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Aktien Frankfurt: Dax mit Atempause nach Rekordjagd

17.05.2017, 12:03 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Höhenflug am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch etwas Kasse gemacht. Echtes Verkaufsinteresse bestehe aber nicht, sagte ein Börsianer. Auf die Stimmung drücken die aktuellen Diskussionen um einen mögliche Verfehlungen von US-Präsident Trump. "Sie schüren Zweifel, ob Trump seine wachstumsfördernden Maßnahmen im Kongress durchsetzen kann", schrieb LBBW-Investmentanalyst Thomas Hollenbach. Dies belastet den US-Dollar und stärkt den Euro, was wiederum die Papiere exportstarker Unternehmen unter Druck setzt.

Der Dax sank am späten Vormittag um 0,50 Prozent auf 12 740,34 Punkte. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex einen neuen Höchststand bei 12 841 Punkten markiert, bevor ihm die Luft ausgegangen war. Der MDax , der die Aktien mittelgroßer deutsche Unternehmen repräsentiert, fiel am Mittwoch um 0,43 Prozent auf 24 993,38 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,24 Prozent auf 2226,12 Punkte abwärts. Auch die europäischen Börsen gaben nach: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,47 Prozent auf 3624,64 Punkte.

DIVIDENDENABSCHLÄGE BELASTEN IMMOBILIENSEKTOR

Aus Branchensicht standen Immobilienwerte besonders unter Druck. Dies lag in erster Linie aber daran, dass mehrere Branchenunternehmen ihre Dividendenzahlung für 2016 veranlasst hatten und die jeweiligen Aktien am Mittwoch mit einem entsprechenden Abschlag gehandelt wurden. So waren Vonovia mit einem Kursabschlag von rund 4 Prozent klares Schlusslicht im Dax. Alstria Office verloren 4,65 Prozent und standen ganz unten im MDax. Die Papiere von TAG Immobilien büßten 4,39 Prozent ein.

Ganz oben im Branchentableau war der Rohstoffsektor mit einem Plus von 0,4 Prozent zu finden. So gehörten die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter und des Kupfer-Herstellers Aurubis mit Gewinnen von 2,10 beziehungsweise 1,21 Prozent zu den attraktivsten MDax-Werten.

THYSSENKRUPP PROFITIEREN VON GUTEN TATA-STEEL-NACHRICHTEN

Die Papiere des Industriekonzerns Thyssenkrupp folgten traditionell der Tendenz der Rohstoffbranche und waren mit plus 3,69 Prozent Top-Wert im Dax. Grund dafür war aber vor allem die grundsätzliche Einigung bei Tata Steel über den Umgang mit den milliardenschweren Pensionsverpflichtungen in Großbritannien. Denn damit dürfte die größte Hürde für die geplante Fusion der europäischen Stahlaktivitäten von Thyssenkrupp und Tata aus dem Weg geräumt worden sein.

Dagegen bescherte eine positive Analystenstudie den zuletzt gebeutelten Aktien von Klöckner & Co neue Fürsprecher. Die Papiere des Stahlhändlers gewannen 2,14 Prozent. Seit Anfang März waren sie um rund ein Viertel eingebrochen. Das Bankhaus Lampe hatte die Klöckner-Titel in seine "Alpha-Liste" für besonders aussichtsreiche Aktien aufgenommen und die Kaufempfehlung sowie das Kursziel von 15 Euro bekräftigt.

DEUTSCHE BÖRSE IM BLICK

Ein Pressebericht über eine neue Strategie der Deutschen Börse beeindruckte die Anleger am Tag der Hauptversammlung nicht sonderlich. Zuletzt wurden die Anteilsscheine des Börsenbetreibers 0,33 Prozent tiefer gehandelt. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf interne Unterlagen berichtete, geht Börsenchef Carsten Kengeter nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange nun in die Offensive. Um die ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen, setze Kengeter auf eine Drei-Säulen-Strategie, hieß es.

Mit einem Verlust von 0,65 Prozent reagierten die Aktien von Stada auf etwas abflauende Übernahmespekulationen. Die chinesische Firma Shanghai Pharmaceuticals hat einem Medienbericht zufolge offiziell Interesse an dem deutschen Arzneimittelhersteller angemeldet, aber ein verbindliches Angebot dementiert. Am Vortag wurde spekuliert, dass Shanghai Pharmaceuticals 70 Euro je Stada-Aktie bieten und damit die 66-Euro-Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven übertrumpfen wolle.

Die Aktien von Osram litten unter einer negativen Analystenstudie und verloren zuletzt 0,75 Prozent. Zuvor hatte das Bankhaus Metzler die Papiere des Lichttechnikkonzerns von "Hold" auf "Sell" abgestuft, das Kursziel aber von 53 auf 57 Euro angehoben. Nach der jüngsten Kursrally sei es Zeit für eine Atempause, schrieb Metzler-Analyst Guido Hoymann. Seit Ende-März hatten die Anteilsscheine der ehemaligen Siemens-Tochter rund ein Viertel ihres Wertes hinzugewonnen./edh/fbr

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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