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Fonds statt Sparbuch: Worauf Sie achten sollten

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Fonds statt Sparbuch: Worauf Sie achten sollten

29.05.2017, 20:11 Uhr | Caroline Benzel, t-online.de

Fonds statt Sparbuch: Worauf Sie achten sollten. Ein Geschäftsmann freut sich über einen Stapel mit Münzen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Andrey Popov)

Wer clever in Fonds investiert, kann mehr aus seinem Geld machen, ohne übermäßig große Risiken einzugehen (Quelle: Andrey Popov/Thinkstock by Getty-Images)

Geld risikofrei anzulegen ist in Zeiten von Niedrigzinsen zwar möglich, aber wenig einträglich. Wer den Schritt vom Sparbuch zum Fonds machen will, muss aber einiges beachten.

Die Deutschen galten jahrelang als Sparweltmeister und auch heute legt rund jeder zweite Deutsche Geld zurück. Hoch im Kurs liegen dabei immer noch Sparbücher- und Tagesgeldkonten. Beide Anlagearten sind praktisch risikolos und erfordern weder Finanzwissen noch einen erhöhten Verwaltungsaufwand. Richtig ist aber auch: Noch weniger Zinsen gibt es eigentlich nur noch auf dem Girokonto.

So bietet beispielsweise die Berliner Sparkasse fürs "Sparkassenbuch Gold" eine jährliche Verzinsung von 0,05 Prozent an. Sprich: Wenn Sie 10.000 Euro auf dem Sparkassenbuch parken, bekommen Sie im Jahr fünf Euro an Zinsen. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent keine tollen Aussichten.

Zwar gibt es vereinzelt andere Banken, die Zinsen bis zu 0,2 auf Sparbuch bezahlen, doch schaffen auch diese Angebote nicht einmal den Inflationsausgleich. Beim Tagesgeld sieht es ähnlich düster aus.

Fonds: Kalkuliertes Risiko für Anleger

Fonds sind eine interessante Möglichkeit, mehr aus seinem Geld zu machen, ohne übermäßig große Risiken einzugehen. Aber was sind Fonds eigentlich? Fonds sind Anteilscheine von sogenannten Anlage- oder Investmentfonds. Diese Anlagefonds sammeln Geld bei vielen Anlegern ein, um es dann in eine vorher festgelegte Art von Wertpapieren zu investieren.

Die Anleger entscheiden sich für ein spezielles Anlage-Thema, zum Beispiel erneuerbare Energien oder eine bestimmte Region, müssen aber nicht entscheiden, welche Aktien am erfolgversprechendsten sind.

Informieren Sie sich unabhängig

Dennoch sollten Fonds-Anleger sich vorab gut informieren, welche Fonds für das individuelle Anlageziel am besten geeignet sind. Unabhängige Beratung gibt es bei den Verbraucherzentralen. Der Vorteil: Verbraucherzentralen haben kein Verkaufsinteresse – anders als Bankberater, die auch an Provisionen interessiert sind.

"Fonds-Anleger sollten sich unbedingt mit dem Thema befassen, um selbst fundierte Entscheidungen zu treffen", sagt Gabriele Schmitz, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. "Wir empfehlen oft eine Investition in einen Indexfonds. Diese bilden Aktien- oder Rentenindizes nach. Da sie nicht aktiv von einem Fonds-Manager verwaltet werden, fallen auch keine Verwaltungsgebühren an."

Welche Fonds gibt es?

Verbraucher, die sich mit Fonds beschäftigen, sollten zunächst den Prospekt der in Frage kommenden Fonds studieren. In diesem Key Investor Information Document steht genau drin, in welche Wertpapiere und Regionen investiert wird und nach welchen Kriterien diese ausgewählt werden.

Dort finden Sie auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zu Anlagezielen, Risiko, Kosten und der Wertentwicklung in der Vergangenheit. Wobei klar sein sollte, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit keine Garantie für eine positive Entwicklung in der Zukunft ist.

Je nach Art der Wertpapiere und der Investitionsobjekte lassen sich die Fonds verschiedenen Typen zuordnen.

Ein Überblick über die gängigsten Fonds-Typen

  • Aktienfonds investieren nur oder fast ausschließlich in Aktien. Dabei darf eine einzelne Aktie nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens darstellen.
  • Rentenfonds haben mit Altersbezügen nichts zu tun. Sie legen hauptsächlich in Unternehmens- und Staatsanleihen an, aber auch Pfandbriefe und Genussscheine kommen im Portfolio vor. Anleihen heißen in der Fachsprache Renten, daher der Name Rentenfonds. Das Risiko ist bei Rentenfonds relativ gering, Gewinne werden vor allem aus Zinsausschüttungen erzielt.
  • Mischfonds bestehen in der Regel aus Aktien und Anleihen, teilweise kommen noch Rohstoffe und Immobilien hinzu. Der Vorteil: Das Risiko wird breiter gestreut. Generell gilt: Je höher der Aktienanteil des Fonds, desto größer das Risiko. Je größer der Rentenanteil, umso stabiler ist auch der Fonds. Das Mischungsverhältnis ist je nach Fonds ganz genau oder annähernd vorgegeben.
  • Hedgefonds sollen Investoren in jeder Börsenlage Gewinne bescheren. Hedge (Englisch: to hedge, "mit einer Hecke umzäunen") bedeutet so viel wie schützen oder absichern. Hedgefonds haben deshalb das abwechslungsreichste Portfolio. Neben Aktien, Anleihen und Rohstoffen finden sich darin Devisen, Bankkredite, Unternehmensbeteiligungen, Lebensmittel und vieles mehr. Allerdings sind die Gebühren bei diesen Fonds recht hoch und die Herausgeber bekommen eine Gewinnbeteiligung.
  • Indexfonds werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden einen Aktien- oder Renten-Index nach, wie beispielsweise den deutschen DAX oder den amerikanischen Dow Jones Index. Das bedeutet, dass die Fonds in die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere investieren. Der Vorteil im Vergleich zu den aktiv gemanagten Fonds: Es fallen keine Verwaltungsentgelte an. Im Portfolio eines Indexfonds, der dem DAX folgt, befinden sich also Aktien der 30 Unternehmen, die im DAX gelistet sind. Wenn ein Unternehmen aus dem Dax ausscheidet oder hinzukommt, ändert sich auch das Portfolio eines Dax-Fonds entsprechend.
  • Immobilienfonds ermöglichen dem Anleger, sich an wertvollen Gebäuden zu beteiligen. Offene Immobilienfonds legen vor allem in Hotels, Einkaufszentren und Bürogebäuden an. Anders sieht es bei geschlossenen Immobilienfonds aus. Anleger sind hier nur an wenigen oder auch nur an einer einzigen Immobilie beteiligt. Das erhöht das Risiko für die Anleger. Seit Juli 2016 müssen Anleger einen Immobilienfonds mindestens zwei Jahre lang halten. Danach müssen sie ein Jahr warten, bis ihr Geld nach einem Verkauf ausgezahlt wird.

Breite Streuung verringert das Risiko großer Verluste

Generell gilt: Je breiter ein Fonds gestreut ist, umso geringer ist das Risiko großer Verluste. Sprich: Ein Fonds, der in Finanzdienstleistungen, Nahrungsmittelindustrie und chemische Industrie investiert, ist geringeren Schwankungen ausgesetzt, als ein Fonds, der sich nur mit Finanzdienstleistungen befasst. Dasselbe gilt für länderübergreifende Fonds: Ein internationaler Fonds ist kursbeständiger als ein Fonds, der nur Aktien eines einzigen Landes im Portfolio hat.

Wieviel Risiken Anleger eingehen wollen und können, hängt von der Lebenssituation des Anlegers ab.„Junge Leute, die noch viel Zeit bis zur Rente haben, können bei der Anlage höhere Risiken eingehen als ältere Anleger. Denn sie können mögliche Kursschwankungen länger aussitzen“, so Schmitz.

Steuerliche Behandlung von Fonds

Grundsätzlich sollten Fondsanleger sich eher auf eine mittel- oder langfristige Anlagedauer einstellen. Fonds sind, ebenso wie Aktien, Kursschwankungen unterworfen. Das bedeutet, dass der Wert der eigenen Anlage im Laufe der Zeit schwanken kann. Wer zum falschen Zeitpunkt verkauft, verliert Geld, wer zum richtigen Zeitpunkt verkauft, macht Gewinn.

Achtung: Dieser Gewinn muss versteuert werden. Anleger müssen auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungssteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bezahlen. Kleines Trostpflaster: Verluste aus Kapitalanlagen können auch in der Steuererklärung angegeben werden und wirken steuermindernd.

Was kosten Fonds?

Wer sich für den Fonds-Kauf entscheidet, zahlt zunächst den Kurswert der Fondsanteile am jeweiligen Kauftag. Hinzu kommen Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren, sowie Vertriebsprovisionen. Die Ausgabeaufschläge fallen einmalig beim Kauf der Fonds an, die Verwaltungsgebühren müssen jährlich bezahlt werden. Je nach Höhe, können die Gebühren mögliche Gewinne empfindlich schmälern.

Wer geschickt verhandelt, kann die Höhe der Ausgabeaufschläge reduzieren und zumindest einen Teil der Vertriebsfolgeprovisionen erstattet bekommen. Bei den so genannten Indexfons fallen normalerweise weder Ausgabeaufschläge noch Vertriebsfolgekosten an und die Verwaltungsgebühren sind wesentlich geringer.

„Wir empfehlen Anlegern, ihr Portfolio über eine Direktbank zu verwalten. Die verlangen in der Regel geringere Gebühren als Filialbanken. Wer sich für einen Indexfonds entscheidet, spart zusätzlich Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren“, rät Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg.

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