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Wirtschaft: Deutschland setzt sich im G20-Rahmen für Afrika ein

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Wirtschaft  

Deutschland setzt sich im G20-Rahmen für Afrika ein

11.06.2017, 16:29 Uhr | dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung nutzt die deutsche Präsidentschaft in der Partnerschaft der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), um Wirtschaftsinitiativen für Afrika anzustoßen. Ziel sei es, angesichts eines starken Bevölkerungswachstums Perspektiven vor allem für junge Menschen auf dem Nachbarkontinent zu schaffen und den Migrationsdruck zu mindern, hieß es. Private Investoren sollen für Afrika begeistert werden.

In Berlin eröffnet Kanzlerin Angela Merkel an diesem Montagnachmittag eine zweitägige G20-Afrika-Partnerschaftskonferenz, am Abend begrüßt sie afrikanische Staatspräsidenten im Kanzleramt.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) setzt sich für eine "völlig neue Dimension der wirtschaftlichen Zusammenarbeit" mit Afrika und verstärkte Investitionen der deutschen Wirtschaft ein. Die Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent werde sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln, etwa 20 Millionen junge Menschen kämen jedes Jahr neu auf den Arbeitsmarkt, sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Mit einer Ausbildung und einem Job haben die Menschen Perspektiven und eine Zukunft", so Müller.

Kritiker sehen in der Afrika-Initiative eine Art moderne Kolonialisierung. Sie werfen Deutschland und seinen G20-Partnern vor, sich vor allem gegen Einwanderung aus Afrika abschotten zu wollen, und mit Entwicklungshilfegeldern das Schließen von Fluchtrouten zu betreiben. Am Samstag beteiligten sich nach Veranstalterangaben bis zu 1000 Menschen an einem Protestmarsch unter dem Motto "Für globale Bewegungsfreiheit und selbstbestimmte Entwicklung" in Berlin. Für Montag sind in der Hauptstadt weitere Proteste geplant.

Entwicklungsminister Müller warb angesichts der aktuellen Hungerkrise in Afrika erneut für einen "immer gefüllten Krisenfonds bei den Vereinten Nationen". Dieser müsse mit insgesamt zehn Milliarden Euro ausgestattet werden - "das reicht, um schnell und wirksam in solchen Krisensituationen zu handeln". Infolge von Konflikten und Dürren bedroht der Hunger derzeit über 20 Millionen Menschen in Nigeria, Kenia, Äthiopien, Somalia, im Südsudan und im Jemen. Für Teile des Bürgerkriegslandes Südsudan wurde eine Hungersnot ausgerufen - dort sind nach UN-Angaben 100 000 Menschen unmittelbar vom Hungertod bedroht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am Freitag zu dringenden Hilfen für Millionen hungernde Menschen in Afrika aufgerufen.

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