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Wirtschaft: Die Entwicklung der Finanz- und Schuldenkrise in Zitaten

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Die Entwicklung der Finanz- und Schuldenkrise in Zitaten

29.07.2017, 10:02 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ramschkredite, Lehman-Pleite, staatliche Schuldenberge - die Krise, die im Juli 2007 begann, hat Europa verändert. Eine Chronologie in Zitaten:

"Die Krise des US-amerikanischen Hypothekenmarktes im Subprime- Bereich hat sich auf die IKB Deutsche Industriebank AG (IKB) ausgewirkt."

(Die Düsseldorfer IKB am 30.7.2007 in einer Mitteilung.)

"Ich erwarte, dass die Investoren in den kommenden Monaten zurückkommen und die Märkte sich normalisieren."

(Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am 23.9.2007 im "Spiegel".)

"An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins

- und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten."

(Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) 28.1.2008.)

"Ich glaube nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Märkte."

(Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am 18.3.2008. Später erklärt er, er habe den US-Immobilienmarkt gemeint.)

"Was auch immer geschieht, die Party ist vorbei."

(ifo-Chef Hans-Werner Sinn am 18.3.2008 zur Wirtschaftslage.)

"Rückblickend wird die gegenwärtige US-Finanzkrise wohl als die schmerzlichste seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet werden."

(Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan im März 2008 in einem Zeitungsbeitrag.)

"Das einzig Gute an der Krise ist: Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss."

(Der damalige Bundespräsident Horst Köhler im Mai 2008 in einem Interview mit dem Magazin "Stern".)

"Deutschlands dümmste Bank."

(Titel der "Bild"-Zeitung 17.9.2008 zur KfW-Millionenüberweisung an die Pleitebank Lehman Brothers.)

"Ich bin überzeugt, dass das Übel tief reicht und dass man das ganze weltweite Finanz- und Währungssystem von Grund auf neu aufbauen muss, wie das nach dem Zweiten Weltkrieg in Bretton Woods gemacht wurde."

(Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy am 25.9.2008 in Toulon in einer Grundsatzrede zur Wirtschaftspolitik.)

"Ich gehe davon aus, dass die Finanzmarktkrise sich nicht im dritten Akt des Dramas befindet, sondern im Schlussakt, der aber länger dauern kann, wie bei einer Wagnerschen Oper."

(IW-Direktor Michael Hüther am 1.10.2008 in Berlin.)

"Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind."

(Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Erklärung mit dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am 5.10.2008.)

"Schwarze Montage waren einmal ein Jahrzehnt-Ereignis - jetzt kommen sie regelmäßiger als die Busse in London."

(Ein Londoner Börsenhändler am 6.10.2008 zum neuerlichen Kurseinbruch.)

"Das Vertrauen, die wichtigste Währung der Finanzmärkte, ist verloren gegangen."

(Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 7.10.2008 in einer Regierungserklärung im Bundestag.)

"Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden."

(Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Mitte Oktober 2008 vor Deutsche-Bank-Managern nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".)

"Auch wenn es keine Kollektivschuld gibt: Wir müssen und werden aus den eigenen Fehlern lernen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Und wir werden sie abstellen."

(Commerzbank -Manager Klaus-Peter Müller, damals Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, am 20.10.2008.)

"Blindes Marktvertrauen führt ebenso in die Irre wie blindes Staatsvertrauen."

(Der damalige Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am 17.11.2008 in Frankfurt zu Lehren aus der Krise.)

"Einen deutschen Fall Lehman darf und wird es nicht geben."

(Der damalige Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Jochen Sanio, am 17.11.2008 in Frankfurt.)

"Ich persönlich kann es nicht mehr nachrechnen."

(Der damalige Commerzbank-Chef Martin Blessing am 11.12.2008 in Frankfurt über komplizierte Finanzprodukte, welche die Krise beschleunigt hatten.)

"Ich will mehr Transparenz, mehr Kontrolle, mehr Verantwortung. Ich will, dass verantwortungsloses Verhalten bestraft wird. Ich will, dass wir es kollektiv schaffen, die Exzesse der Vergangenheit aufzugeben."

(Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy am 25.8.2009 nach einem Treffen mit den Chefs französischer Banken.)

"Wenn der Patient noch an Krücken geht, ist es nicht die Zeit, die Krücken wegzuschlagen."

(Der damalige Bundesbankpräsident Axel Weber am 10.9.2009 in Plön auf die Frage, ob die staatlichen Konjunkturprogramme bereits zurückgefahren werden könnten.)

"Wir wissen, Banken können in einer Parallelwelt nicht gedeihen, sie brauchen die Zustimmung der Menschen, und das heißt: Sie müssen in ihrem Tun nicht nur der sogenannten realen Wirtschaft dienen, wie es oft heißt, nein, mehr noch: Sie müssen den Menschen dienen."

(Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bei der Bilanz- Pressekonferenz seines Instituts am 4.2.2010 in Frankfurt.)

"Es ist gut, dass Ihr wieder Geld verdient, aber vergesst nicht: Ihr habt eine Verpflichtung."

(Der damalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am 4.2.2010 in Frankfurt an die Adresse der Geschäftsbanken.)

"Die Zocker haben erst ihre Kunden ruiniert in der Finanzkrise, dann haben sie ihre Eigentümer betrogen durch überzogene Boni und jetzt wetten sie gegen ganze Staaten. Das ist schon ein starkes Stück, was sich da abspielt."

(Der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel am 7.3.2010 in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".)

"Wir sehen einen Herdentrieb im Markt, ein regelrechtes Rudelverhalten, wie in einem Wolfsrudel. Und wenn wir diese Rudel nicht stoppen, werden sie die geschwächten Länder auseinanderreißen."

(Schwedens Finanzminister Anders Borg am 9.5.2010 in Brüssel unmittelbar vor Beginn der Beratungen der europäischen Finanzminister über ein Rettungsnetz für überschuldete Euro-Länder.)

"Sicher ist, dass wir ohne den geplanten Rettungsschirm den Euro nicht verteidigen können. Die nächste Krise wäre dann nicht mehr nur eine Krise des Finanz- und Wirtschaftssystems, sondern auch eine Krise des politischen Systems."

(Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 23.5.2010 in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".)

"Die nächsten Blasen werden noch gefährlicher werden. Wir können es uns nicht leisten, Krise über Krise zu finanzieren."

(Der als Krisenprophet bekanntgewordene New Yorker Ökonom Nouriel Roubini am 28.5.2010 in Frankfurt.)

"Die Finanzkrise ist wie eine Sturmflut über uns hereingebrochen. Es ist absolut sinnvoll, den Deich in seiner vollen Länge wieder zu befestigen und zu stärken."

(Der damalige Bundesbank-Präsident Axel Weber am 17.6.2010 bei einem Bankenkongress in Frankfurt.)

"Diese Operation ist eine Operation zur Beruhigung der Märkte. (...) Ich weiß nicht, wie Märkte reagieren, dass weiß ich seit den letzten Jahren nicht mehr."

(Der damalige Bafin-Chef Jochen Sanio zur Vorlage der Ergebnisse der Bankenstresstests am 23.7.2010 in Frankfurt.)

"Wir stimmen alle überein, dass wir glaubwürdige Sanktionen brauchen. Das ist wie beim Fußballspiel. Das funktioniert nicht, wenn die Spieler mit dem Schiedsrichter über die Regeln diskutieren, wenn sie ein Foul begehen."

(Der damalige EU-Währungskommissar Olli Rehn am 6.9.2010 in Brüssel zur Reform der Euro-Stabilitätspaktes.)

"Ich dachte, es dürfte nicht allzu schwierig werden, dass 2011 ein weniger turbulentes Jahr als 2010 wird - aber vielleicht muss ich über diese Frage noch einmal nachdenken."

(Der damalige EU-Währungskommissar Olli Rehn am 12.1.2011 in Brüssel zur Euro-Schuldenkrise.)

"Banken müssen reguliert, sie dürfen aber nicht stranguliert werden."

(Der damalige Bankenpräsident Andreas Schmitz am 31.3.2011 zur Kritik, die Branche habe aus der Krise nichts gelernt.)

"Es wird keine Pleite geben."

(Der damalige Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am 3.6.2011 nach einem Treffen mit Griechenlands damaligem Premier Giorgios Papandreou in Luxemburg.)

"Was wir in diesen Zeiten aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück."

(Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21.7.2011 nach einem Krisengipfel in Brüssel über Chancen und Risiken der milliardenschweren Griechenland-Rettung.)

"Unsere Aufgabe ist es nicht, die Märkte zu beruhigen."

(Der deutsche Standard & Poor's-Manager Moritz Krämer am 9.8.2011 auf "Handelsblatt Online" zur Kritik an Ratingagenturen.)

"Wenn die EZB so weitermacht, kauft sie bald auch alte Fahrräder auf und gibt dafür neues Papiergeld heraus."

(Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler am 9.8.2011 auf "Handelsblatt Online" zu den umstrittenen Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank.)

"Das ist es. Punkt, Aus, Schluss, Basta!"

(Der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, Martin Kotthaus, versichert am 19.10.2011 in Berlin, dass beim Euro-Rettungsschirm EFSF nicht an der deutschen Haftungsobergrenze von 211 Milliarden Euro gerüttelt wird.)

"Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es."

(EZB-Präsident Mario Draghi nach seiner ersten Zinsentscheidung am 3.11.2011 auf die Frage, ob die Europäische Zentralbank gezwungen sei, weiterhin Staatsanleihen seines Heimatlandes Italien zu kaufen.)

"Ich bin sehr besorgt über die Situation in Europa, ich war schon bisher sehr besorgt, und ich vermute, ich werde auch morgen, nächste Woche und übernächste Woche sehr besorgt sein."

(Der damalige US-Präsident Barack Obama am 16.11.2011 bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra über die Euro-Schuldenkrise.)

"Kaum steigt irgendwo die Rendite zehnjähriger Anleihen, schon wird der Weltuntergang verkündet."

(Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am 25.11.2011 in der "Berliner Zeitung".)

"In den vergangenen zwei Jahren und in dieser Nacht habe ich gelernt, dass "Marathon" in der Tat ein griechisches Wort ist."

(Der damalige EU-Währungskommissar Olli Rehn am 21.2.2012 über das schwierige Ringen um eine Rettung Griechenlands vor der Staatspleite.)

"Die Freiwilligkeit bei dem Ding ist ja so wie das Geständnis bei der spanischen Inquisition freiwillig war."

(Commerzbank -Chef Martin Blessing am 23.2.2012 zum Schuldenschnitt für die privaten Gläubiger Griechenlands.)

"Übrigens wurde die Wirkung des Dreijahrestenders unterschätzt, als ich ihn im Dezember ankündigte, weil viele eine Ausweitung der Staatsanleihenkäufe von der EZB erwarteten, die berühmte "Bazooka". Vielleicht hätte ich den Tender als "Dicke Bertha" ankündigen sollen, dann hätten alle zugehört."

(EZB-Präsident Mario Draghi am 24.2.2012 im "FAZ"-Interview über die jüngste Geldflut der Notenbank.)

"Da können sie zehn Billionen reintun - wenn Sie die Probleme nicht lösen, dann nützt das gar nichts."

(Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 30.3.2012 in Kopenhagen zur seiner Ansicht nach irreführenden Debatte um den Nutzen einer möglichst großen Brandmauer gegen die Euro-Schuldenkrise.)

"Wir werden sehr viel Geduld haben müssen, bevor wir das Gefühl haben, wieder in normalen Zeiten zu arbeiten."

(Der damalige Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen am 28.6.2012 in Frankfurt.)

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