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Aktien Europa Schluss: Politische Unsicherheiten sorgen für Verluste

06.06.2017, 18:40 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger in Europa haben am Dienstag das Risiko gescheut. Neben dem zu Wochenbeginn ausgebrochenen diplomatischen Konflikt zwischen Katar und anderen arabischen Staaten drückten die am Donnerstag anstehenden, wichtigen politischen und geldpolitischen Entscheidungen auf die Aktienkurse: Dann erwarten die Investoren die öffentliche Anhörung des entlassenen FBI-Chefs James Comey vor dem Geheimdienst-Ausschuss des US-Senats, die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und den Ausgang der Parlamentswahlen in Großbritannien.

Der EuroStoxx 50 weitete seine Anfangsverluste aus und schloss 0,71 Prozent tiefer bei 3554,18 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex der Eurozone an seinen schwachen Wochenauftakt an. Der französische CAC-40-Index büßte 0,73 Prozent auf 5269,22 Punkte ein. Der noch am Freitag rekordhohe britische FTSE 100 trat mit einem Minus von 0,01 Prozent bei 7524,95 Zählern auf der Stelle.

In Athen verlor der ASE deutlichere 1,15 Prozent. Im Streit zwischen Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Schuldenerleichterungen für das seit Jahren von der Staatspleite bedrohte Griechenland stehen die Zeichen auf Verlängerung. Zumindest hat IWF-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit dem "Handelsblatt" die Tür für eine Lösung zur Auszahlung weiterer Hilfsgelder des europäischen Rettungsfonds in diesem Monat geöffnet, bei der Deutschland und der IWF ihr Gesicht wahren könnten.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Die von Sunniten regierten Staaten werfen dem Golf-Emirat die Unterstützung von Terrororganisationen sowie eine zu große Nähe zum schiitischen Iran vor. Katar ist für mehr 30 Prozent der weltweiten Exporte von Flüssigerdgas verantwortlich, spielt aber bei der Ölproduktion kaum eine Rolle. Die Ölpreise zeigten sich entsprechend wenig beeindruckt von dem Konflikt: Sie verharrten unter 50 US-Dollar je Barrel.

Am Donnerstag dürften Beobachter gespannt sein, ob Ex-FBI-Chef Comey die in Medien diskutierte Darstellung wiederholt, US-Präsident Donald Trump habe versucht, ihn bei den Ermittlungen über Verbindungen seines Wahlkampfteams zu Russland unter Druck zu setzen. Dazu kommen die Wahlen in Großbritannien. Schon vor dem jüngsten Terroranschlag in London war der Vorsprung der konservativen Regierungschefin Theresa May in den Umfragen zusammengeschrumpft. Von der EZB erwarten Analysten Signale in Richtung einer perspektivisch weniger lockeren Geldpolitik.

Im europäischen Branchenvergleich hatten am Dienstag die als krisenfest geltenden Versorgeraktien die Nase vorn: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 0,60 Prozent. Die Titel des italienischen Branchenvertreters Eni profitierten zudem von einer neuen Kaufempfehlung der französischen Großbank Societe Generale und stiegen um 0,79 Prozent.

Schlusslicht in der Übersicht war dagegen der Index der Chemieunternehmen, der um 1,38 Prozent abrutschte. Der Index der Pharmaunternehmen büßte 1,36 Prozent - hier belastete auch ein Kursrutsch von 5,47 Prozent bei Roche. Die Schweizer hatten beim US-Onkologiekongress Asco vom Wochenende mit Daten über eine Kombinationstherapie der Roche-Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin die Investoren nicht überzeugt.

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