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IWF: Italiens Wirtschaft dürfte zu anderen Eurozonen-Ländern weiter zurückfallen

12.06.2017, 17:07 Uhr | dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt skeptisch auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Italien. Das Land werde im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone immer weiter zurückfallen, falls sich die Wachstumsaussichten nicht deutlich verbessern, schreibt der IWF in einem am Montag veröffentlichten Länderbericht zu Italien. Die wirtschaftliche Entwicklung der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone sei zudem vielen Risiken ausgesetzt.

In den vergangenen drei Jahren hat demnach zwar ein zögerliches Wirtschaftswachstum eingesetzt. Das Beschäftigungs- und Produktionsniveau sei aber weiterhin schwach, schreibt der IWF. Bei einem moderaten Wachstumsausblick dürfte die italienische Wirtschaft erst in mehreren Jahren ihr Vorkrisenniveau erreichen. Damit dürfte der Abstand zu den anderen Ländern der Eurozone weiter steigen.

Italien müsse dringend Reformen umsetzten um sein Wirtschaftswachstum zu stützen, forderte der IWF. Die Lohnfindung müsse reformiert, die Probleme der Banken mit faulen Krediten gelöst und die Haushaltsdisziplin beibehalten werden. Italien habe in den vergangenen Jahren von günstigen Umständen profitiert. Der IWF verwies auf die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die niedrigen Ölpreise.

Dieses günstige Umfeld werde nicht dauerhaft bestehen, warnte der Fonds. Das milliardenschwere Anleihekaufprogramm der EZB wird nach Einschätzung von Ökonomen im kommenden Jahr auslaufen. Dieses Programm hat auch den italienischen Schuldendienst erleichtert. Risiken sieht der IWF auch im politischen Bereich. Im kommenden Jahr finden in Italien Wahlen statt. Zudem sieht der IWF Risiken durch die Politik der USA und die Folgen des Brexits.

Der IWF hat seine Prognose für das italienische Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr von 0,8 Prozent auf 1,3 Prozent angehoben. Das Land profitiere von der gesamteuropäischen Entwicklung. In den Jahren 2018 bis 2020 erwartet der Fonds aber nur ein vergleichsweise schwaches Wachstum von im Schnitt einem Prozent pro Jahr.

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