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Wirtschaft - Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen bei Tech-Werten belasten

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Wirtschaft  

Aktien Frankfurt Schluss: Gewinnmitnahmen bei Tech-Werten belasten

12.06.2017, 18:07 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kräftige Verluste im Technologiesektor der USA am vergangenen Freitag haben sich zum Wochenstart am deutschen Aktienmarkt fortgesetzt. Angeführt von den zwei größten Dax-Verlierern Infineon und SAP büßte der Dax am Montag 0,98 Prozent auf 12 690,44 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sank sogar um 2,69 Prozent auf 2246,84 Zähler. Der MDax für mittelgroße Unternehmen gab um 1,03 Prozent auf 25 147,92 Punkte nach.

Zwar handele es sich momentan "um ein reines Technologie-Aktien-Phänomen", doch könnte sich das zügig auf andere Branchen ausweiten, kommentierte Marktbeobachter Jens Klatt. Werde zudem noch das dünne Handelsvolumen am deutschen Aktienmarkt berücksichtigt, dass der Dax sich nahe an seinem Allzeithoch bewege und sich die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag nur sehr verhalten über weitere geldpolitische Stimuli geäußert habe, könnte es für den deutschen Leitindex "zügig sehr unbequem" werden.

LONDON NUR ETWAS TIEFER

Europaweit litten die Börsen in erster Linie unter ihren besonders schwachen Tech-Werten. In den USA gingen deren Kurse am Montag zudem noch weiter abwärts. Der EuroStoxx als Leitindex der Euroregion büßte 1,17 Prozent auf 3543,95 Punkte ein und auch in Paris schloss die Börse schwach. In London fielen die Verluste hingegen moderater aus.

Unter den insgesamt 19 Branchenindizes Europas stach der Index der Technologie-Aktien am kräftigsten hervor mit minus 3,61 Prozent. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,2 Prozent, wobei die Apple-Aktien die größten Verluste verbuchten. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen gaben deutlicher nach. Sie sanken zum europäischen Handelsschluss um 0,6 Prozent.

GOLDMAN-STUDIE AUSLÖSER FÜR TECH-TALFAHRT

Die Talfahrt der US-Werte habe mit einer Warnung der US-Bank Goldman Sachs begonnen, sagte ein Händler. Die geringen Kursschwankungen einiger Werte hätten die Anleger blind gemacht für geschäftszyklische und wettbewerbsrechtliche Risiken, hatte Goldman moniert. Darüber hinaus hatte ein Medienbericht Zweifel am Erfolg des Mitte September am Markt erwarteten iPhone 8 von Apple genährt.

Unter den Einzelwerten sackten neben denen des Software-Herstellers SAP mit minus 3,58 Prozent vor allem Papiere aus der Halbleiterbranche ab. So lagen die Titel von Infineon mit einem Minus von 4,83 Prozent am Dax-Ende. Im TecDax hielten die Anteilscheine des des auf die Halbleiterbranche ausgerichteten Maschinenbauers Aixtron die rote Laterne mit minus 7,76 Prozent. Die Aktien des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor büßten 6,74 Prozent ein und die des Wafer-Herstellers Siltronic gaben um 4,68 Prozent nach.

K+S AN MDAX-SPITZE

Die Aktien von K+S hingegen legten nach etwas mehr als 3 Prozent Plus am Freitag nun um weitere 4,03 Prozent zu und waren damit Spitzenwert im MDax. Berichte über für diesen Dienstag erwarteten Kooperationsgespräche zwischen dem russischen Konkurrenten Uralkali und der weißrussischen Belaruskali gaben Auftrieb. Angeblich steht eine Wiederaufnahme der 2013 beendeten Vertriebsgesellschaft zwischen den beiden Düngerproduzenten im Raum, was die Kali-Preise treiben könnte. Zudem gab K+S den vorzeitigen Produktionsanlauf seiner Kali-Mine in Kanada bekannt. Eigentlich sollte die Produktion dort erst Ende des Monats starten.

Im SDax zogen die Papiere der Dachgesellschaft des Baumarktbetreibers Hornbach nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 2,84 Prozent an. Dagegen litten die Aktie des Online-Wettenanbieters Bet-at-home nach ihrer jüngsten Rally mit minus 11,60 Prozent besonders deutlich unter Gewinnmitnahmen.

EUROKURS STEIGT

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,15 Punkte. Der Bund Future gewann 0,08 Prozent auf 165,10 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1221 (Freitag: 1,1176) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8948) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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