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Aktien Frankfurt Schluss: Dax startet freundlich in den Juni

01.06.2017, 18:19 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der erhoffte Dax-Ausbruch über die Marke von 12 700 Punkten hat am Donnerstag weiter auf sich warten lassen. Zwar schloss der deutsche Leitindex 0,40 Prozent höher bei 12 664,92 Punkten und startete damit freundlich in den Börsenmonat Juni. Er steckt aber weiter in der Handelsspanne von rund 200 Punkten seit seinem Rekordhoch Mitte Mai und dem anschließenden Kursrückschlag fest. Für den vergangenen Monat hatte der Dax daher lediglich ein Plus von knapp anderthalb Prozent ins Ziel gerettet.

Aus technischer Sicht befinde sich der Dax noch weiterhin in einem "neutralen Bereich", schrieb Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. "Bis entweder der Widerstand bei 12 700 oder die Unterstützung bei 12 500 Punkten klar durchbrochen werden, bleibt Konsolidierung angesagt." Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt, die als Indikatoren für den am Freitag anstehenden, offiziellen monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung gelten, hatten ebenso kaum Einfluss auf den Dax wie andere Konjunkturdaten.

MDAX-REKORDJAGD GEHT WEITER

Besser als der deutsche Leitindex schlug sich am Donnerstag der MDax : Der Index der mittelgroßen Unternehmen setzte mit einem Anstieg bis auf 25 476 Punkte seine Rekordjagd fort und notierte am Ende 1,34 Prozent höher bei 25 464,06 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte erstmals seit dem Jahr 2001 über die Marke von 2300 Punkten und schloss 1,04 Prozent im Plus bei 2313,17 Punkten.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,35 Prozent auf 3567,02 Zähler hoch. In Paris und London legten die nationalen Indizes ebenfalls zu. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss moderat im Plus.

AUTOTITEL ERHOLEN SICH - LINDE BERÄT ÜBER FUSION MIT PRAXAIR

Zu den Favoriten der Anleger gehörten die zuletzt schwächelnden Titel aus der Autobranche: An der Dax-Spitze ging es für BMW um 1,96 Prozent hoch. Dahinter gewannen die Vorzugsaktien von Volkswagen nach weiter gestiegenen monatlichen US-Absatzzahlen 1,50 Prozent, und für Daimler ging es immerhin um 0,71 Prozent hoch.

Anteilscheine des Gasekonzerns Linde stiegen um 1,82 Prozent. Hier hoffen die Aktionäre auf Neuigkeiten zur umstrittenen Fusion mit Praxair. Der Aufsichtsrat berät diese aktuell bei einem Treffen in München.

THYSSENKRUPP NACH BERICHT UNTER DRUCK - COVESTRO-CFO GEHT

Dagegen büßten die Titel des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp nach einem Bericht der "Rheinischen Post" 1,44 Prozent ein. Kurz vor der möglichen Stahlfusion mit dem britisch-indischen Konkurrenten Tata sei die Lage des deutschen Konzerns in weiten Teilen schwieriger als bisher bekannt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen. Drei der fünf Konzernsparten hätten Probleme, mit der Konkurrenz mitzuhalten.

Im MDax litten Papiere der Bayer-Tochter Covestro etwas darunter, dass Finanzvorstand (CFO) Frank Lutz aus persönlichen Gründen überraschend seinen Abschied ankündigte: Sie dämmten ihr zuvor höheres Kursplus auf 0,63 Prozent ein. Zwischenzeitlich waren sie sogar deutlich ins Minus gerutscht.

S&T PROFITIEREN VON ZUKAUF - SMA SOLAR SPRINGEN HOCH

Aktien von S&T gewannen im TecDax 5,22 Prozent. Das österreichische Technologie-Unternehmen übernahm die Mehrheit am Linux-Experten Linforge. Der Ausbau des Portfolios im Bereich Open-Source-Lösungen kam bei den Anlegern damit gut an.

Die Aktien des Solartechnikherstellers SMA Solar sprangen an der Indexspitze sogar um 8,42 Prozent hoch. Ein Grund dafür könnte das zuletzt bekannt gewordene Interesse aus Indien am insolventen Konkurrenten Solarworld sein - dessen in keinem wichtigen Index mehr gelisteten Aktien schossen um knapp die Hälfte nach oben auf 1,280 Euro.

HHLA PROFITIEREN VON HSBC-KAUFEMPFEHLUNG

Im Kleinwerte-Index SDax stachen die Aktien des Hamburger Hafenbetreibers HHLA mit plus 4,44 Prozent heraus. Ihnen gab eine Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC kräftig Auftrieb.

Bei Wüstenrot & Württembergische stand nach einem Anstieg bis auf 19,70 Euro zum Schluss noch ein Plus von 0,46 Prozent auf 19,45 Euro zu Buche. Der Finanzkonzern erwägt einen Verkauf seiner Bank.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,96 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,03 Prozent auf 162,20 Punkte. Ein Euro kostete 1,1210 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1219 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8913 Euro gekostet./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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