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Wirtschaft  

EZB: Im Schneckentempo in Richtung Straffung

08.06.2017, 06:32 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte an diesem Donnerstag (8. Juni) allenfalls kleine Schritte in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik unternehmen. Das erwarten viele Bankvolkswirte, wenn sich der geldpolitische Ausschuss der EZB zu einer auswärtigen Sitzung in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, trifft. Allerdings rechnen viele Fachleute auch damit, dass EZB-Präsident Mario Draghi alles versuchen wird, um Erwartungen an eine baldige und rasche Straffung zu dämpfen. Konkrete geldpolitische Maßnahmen werden nicht erwartet.

Am spannendsten wird am Donnerstag die Frage sein, welche Signale die EZB für die Zukunft gibt. Diese sendet sie aus durch ihre sogenannte "Forward Guidance", was frei übersetzt "Zinsversprechen" oder "geldpolitische Leitlinien" genannt werden könnte. Bisher heißt es sinngemäß, dass weitere Zinssenkungen oder eine Ausweitung der milliardenschweren Wertpapierkäufe nicht auszuschließen sind. Zinsanhebungen sind demnach bis weit nach Beendigung der Anleihekäufe nicht zu erwarten. Außerdem sieht die EZB immer noch mehr Wachstumsrisiken als -chancen.

Diese Einschätzungen dürften mittlerweile zumindest teilweise überholt sein. Dies gilt mindestens für den Wachstumsausblick, den die Notenbank vermutlich anheben wird. Eine große Mehrheit von Bankanalysten erwartet, dass nicht mehr von "nach unten gerichteten", sondern ausgewogenen Wachstumsrisiken gesprochen wird. Damit würde die EZB dem soliden Konjunkturaufschwung und der sich bessernden Arbeitsmarktlage im Euroraum Rechnung tragen, heißt es in einem Ausblick der US-Bank JP Morgan. Entsprechend dürfte sie auch ihre Wachstumsprojektionen anheben.

Ob die EZB darüber hinausgehende Änderungen an ihrer Guidance vornehmen wird, gilt unter Fachleuten als fraglich. Denkbar wäre, dass sie nicht mehr die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen andeutet oder sogar die Option zusätzlicher Anleihekäufe ausschließt. Als unstrittig gilt dagegen, dass die EZB sich alle Möglichkeiten für den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik offen halten wird. Einen genauen Zeitplan etwa erwartet niemand. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Notenbank im Herbst, vermutlich im September, eine schrittweise Verringerung ihrer monatlichen Anleihekäufe von derzeit 60 Milliarden Euro ankündigen und Anfang 2018 damit beginnen wird.

Zinsanhebungen, also eine geldpolitische Straffung im eigentlichen Sinn, erwarten vor Ende 2018 nur wenige Bankökonomen. Begründet wird diese geldpolitische Zurückhaltung vor allem mit der anhaltende schwachen Inflation, insbesondere ohne Energie und Lebensmittel. Diese sogenannte Kerninflation, die den Inflationstrend nach Meinung von Ökonomen besser als die Gesamtrate wiedergibt, hat sich in den vergangenen drei Jahren kaum verändert und liegt mit derzeit 0,9 Prozent ungewöhnlich tief.

Darüber hinaus berichtete am Mittwoch die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf unterrichtete EZB-Kreise, dass die Notenbank ihre Inflationsprognosen bis 2019 an diesem Donnerstag wohl senken werde. Dies wäre ein recht starkes Signal für ein sehr gemäßigtes Straffungstempo. Denn letztlich interpretiert die EZB die niedrigen Inflationsraten als Wachstumsrisiko. "Wir glauben deshalb, dass die EZB nicht vor Anfang 2019 mit Zinsanhebungen beginnen wird", heißt es in einem Kommentar des Analysehauses Capital Economics.

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