wenn die Zinsen niedrig sind. Die erzielte beziehungsweise ersparte Miete einer Immobilie stellt einen Ertrag dar wie bei einer Geldanlage. Zudem bedeutet ein eigenes Haus ein Mehr an Lebensqualität, wenn man es selbst bewohnt.

Dennoch ist eine solche Direktinvestition deutlich riskanter als ein Immobilienfonds, der in mehrere Immobilien investiert, gibt der Experte zu bedenken. "Als Geldanlage sind Immobilien historisch betrachtet nicht besonders attraktiv", sagt Nauhauser. Die Vor- und Nachteile einer so gewichtigen Investition sind daher immer im Einzelfall abzuwägen.

Omas Sparstrumpf: In bestimmten Fällen auch heute sinnvoll

Was ist mit dem guten, alten Sparschwein oder dem Notnagel unterm Kopfkissen? Der Experte hält Omas Tricks nicht für abwegig: "Das bringt null Zinsen, aber: Das Geld ist jederzeit verfügbar – das hat auch etwas für sich."

Auch für Rentner können altmodische Arten der Vermögenssicherung sinnvoll sein: Wer etwa das Geld aus der Lebensversicherung ausgezahlt bekommen hat und es nicht langfristig anlegen will, ist mit einem Sparbuch gut beraten, um für einen Bedarf wie etwa Zahnersatz oder die Kosten für ein Pflegeheim kurzfristig gewappnet zu sein.

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