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Wirtschaft: Anleger hoffen nach Atom-Urteil auf Geldregen für RWE und EON

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Wirtschaft  

Anleger hoffen nach Atom-Urteil auf Geldregen für RWE und EON

07.06.2017, 10:59 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aussicht auf eine milliardenschwere Erstattung der Brennelementesteuer hat die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE am Mittwoch beflügelt. Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die von 2011 bis 2016 kassierte Steuer unvereinbar mit dem Grundgesetz ist und das entsprechende Gesetz nichtig ist.

RWE-Papiere schnellten daraufhin bis auf 19,84 Euro nach oben. Mehr hatten sie zuletzt Mitte 2015 gekostet. Zuletzt gewannen sie am Vormittag noch 4,40 Prozent auf 19,34 Euro. Die Anteilsscheine von Eon stiegen um 4,24 Prozent auf 8,39 Euro. In der Spitze waren sie bis auf 8,50 Euro geklettert. Das war ein Hoch seit August 2016.

EXPERTE HÄLT SCHULDENABBAU FÜR MÖGLICH

Nach der Entscheidung der Karlsruher Richter können die Atomkonzerne nun auf Rückerstattungen in Milliardenhöhe hoffen. Zu zahlen waren 145 Euro je Gramm auf alle Brennelemente, die erstmals im Reaktor zum Einsatz kamen. Für Eon summierte sich das nach Auskunft eines Sprechers über die Jahre auf rund 2,8 Milliarden Euro. RWE hofft darauf, 1,7 Milliarden Euro zurück zu bekommen. Analyst Alberto Gandolfi von der Investmentbank Goldman Sachs sieht in der Folge möglicher Ausgleichszahlungen an die Versorger die Möglichkeit eines Schuldenabbaus.

Dem Experten John Musk von der kanadischen Investmentbank RBC Capital zufolge hängen Kompensationszahlen von den Zinsen ab, die die Konzerne auf die bereits geleistete Steuer geltend machen könnten. Allerdings müssten sie bei möglichen Zuflüssen selbst noch Unternehmenssteuern zahlen. Seinen Berechnungen zufolge könnte RWE am Ende unter dem Strich 1,7 Milliarden Euro erhalten. Bei Eon schätzt er die Summe auf rund 2,5 Milliarden Euro. Eon selbst erwartet eine Rückzahlung in Höhe von 2,85 Milliarden Euro zuzüglich rund 450 Millionen Euro Zinsen. Zur Höhe der Steuerbelastung lagen dabei aber keine Informationen vor.

Die von Musk genannten Summen entsprechen rund 15 Prozent des Börsenwertes von RWE sowie etwa 14 Prozent der Marktkapitalisierung von Eon - jeweils vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

RASANTE KURSERHOLUNG GEHT WEITER

Mit dem Kurssprung vom Mittwoch bauten die RWE-Papiere mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ihre Spitzenposition im Dax aus. Ihr Plus summiert sich nun auf rund 65 Prozent. Eon zählen mit einem Wertzuwachs von etwa einem Viertel ebenfalls zu den Favoriten.

Allerdings hatten die Aktien in den vergangenen Jahren teils massiv unter den Folgen der Energiewende und des Atomausstiegs Deutschlands gelitten. Zum Vergleich: Vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima, die ein Umdenken auch in der deutschen Politik einleitete, hatten die RWE-Aktien fast 50 Euro gekostet. Für Eon-Papiere mussten damals fast 24 Euro gezahlt werden.

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