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Delivery Hero legt erfolgreichen Börsenstart hin

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Radelnde Kellner auf dem Parkett  

Delivery Hero legt bei Börsen-Debüt deutlich zu

30.06.2017, 13:18 Uhr | Karolin Rothbart, dpa-AFX, t-online.de, Reuters

Delivery Hero legt erfolgreichen Börsenstart hin. Die Bestellplattform Delivery Hero in Berlin. (Quelle: imago/PEMAX)

Die Bestellplattform Delivery Hero aus Berlin geht an die Börse. (Quelle: imago/PEMAX)

Der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero geht an die Börse. Die Aktien des Unternehmens aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet ROCKET INTERNET SE Aktie werden heute zum ersten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt. 

So verlief der Börsenstart

Die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero haben zum Start an der Frankfurter Börse kräftig zugelegt. Der erste Kurs wurde am Freitag mit 26,90 Euro festgestellt. Die 39,04 Millionen Papiere waren zu 25,50 Euro zugeteilt worden, am obersten Ende der Preisspanne. Mit einem Volumen von 996 Millionen Euro ist das 2011 gegründete Startup-Unternehmen der bisher größte Börsengang des Jahres in Deutschland. Der größte Aktionär Rocket Internet hält nun noch 25,7 Prozent, 22,7 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. Beim Technologie-Investor Naspers aus Südafrika liegen 10,6 Prozent.

Es geht um viel Geld

Der niederländische Konkurrent Takeaway.com hat im September vergangenen Jahres bereits vorgelegt. Nach dem Sprung aufs Amsterdamer Börsenparkett schwankte die Aktie der Lieferando-Mutter zunächst, konnte sich dann aber fangen und bald an Wert zulegen. Heute kostet das Papier etwas unter 40 Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro.

Für die Essenszusteller geht es um viel Geld: Einer McKinsey-Studie zufolge setzt die weltweite Branche derzeit mehr als 80 Milliarden Euro im Jahr um – Tendenz eindeutig steigend. Eine Summe, um die sich eine Handvoll internationaler Schwergewichte wie Just Eat aus Großbritannien und Grubhub aus den USA (beide ebenfalls börsennotiert) und eben auch Delivery Hero reißen.

Mit von der Liefer-Partie wollen auch der Fahrdienstvermittler Uber mit UberEats sowie die Tausendsassa-Konzerne Amazon und Facebook sein. So können Amazon-Prime-Kunden in einigen Städten der USA und in London mittlerweile Pizza und Pasta über das "Restaurants"-Tool bestellen. Bei Facebook nennt sich dieselbe Funktion "Order Food" und wird derzeit in den USA getestet.

Trotz des Booms hat Delivery Hero die Schwelle zur Profitabilität noch nicht überschritten. Zwar konnte der Bringdienst seinen Umsatz im vergangenen Jahr fast verdoppeln. Unterm Strich stand aber dennoch ein Minus von fast 200 Millionen Euro.

Der beschwerliche Weg in die schwarzen Zahlen ist vor allem dem enormen Expansionshunger von Delivery Hero geschuldet. Allein zwischen 2014 und 2016 hatte die Gruppe 30 verschiedene Tochtergesellschaften zugekauft. Mit dem frischen Aktionärsgeld soll das Geschäft weiter ausgebaut werden. Nach Auffassung von Tobias Göbbel, Partner bei der Beratungsgesellschaft Roland Berger, bleibt dem Unternehmen derzeit auch gar nichts anderes übrig. "Diesen Trend erleben wir oft in jungen Märkten", erklärt er. "Noch geht es einzig um die Frage, wer am Ende mehr Masse hat." Denn nur mit der Größe, so Göbbel, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, profitabel zu werden.

Foodora, pizza.de und Lieferheld

Zu Delivery Hero gehören in Deutschland die Marken Foodora, pizza.de und Lieferheld. Das 2011 gegründete Start-up ist nach eigenen Angaben inzwischen in mehr als 40 Ländern weltweit aktiv und beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter plus mehrere Tausend Fahrer, die das Essen etwa per Fahrrad zu Kunden nach Hause bringen.

Streit um Arbeitsbedingungen

Die Auslieferfahrer für Foodora, einer Tochterfirma von Delivery Hero, die Essen bei Restaurants abholen und per Fahrrad zu Kunden nach Hause bringen lassen, erhalten ihre Aufträge per App auf ihre Handys. Alle Foodora-Fahrer sind angestellt, die meisten als Mini- oder Midijobber. Nur selten gibt es Vollanstellungen. Bezahlt werden die Auslieferer pro Stunde. 

Am Mittwoch hatte die Gewerkschaft FAU gegen die Arbeitsbedingungen bei Foodora und Konkurrent Deliveroo demonstriert. Die Lieferdienste sollen die Kosten für Arbeitsmittel – Fahrräder und Handys – übernehmen. Außerdem gebe es zu wenig Schichten für zu viele Fahrer. Zwar verdienen diese laut Foodora mit neun bis elf Euro etwas mehr als es der gesetzliche Mindestlohn verlangt. Trotzdem kämen viele im Monat kaum über 500 Euro, entgegnet FAU-Sprecher Clemens Melzer: "Die Fahrer stehen in ständiger Konkurrenz miteinander." Im Hintergrund skandieren rund 50 Demo-Radler: "Foodora and Deliveroo – Shame on you!" ("Foodora und Deliveroo – schämt euch!").

Finanzierung durch Provision

Aus eigener Kraft verdient Delivery Hero sein Geld hauptsächlich über die Provisionen – noch ein heikles Thema für die Branche. Denn in der Gastronomie wird befürchtet, dass die Anbieter ihre Preise für die Bestellungsvermittlung und -lieferung weiter anheben könnten. Zahlen aus den Geschäftsberichten von Lieferando und Delivery Hero zeigen, dass das in der Vergangenheit regelmäßig passiert ist.

Foodora nimmt derzeit um die 30 Prozent pro Bestellung. Das Unternehmen bringe seinen Partnerrestaurants einen zusätzlichen Umsatz zu ihrem Kerngeschäft, erklärt Firmensprecher Vincent Pfeifer. Außerdem würden die Gastronomen an der Umsatzsteuer sparen, die normalerweise bei 19 Prozent liegt. Für Außer-Haus-Lieferungen werden hingegen nur sieben Prozent fällig. Und die Kritik der Fahrer? Man habe inzwischen reagiert und einen Gesprächstermin mit der Gewerkschaft vereinbart, sagt Pfeifer.

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