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Deutsche Bank hat "das Schlimmste hinter sich"

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Nach Milliardenverlusten  

Deutsche Bank hat "das Schlimmste hinter uns"

18.05.2017, 13:53 Uhr | dpa

Deutsche Bank hat "das Schlimmste hinter sich". John Cryan bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank am 18.05.2017 in Frankfurt. (Quelle: Reuters/Boris Roessler)

John Cryan bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank am 18.05.2017 in Frankfurt. (Quelle: Boris Roessler/Reuters)

Zwei Jahre hintereinander hat die Deutsche Bank Milliardenverluste geschrieben. Kunden zogen Gelder ab, der Aktienkurs stürzte so tief ab wie noch nie. Ist die Wende nun endlich geschafft?

Die Deutsche Bank DEUTSCHE BANK AG NA O.N. Aktie sieht sich bei der Aufarbeitung milliardenschwerer Altlasten auf der Zielgeraden und blickt nach verlustreichen Umbaujahren mit Zuversicht nach vorne. "Auch wenn es weitere offene Fälle gibt: Wir gehen davon aus, dass wir das Schlimmste hinter uns haben", sagte Konzernchef John Cryan am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns in Frankfurt.

Sonderüberprüfung zum Libor-Skandal?

In einer ZDF-Reportage über Deutschlands größtes Geldhaus war am Vorabend die Zahl von 8000 noch offenen Rechtsstreitigkeiten genannt worden. 15 davon schätze das Institut als Hochrisiko-Fälle ein, sagte Rechtsvorstand Karl von Rohr. Für mögliche weitere juristische Niederlagen hat die Deutsche Bank nach jüngsten Angaben 3,2 Milliarden Euro zurückgelegt.

Auf Druck einer Aktionärin stimmt die Hauptversammlung erneut darüber ab, ob sich das Management Sonderprüfungen zum Libor-Skandal um Zinsmanipulationen und zu Geldwäschevorwürfen in Russland stellen muss. Vor einem Jahr war die Aktionärin mit ihrem Vorstoß knapp gescheitert.

Cryan, der die Bank seit Juli 2015 führt, wies darauf hin, dass sowohl die Bank selbst als auch etliche Aufsichtsbehörden "enorm viel geprüft" haben: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass weitere Prüfungen derselben Vorgänge wesentliche neue Erkenntnisse bringen."

Vorstände sollen zahlen 

Weil viele der teuren Rechtsstreitigkeiten auf riskante Geschäfte in den Jahren vor der jüngsten Finanzmarktkrise 2007/2008 zurückreichen, will die Bank ehemalige Vorstände zur Kasse bitten. Der Aufsichtsrat setze sich "seit längerer Zeit (...) sehr detailliert und umfassend mit der Frage auseinander, ob den seinerzeit amtierenden Vorstandsmitgliedern eine persönliche oder kollektive Verantwortung für Fehler der Vergangenheit zukommt", sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Paul Achleitner.

"Ich kann Ihnen (...) heute berichten, dass sich der Aufsichtsrat hierzu mit den betroffenen Vorstandsmitgliedern in fortgeschrittenen Gesprächen befindet. Nach Erwartung des Aufsichtsrats wird es in den nächsten Monaten hierzu eine Regelung geben, die einen wesentlichen finanziellen Beitrag der Betroffenen sicherstellt", sagte Achleitner. Der Chefkontrolleur, der den Posten im Juni 2012 übernommen hatte, bewirbt sich bei der Hauptversammlung um eine zweite fünfjährige Amtszeit.

Geschäft läuft besser 

Boni in Millionenhöhe liegen auf Eis. Bereits im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 hatte die Bank darauf hingewiesen, dass noch nicht ausgezahlte variable Vergütungsbestandteile für etliche damals noch amtierende und ehemalige Top-Manager einbehalten werden sollen. Betroffen sind demnach elf inzwischen ausgeschiedene Vorstände, darunter die Ex-Vorstandschefs Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Allein in Jains Fall soll es um 5,3 Millionen Euro gehen. Jain leitete viele Jahre das Investmentbanking des Konzerns und war von Juni 2012 bis Mitte 2015 gemeinsam mit Fitschen Vorstandschef. Die Führungsriege ist inzwischen quasi komplett ausgetauscht.

Niedrige Zinsen problematisch

Geschäftlich läuft es nach Cryans Einschätzung zunehmend besser. Er sehe nach dem Jahresstart "den Aufwärtstrend bestätigt", sagte der Vorstandschef. "Auf zahlreichen Feldern läuft das Geschäft vielversprechend." Als Beispiel führte er Börsengänge in den USA an, wo die Bank im ersten Quartal die Nummer eins gewesen sei.

2017 sei ein "weiteres Jahr des Umbaus, aber unter besseren Vorzeichen", sagte Cryan. "Wir sehen bessere Ertragschancen, auch dank einer leichten konjunkturellen Erholung in Europa und einer robusten US-Wirtschaft." Ein Problem blieben die niedrigen Zinsen.

Mini-Dividende gegen Rechtsstreit

Für die Jahre 2015 und 2016 sollen die Aktionäre eine Mini-Dividende von insgesamt 19 Cent je Aktie erhalten. Eigentlich wollte die Bank wegen der Milliardenverluste ganz auf eine Ausschüttung verzichten, doch Anteilseigner hatten die Entscheidung von der letztjährigen Hauptversammlung rechtlich angegriffen.

Mit der Zahlung der Mindestdividende solle ein jahrelanger Rechtsstreit verhindert werden, sagte Cryan. "Mit dieser Mindestdividende bleiben wir natürlich weit entfernt von unserem Anspruch." Für das Geschäftsjahr 2018 wolle die Deutsche Bank zu einer "wettbewerbsfähigen Ausschüttungsquote" zurückkehren, versprach Cryan.

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