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Mehr Umsatz, mehr Gewinn: Apple zieht positive Quartalsbilanz

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Umsatz und Gewinn steigen  

Apple präsentiert positive Quartalsbilanz

02.08.2017, 10:00 Uhr | t-online.de, Andrej Sokolow, dpa

Mehr Umsatz, mehr Gewinn: Apple zieht positive Quartalsbilanz. Apple-Geschäftsführer Tim Cook, hier mit einem "iPad Pro", hat gut Lachen: Der US-Technologiekonzern hat im ersten Quartal des Jahres mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet als im Quartal zuvor. (Quelle: Reuters/Stephen Lam)

Apple-Geschäftsführer Tim Cook, hier mit einem "iPad Pro", hat gut Lachen: Der US-Technologiekonzern hat im ersten Quartal des Jahres mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet als im Quartal zuvor. (Quelle: Stephen Lam/Reuters)

Der Sommer ist traditionell eine schwierige Zeit für das Geschäft des US-amerikanischen Technologiekonzerns Apple: Viele Kunden warten auf das nächste iPhone. Dieses Jahr kommt Apple gut durch den Sommer – auch weil es beim Sorgenkind iPad wieder aufwärts geht.

Am Dienstag hat Apple seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Jahres vorgelegt. Von Januar bis März steigerte der US-Konzern seinen Umsatz und Gewinn, weil neben dem iPhone auch andere Geschäftsbereiche zum Wachstum beitrugen.

Apple verkaufte von Januar bis März rund 41 Millionen seiner Smartphones – zwei Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit kann der Konzern die Verkäufe nach einer Schwächephase wieder steigern, obwohl viele Kunden auf das nächste Modell warten.

Rund zwölf Prozent mehr Umsatz

Apple verdiente im Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal 8,72 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro). Das war ein Plus von rund zwölf Prozent im Jahresvergleich. Die Geldreserven von Apple wuchsen nun auf 261,5 Milliarden Dollar an. Über 90 Prozent davon befinden sich außerhalb der USA.

Das "iPad"-Tablet schaffte einen Absatzsprung: Jahre hatte es geschwächelt. Nach einer Auffrischung der Modellpalette mit neuen teuren Pro-Modellen wuchsen die Verkäufe binnen drei Monaten um 28 Prozent. Im Jahresvergleich gab es ein Plus von 15 Prozent bei den Stückzahlen und von zwei Prozent beim Umsatz.

Mehr Geld durch Clouds, Musik, Streams und Uhren

Das Service-Geschäft, in das Erlöse aus Diensten wie iCloud-Speicher oder dem Streaming-Service "Apple Music" einfließen, wuchs im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 7,27 Milliarden Dollar. Die Kategorie "andere Produkte" mit Geräten wie die Computer-Uhr "Apple Watch", die Streaming-Box "Apple TV" oder die Kopfhörer zusammengefasst sind, legte um 23 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar zu.

Die Verkäufe der Apple Watch seien um mehr als 50 Prozent gestiegen, sagte Konzernchef Tim Cook, ohne eine konkrete Absatzzahl zu nennen.

iPhone: weniger Umsatz, höherer Preis

Das iPhone bleibt mit einem Umsatz von 24,8 Milliarden Dollar das wichtigste Produkt des Konzerns. Sein Anteil am Apple-Umsatz sank auf knapp 55 Prozent von fast 57 Prozent vor einem Jahr. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones stieg auf 606 Dollar von 595 Dollar vor einem Jahr. Weil das Interesse am größeren "iPhone Plus" höher gewesen sei, sagt Finanzchef Luca Maestri.

Der Konzernumsatz legte zu: um sieben Prozent auf 45,4 Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen und die Prognose für das laufende Vierteljahr fielen besser aus als von Analysten erwartet. Apple rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatz zwischen 49 und 52 Milliarden Dollar. 2016 waren es knapp 47 Milliarden Dollar gewesen.

Beim nächsten iPhone wird von Apple ein Gerät erwartet, bei dem das Display praktisch die gesamte Frontseite ausfüllt. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass das neue iPhone mehr kosten könnte als aktuelle Modelle.

Ein Analyst fragte Apple-Chef Tim Cook nach Tests von Software für selbstfahrende Autos. Cooks Antwort lässt größere Pläne vermuten: Autonomie sei wie die Krönung von Projekten künstlicher Intelligenz, Fahrzeuge seien nur ein Weg sie zu nutzen. Details nannte Cook nicht.

VPN-Apps: Cook verteidigt Einknicken vor Chinas Regierung

Der Apple-Chef verteidigte die Entscheidung von Apple, unter dem Druck chinesischer Behörden Apps zu entfernen, mit denen die Internet-Sperren Chinas umgangen werden konnten. Grund sei eine Verschärfung der Regeln für VPN-Apps im Jahr 2015, die umgesetzt werde, sagte Cook nachdem die Quartalszahlen am späten Dienstag vorgelegen hatten.

"Wir wurden von der chinesischen Regierung aufgefordert, aus dem App Store einige diese Anwendungen zu entfernen, die nicht den neuen Regelungen entsprechen", sagte Cook.

VPN-Tunnel schaffen eine geschützte Verbindung ins Ausland und können chinesische Zensurmaßnahmen aushebeln. Kern der neuen Regeln ist, dass sich Anbieter eine Lizenz von den chinesischen Behörden besorgen müssen. Auch andere App-Stores hätten eine ähnliche Löschaufforderung erhalten, sagte Cook. Im chinesischen App-Store von Apple gebe es weiterhin "hunderte" VPN-Anwendungen.

China ist wichtig für die Geschäfte von Apple

"Es wäre uns offensichtlich lieber gewesen, die Apps nicht zu entfernen. Aber wie in jedem Land, in dem wir Geschäfte machen, befolgen wir die Gesetze", sagte der Apple-Chef. Mit Blick auf eine mögliche Verbannung aus China bei Regelverstößen sagte Cook: Der Konzern sei überzeugt, dass es im besten Interesse der Menschen in China sei, im Markt zu bleiben. Cook sei zuversichtlich, dass die Einschränkungen mit der Zeit gelockert würden.

Apple war kritisiert worden, nachdem der US.-Konzern die Apps gelöschtz hatte – weil VPN-Apps unter anderem für Aktivisten und Andersdenkende wertvoll sind.

China ist ein wichtiger Markt für Apple, brachte im vergangenen Quartal rund 18 Prozent der Erlöse ein. Zugleich war China die einzige Region, in der die Apple-Umsätze zuletzt gesunken waren, um zehn Prozent. Cook führt das unter anderem zurück auf ungünstige Wechselkurse.

Neues iPhone könnte im September kommen

Die optimistische Prognose des Konzerns zu den Geschäftszahlen von April bis Juni deutet darauf hin, dass ein neues iPhone bis Ende September auf den Markt kommt, spekuliert die Deutsche Presse-Agentur.

Die Erwartung und die jüngsten Quartalszahlen ließen die Apple-Aktie nach US-Börsenschluss am Dienstag über sechs Prozent steigen. Zuletzt war spekuliert worden, dass das nächste iPhone wegen technischer Komplexität später kommen könne.

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