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Aktien Europa Schluss: Weitere Verluste - Zinsentscheidungen im Blick

15.06.2017, 18:34 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - In einem am Donnerstag weltweit trüben Börsenklima haben die europäischen Aktienmärkte weiter nachgegeben. Die Geldpolitik blieb im Fokus: Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Vortag waren nun die Zentralbanken Großbritanniens und der Schweiz mit ihren Leitzinsentscheidungen an der Reihe.

Zum Handelsende verlor der EuroStoxx 50 0,61 Prozent auf 3525,46 Punkte. Bereits am Mittwoch vor der Fed-Entscheidung hatte der Leitindex der Eurozone moderat im Minus geschlossen. Die anderen europäischen Indizes knüpften ebenfalls an ihre schwache Vortagsentwicklung an: Der CAC-40-Index in Paris sank um 0,50 Prozent auf 5216,88 Punkte. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,74 Prozent auf 7419,36 Zähler bergab.

Die Uneinigkeit in der Bank of England (BoE) über die künftige Geldpolitik nahm zu. Die britische Notenbank ließ zwar ihren Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent, doch sprachen sich nun immerhin drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses angesichts des wachsenden Inflationsdrucks für eine Zinserhöhung aus. Fünf Mitglieder votierten dafür, den Leitzins nicht anzutasten.

Am Vorabend hatte die Fed trotz zuletzt enttäuschender Wirtschaftsdaten den Leitzins erwartungsgemäß leicht angehoben und für die kommenden Jahre weitere graduelle Zinserhöhungen angekündigt. An diesem Freitag steht noch die japanische Notenbank mit ihrem Zinsentscheid im Fokus.

Der schweizerische Aktienmarkt dämmte am Donnerstag seine zwischenzeitlich etwas größeren Verluste bis Handelsschluss ein. Vor allem Kursgewinne der Schwergewichte Nestle und Roche brachten den Leitindex SMI im späten Handel wieder knapp über die Nulllinie ins Plus. Er ging bei einem Stand von 8853,01 Punkten 0,04 Prozent höher aus dem Handel. Die Schweizerische Notenbank bleibt derweil ihrer ultralockeren Geldpolitik treu.

Der türkische Aktienmarkt reagierte auf den Zinsentscheid der heimischen Notenbank kaum. Der Leitindex ISE 100 hatte nach der Ankündigung seine zuvor eingefahrenen Verluste nur minimal eingedämmt. Er schloss 0,90 Prozent tiefer bei 98 737,01 Punkten. Die Währungshüter hatten die wichtigsten Zinssätze nicht angetastet und wollen an ihrer rigiden Geldpolitik festhalten, bis die hohe Inflation deutlich zurückgeht. Am Dienstag war der ISE 100 erstmals über 100 000 Punkte geklettert, ohne sich jedoch über dieser Marke behaupten zu können.

Unter den Einzelwerten der großen europäischen Indizes büßten die Aktien der großen europäischen Fluggesellschaften erheblich an Wert ein. Am Markt wurde dies mit einer Branchenstudie der US-Bank Goldman Sachs begründet, in der Analystin Alexia Dogani nun die Papiere von Billigfliegern denen der traditionellen Airlines vorzieht. Dogani verwies auf eine zuletzt überdurchschnittliche Kursentwicklung letztgenannter. Für die in London notierten Papiere von IAG ging es um 3,39 Prozent abwärts. Die Anteile von Air France-KLM verloren 2,01 Prozent, die Lufthansa-Aktien 1,46 Prozent.

In der Einzelhandelsbranche belastete der Kursrutsch von 5,51 Prozent bei Hennes & Mauritz (H&M), nachdem der schwedische Bekleidungskonzern den Umsatz im Mai nicht so stark gesteigert hatte wie erhofft. Zudem setzten die Titel des Konkurrenten Inditex mit minus 0,70 Prozent ihre jüngste Talfahrt nach einem Rekordhoch fort. Am Vortga hatten die Spanier die Anleger selbst mit guten Quartalszahlen nicht überzeugen können - nun sorgte eine gestrichene Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg für Druck.

Die Aktien von Bergbau-Unternehmen litten unter sinkenden Metallpreisen sowie Aussagen des zuständigen Ministers in Südafrika, dass die örtlichen Branchenunternehmen zu über 30 Prozent im Besitz von Schwarzen sein müssten.

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