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Wirtschaft: Berlin ruft in Katar-Krise zu Dialog auf - Keine Entspannung in Sicht

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Wirtschaft  

Berlin ruft in Katar-Krise zu Dialog auf - Keine Entspannung in Sicht

07.06.2017, 16:23 Uhr | dpa-AFX

BERLIN/DOHA (dpa-AFX) - Trotz Vermittlungsbemühungen zeichnet sich in der schweren Krise zwischen Katar und mehreren arabischen Staaten keine Entspannung ab. Die Bundesregierung rief am Mittwoch zum Dialog und Abbau der diplomatischen Spannungen auf. "Wir sind überzeugt, dass ein Zwist unter Partnern und Nachbarn am Ende nur die Falschen stärkt", sagte Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen seinem saudischen Kollegen Adel Al-Dschubair in Berlin.

Regierungssprecher Steffen Seibert zeigte sich besorgt und erklärte, die weitergehende Isolation eines einzelnen Landes sei nicht zielführend. Die USA hatten zuvor ihren Druck auf Katar erhöht. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bezeichnete die aktuelle Situation in den Golfstaaten in Brüssel als "sehr destabilisierend".

Al-Dschubair blieb bei seiner Kritik und sieht das Golf-Emirat am Zug. Katar müsse nun die passenden Schritte unternehmen, sagte er. "Ich hoffe, dass Katar den Forderungen der Golfstaaten nachkommt." Saudi-Arabien habe die Maßnahmen nur mit großem Schmerz, aber im Interesse Katars und der Stabilität der Region getroffen. "Wir sehen Katar als Bruderstaat, als Partner. Aber auch einem Bruder muss man etwas sagen, wenn etwas richtig oder falsch ist."

Saudi-Arabien und mehrere arabische Staaten hatten am Montag alle diplomatischen Kontakte mit dem kleine Emirat abgebrochen und auch die Flugverbindungen gestoppt. Die Nachbarländer schlossen ihre Grenzen. Damit ist der Gastgeber der Fußball-WM 2022 isoliert. Es ist die schwerste diplomatische Krise am Golf seit Jahren. Unter anderem versucht Kuwait, in der Krise zu vermitteln.

Die arabischen Länder werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen und gute Kontakte zum schiitischen Iran vor. Dieser ist ein Erzrivale des sunnitischen Saudi-Arabiens.

Gabriel forderte, in der Region mit ohnehin großer Anspannung müsse die Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhalten bleiben. Auch über Saudi-Arabien habe es Informationen gegeben, dass von dort aus "privaten Kreisen" und Stiftungen die Terroristen unterstützt worden seien. Zudem dürfe es keine "reine Konfrontationspolitik" gegen den Iran geben.

Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wies alle Vorwürfe zurück. In einem BBC-Interview sagte er, es gebe keinen Beweis, dass Katars Regierung radikale Islamisten unterstütze. Gleichzeitig zeigte er sich bereit für eine Vermittlung, um die Krise zu lösen. "Wir sind gewillt, uns zusammenzusetzen und zu sprechen", sagte er dem US-Sender CNN. "Wir sind nicht eine Supermacht, wir glauben nicht daran, Dinge durch eine Konfrontation zu lösen."

Al-Dschubair forderte Katar bei einem Besuch in Paris auf, seine Hilfe für Islamisten wie die palästinensische Hamas und die ägyptischen Muslimbrüder einzustellen. Katar müsse sich an sein Versprechen halten, keine extremistischen Gruppen mehr zu fördern und sich nicht mehr in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas reagierte am Mittwoch schockiert über die saudische Forderung. Man bedaure Al-Dschubairs Äußerungen zutiefst und weise sie zurück, teilte die Hamas mit.

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Dienstag auf die Seite Saudi-Arabiens geschlagen. Gleichzeitig forderten die USA Katar auf, seinen Kampf gegen den Terror zu verstärken. "Es hat Fortschritte gegeben, aber es muss noch mehr getan werden", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington. Weiter erklärte sie, US-Außenminister Rex Tillerson sei bereit zu vermitteln.

Russland wies eine Verwicklung in mögliche Hackerangriffe in Katar zurück. "Wir haben mehr als einmal erklärt, dass staatliche russische Strukturen keinen Bezug zu Hacking haben", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Der US-Sender CNN hatte zuvor unter Berufung auf US-Ermittler berichtet, russische Hacker hätten möglicherweise Katars Nachrichtenagentur gehackt und mit einer Falschmeldung zur Krise unter den Golfstaaten beigetragen.

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