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Wirtschaft: Studenten berechnen Milliarden-Verluste für HSH Nordbank

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Studenten berechnen Milliarden-Verluste für HSH Nordbank

17.05.2017, 15:29 Uhr | dpa-AFX

HAMBURG/HANNOVER (dpa-AFX) - Seit Gründung der HSH Nordbank im Jahr 2003 sind nach einer wissenschaftlichen Auswertung für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein Verluste von rund 14,5 Milliarden Euro aufgelaufen. Im schlechtesten Fall (Worst Case Szenario) sei für die Zeitspanne bis Ende 2016 ein Gesamtverlust von bis zu 19 Milliarden Euro möglich, berichtete eine studentische Projektgruppe von Prof. Dirk Heithecker, Finanzwissenschaftler an der Hochschule Hannover, am Mittwoch in Hamburg. Sie reiht sich damit in andere Prognosen ein, die einer Spanne von 13,2 bis 17 Milliarden Euro Verlust liegen.

Die neunköpfige Projektgruppe hat sich seit März dieses Jahres mit der Frage beschäftigt: "Wie hoch sind die Verluste der Landeshaushalte aus ihrer Beteiligung und den übrigen Stützungsmaßnahmen zugunsten der HSH Nordbank AG?". Die Studenten werteten unter anderem Bilanzen, Geschäftsberichte und parlamentarische Drucksachen aus. Das sei ein "basisdemokratischer Beitrag", lobte Heithecker seine Studenten. "Es war spannend, ein Praxis-Projekt zu machen, dass aktuell ist", ergänzte der angehende Betriebswirt Maximilian Irmer.

In den Gesamtverlust (Stichtag: 31.12.2016) für die öffentlichen Haushalte - und damit den Steuerzahler - lassen die Studenten folgende Teilverluste einfließen: minus 7,19 Milliarden Euro aus dem Beteiligungsgeschäft der Landesbank, minus 6,25 Milliarden Euro aus dem Garantiegeschäft und rund minus 1,0 Milliarden Euro aus den Finanzierungs- und Verwaltungskosten der Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) sowie aus der Wertentwicklung des von ihr gemanagten, Kreditportfolios - unterm Strich minus 14,46 Milliarden Euro.

Weitere rund 4,5 Milliarden Euro Verlust kämen im schlechteren Szenario hinzu, sollte unter anderem die Bank im Verkaufsprozess lediglich zum Mindestpreis von einem Euro veräußert werden können, weitere Belastungen aus Krediten anfallen (2,3 Mrd) und die Gewährträgerhaftung für Wertpapieremissionen in Anspruch genommen werden (1,3 Mrd). Pensionsverpflichtungen schlügen mit 514 Millionen Euro negativ zu Buche.

Was die 2008 am Abgrund stehende HSH Nordbank, die nur durch staatliche Hilfe gerettet werden konnte, letztlich kosten wird, dürfte erst einige Zeit nach dem von der EU erzwungenen Verkauf 2018 deutlicher werden. Unterschiedliche Verlust-Zahlen sind im Umlauf: So hatte Prof. Peter Nippel von der Kieler Universität für die Jahre 2009 bis 2015 Gesamtkosten von 7,3 beziehungsweise 13,2 Milliarden Euro ermittelt, je nach Szenario. Der Bonner Wirtschaftsprofessor Martin Hellwig veranschlagte Verluste von 17 Milliarden Euro.

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