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Wirtschaft: Aareal Bank legt in Nordamerika kräftig zu - Umbau kostet aber Jobs

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Aareal Bank legt in Nordamerika kräftig zu - Umbau kostet aber Jobs

10.08.2017, 11:44 Uhr | dpa-AFX

WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Gewerbeimmobilienfinanzierer Aareal Bank sieht sich nicht zuletzt wegen seines Nordamerika-Geschäfts auf Kurs zu seinen Jahreszielen. "Die Aareal Bank Gruppe liefert, was sie verspricht - strategisch und finanziell", erklärte Vorstandschef Hermann Merkens am Donnerstag bei der Vorstellung der Zwischenbilanz. Der laufende Konzernumbau dürfte allerdings knapp 100 Jobs kosten, wie Merkens andeutete.

"Wir gucken uns, was die Prozesse angeht, die gesamte Gruppe an", sagte der Vorstandschef in einer Telefonkonferenz. Näher wollte er nicht darauf eingehen. "Wir befinden uns in laufenden Gesprächen mit dem Betriebsrat." Die Bank hatte in der jüngeren Vergangenheit zwei Wettbewerber übernommen und zählte zur Jahresmitte 2759 Mitarbeiter. Mit der Konzernstrategie "Aareal 2020" soll das Wiesbadener Institut fit für die Zukunft gemacht werden, unter anderem durch die Expansion in erfolgversprechende Märkte und eine interne Neuorganisation.

Das Geschäft in margenstarken Märkten wie Nordamerika sei wie geplant ausgebaut worden, hieß es. Im ersten Halbjahr entfiel fast 45 Prozent des Neugeschäfts auf Nordamerika nach knapp 28 Prozent im Vorjahreszeitraum. So refinanzierte die Aareal Bank das Hochhaus, in dem die Deutsche Bank ihren Sitz an der Wall Street hat. Ein Großteil der Ziele für die USA in diesem Jahr seien erfüllt, sagte Merkens. Für das zweite Halbjahr geht er deshalb von einem rückläufigen Nordamerika-Anteil aus. Insgesamt soll das Neugeschäft im Jahr weiterhin bei 7 bis 8 Milliarden Euro liegen. Zur Jahresmitte waren davon 3,8 Milliarden Euro erreicht.

Ein Heißlaufen der Immobilienmärkte erwartet die Aareal Bank nicht. "In Europa erwarten wir in 2017 in den meisten Ländern wie beispielsweise Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Polen eine stabile Wertentwicklung", hieß es im Zwischenbericht. In Großbritannien bestünden indes Unsicherheiten aufgrund des Brexit-Votums und in der Türkei wegen der politischen Unwägbarkeiten. In den USA sei wegen der guten Konjunkturaussichten mit einer leicht positiven Wertentwicklung zu rechnen, in Kanada mit einer stabilen Entwicklung.

Im zweiten Quartal war der Gewinn wie von Analysten erwartet geschrumpft und zwar operativ von 120 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 109 Millionen Euro. Unterm Strich fiel der Gewinn von 73 Millionen auf 62 Millionen Euro. Hintergrund ist der fortschreitende Abbau von Portfolien, die mit den beiden Zukäufen Westimmo und Corealcredit ins Unternehmen gekommen waren und nicht zum Kerngeschäft zählen.

Die Bank profitierte von der bereits angekündigten Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 50 Millionen Euro. Das Management hatte das Geld wegen strittiger Themen um den Kauf der Corealcredit zurückgelegt. Dem standen neue Rückstellungen in Höhe von 24 Millionen Euro gegenüber für den Konzernumbau. Die harte Kernkapitalquote (CET 1) erhöhte sich Ende Juni weiter auf 16,6 Prozent. Die Kennziffer gilt als Indikator für die Widerstandsfähigkeit einer Bank in Krisenzeiten.

Die Geschäftszahlen seien solide und weitgehend wie erwartet ausgefallen, erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Koch in einer ersten Einschätzung. Ins gleiche Horn stieß sein Equinet-Kollege Philipp Hässler. Am Vormittag fiel das Papier in einem insgesamt schwachen Markt um 1 Prozent. Schon am Mittwoch war das Papier mit dem Gesamtmarkt deutlich unter Druck geraten. Seit Anfang Juli trat der Kurs insgesamt aber praktisch auf der Stelle. Die Aktie sei fair bewertet, erklärte Hässler.

2017 rechnet das im Index der mittelgroßen Werte MDax gelistete Unternehmen weiterhin mit einem Konzernbetriebsergebnis von 310 bis 350 Millionen Euro. Letztlich dürfte das Ergebnis "etwas unterhalb der Mitte" herauskommen, sagte Merkens.

Die Aareal Bank will sich angesichts der niedrigen Zinsen unabhängiger vom Zinsergebnis machen. Dazu baut sie etwa ihre Beratungsangebote für die Wohnwirtschaft aus. Die Westimmo wurde inzwischen in Westdeutsche Immobilien Servicing AG umbenannt und betreibt nun ein reines Servicegeschäft rund um Immobilienkredite.

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