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Wirtschaft: Schiffbau-Zulieferer behaupten sich trotz Werftenkrise

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Schiffbau-Zulieferer behaupten sich trotz Werftenkrise

13.07.2017, 14:58 Uhr | dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Umsätze sinken im dritten Jahr im Folge, die Aufträge brechen ein, und dennoch gibt es bei der deutschen Zulieferindustrie für den Schiffbau kein Jammern. "Unsere Branche hat den Tiefpunkt noch nicht erreicht, aber wir sehen einen Silberstreif am Horizont, sagte Alexander Nürnberg, Vorsitzender der zuständigen Arbeitsgemeinschaft im Branchenverband VDMA, am Donnerstag in Hamburg. Die Unternehmen müssten sich anstrengen, neue Märkte zu erschließen, innovative Produkte zu entwickeln und auf Digitalisierung und Vernetzung setzen. Das zahle sich aus.

Im vergangenen Jahr reduzierte sich der Umsatz der High-Tech-Branche um fünf Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, das entspricht dem Niveau des Jahres 2010. Der Auftragseingang ging sogar um 14 Prozent zurück. Im laufenden Jahr zeichne sich abermals eine rückläufige Entwicklung ab.

Das Hauptproblem der Zulieferbranche ist die Krise eines Teils ihrer Kunden. Während der Boomzeiten wurden viel zu viele Schiffe bestellt und Überkapazitäten an Frachtraum geschaffen. Das betrifft vor allem Containerschiffe und andere Standardfrachter, die auf den Werften in Asien gebaut werden. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden nur 223 Schiffe bestellt, im gesamten Vorjahr nur 798. Normal waren in den vergangenen Jahrzehnten 2000 bis 3000 Schiffe pro Jahr.

"Einzelne maritime Märkte und Segmente blicken jedoch durchaus positiv voraus", sagte Nürnberg. Nach wie vor laufen Spezial- und Kreuzfahrtschiffe von europäischen Werften gut. Bei den Fähren gebe es kurz und mittelfristig einen großen Nachholbedarf, weil die Flotten überaltert seien. Und schließlich steige der Bedarf an Ersatzteilen, Service- und Wartungsleistungen. Die Branche ist mit einem Auslandsanteil von 78 Prozent stark exportorientiert. Die meisten Ausfuhren mit einem Anteil von 37 Prozent gehen mittlerweile nicht mehr nach Asien, sondern in Länder der EU.

Die größten Zukunftshoffnungen setzen die Zulieferer jedoch auf Digitalisierung und Innovation unter dem Stichwort Industrie 4.0. "Wir liefern heute aus den Daten der verschiedensten Sensoren an Bord wichtige Informationen für die gesamte Schifffahrt", sagte Vorstand Martin Johannsmann. "Wer hier nicht dabei ist, wird zu den Verlierern der Digitalisierung gehören." Beispiele für innovative Lösungen seien die autonome Entladung von Frachtschiffen, die in Finnland bereits aus dem Forschungsstadium heraus sei. Oder Hafenkräne, die Informationen zum Zustand der Ladung liefern und mit vor- und nachgelagerten Logistiksystemen zusammenarbeiten. "Der Prozess geht in der maritimen Wirtschaft schnell und kontinuierlich voran."

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