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Aktien Europa Schluss: Geldpolitische Sorgen belasten die Indizes

06.07.2017, 18:26 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Donnerstag klar im Minus geschlossen. Eine Mixtur aus Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik in Europa und eher schwachen Anzeichen für den US-Arbeitsmarkt trieb Anleger insgesamt eher aus dem Markt. Am Ende gab der EuroStoxx 50 um knapp ein halbes Prozent auf 3462,06 Punkte nach.

Anlass für die geldpolitischen Sorgen gaben Hinweise, dass das Führungsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner jüngsten Sitzung darüber nachgedacht hatte, die Möglichkeit einer Ausweitung der Anleihekäufe nicht mehr zu erwähnen. Laut Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt verstärkte dies die Erwartung eines vorsichtigen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik. Außerdem war in den USA die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im Juni nicht so stark gestiegen wie erwartet, was am Markt als negatives Indiz für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag angesehen wurde.

Vor diesem Hintergrund gab auch der CAC-40-Index in Paris um 0,53 Prozent auf 5152,40 Zähler nach. Der FTSE 100 in London verlor 0,41 Prozent auf 7337,28 Punkte.

Im breiten Markt favorisierten die Anleger am Donnerstag Banken- und Autoaktien, deren Branchenindizes jeweils etwas mehr als ein halbes Prozent zulegten. Das Interesse am Sektor Reise & Freizeit war hingegen klein, wie der Kursverlust beim Teilindex von 1,4 Prozent zeigte.

Im Autobereich sorgte eine Studie des Research-Hauses Redburn für Aufwind, worin eine niedrige Bewertung der Branche konstatiert wird. Die Titel des Peugeot-Mutterkonzerns PSA wurden darin zu den Werten mit besonders großem Kurspotenzial gezählt. Sie rückten in Paris um 2,8 Prozent vor. Bei Banken gaben die Commerzbank-Aktien mit einem Plus von mehr als 3 Prozent den Takt vor. Hilfreich waren dort Gerüchte über den möglichen Einstieg eines neuen Investors.

Im Reise- und Freizeitbereich belastete unter anderem ein 6-prozentiger Kursrutsch bei der Aktie von Sodexo, nachdem der französische Caterer abermals sein Wachstumsziel für den Jahresumsatz senkte.

Die Anteile des Lebensmittelkonzerns AB Foods dagegen legten in London einen Kurssprung von 2,6 Prozent hin. Sie profitierten davon, dass das Unternehmen dank einer starken Entwicklung bei der Modetochter Primark nun etwas optimistischer auf das laufende Jahr blickt.

Am Schweizer Aktienmarkt legte die Versandapotheke Zur Rose ein ordentliches Börsendebüt hin: Nach einem ersten Kurs von 151 Franken schlossen die Papiere der DocMorris-Mutter bei fast 160 Franken. Der Platzierungspreis hatte 20 Franken darunter gelegen.

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