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Sollte man noch Auto-Aktien kaufen?

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Diesel-Skandal und Kartell-Vorwürfe  

Sind Autoaktien noch kaufenswert?

11.08.2017, 11:03 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

Sollte man noch Auto-Aktien kaufen?. Sind Autoaktien noch kaufenswert? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Photobuay)

Kein Aufwärtstrend: Anleger von BMW, Daimler und VW schauen bisher auf Verluste. (Quelle: Photobuay/Thinkstock by Getty-Images)

Jahrelang gehören die deutschen Autowerte zu den Überfliegern im Dax. In diesem Jahr laufen sie der Börsenmusik allerdings hinterher. Das hat eine Reihe von zum Teil schwer wiegenden Gründen. Dennoch könnten die Titel zum Jahresende glänzen.

Der deutsche Börsenleitindex läuft seit Wochen in einem Seitwärtstrend. Das Allzeithoch von 12.951,50 Punkten liegt etwa 800 Zähler entfernt, die bisherige Jahresperformance von um die 7 Prozent fällt entsprechend enttäuschend aus. Doch die Autotitel im Dax hat es noch schlimmer getroffen: Anleger von BMW, Daimler und VW schauen bisher auf Verluste – bei Volkswagen sind es etwa 3 Prozent, bei BMW rund 9 Prozent und bei Daimler mehr als 14 Prozent. "Das hat mehrere Gründe", sagt der Chef des Frankfurter Analystenhauses Feingold Research, Benjamin Feingold.

"Die Autoaktien leiden unter einem enormen Vertrauensverlust", so Feingold. Die Abgasmanipulationen um Volkswagen und nun die jüngsten Kartell-Vorwürfe gegen Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW seien an den Aktienkursen der Konzerne nicht spurlos vorüber gegangen. "Die beiden wichtigsten Absatzmärkte, China und USA, scheinen zudem jeweils ein zyklisches Hoch erreicht zu haben", führt der Börsenexperte weiter aus. Gleichzeitig präsentierte sich auch der Euro zum Dollar sehr stark.

Mögliche Kartell-Strafen verunsichern

Besonders davon betroffen sind VW, die in China mehr als ein Drittel ihres Umsatzes einfahren – und Daimler, die in den USA etwa ein Viertel der Konzernerlöse erwirtschaften. "Ein starker Euro macht die Produkte für die Käufer im Ausland teurer, das schlägt sich in der Regel direkt auf den Absatz nieder", erläutert Feingold.

Mit den Ermittlungen der EU-Kommission zu den Kartell-Vorwürfen macht er einen weiteren Unsicherheitsfaktor aus, denn eine mögliche Strafzahlung kann schnell "in die Milliarden" gehen: "Bei unlauteren Absprachen ist die Kommission nicht zimperlich."

Rationalität und Sektorrotation

Für Feingold sind Autowerte trotzdem eine Anlageoption. "BMW, Daimler und VW sind bereits abgestraft worden – und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 5,5 und knapp 7 günstig bewertet", erklärt der Börsenexperte. Zudem hätten sich die Kurse nach Bekanntwerden der Kartell-Vorwürfe sehr schnell wieder gefangen. "Das zeigt, dass die Anleger wissen, dass selbst eine mögliche Milliardenstrafe die Konzerne nicht in Schieflage bringen wird."

Feingold ist sich sicher, dass Autoaktien in Zukunft wieder zu den Favoriten der Anleger gehören könnten, wenn diese die Autowerte "rational bewerten": Ein Großteil der Negativschlagzeilen sei eingepreist, die Titel günstig und die bisherige Jahresperfomance unterdurchschnittlich: "Zum jetzigen Zeitpunkt sind deutsche Autoaktien ganz klar eine Überlegung wert."

Ein weiterer Pluspunkt könnte eine möglicherweise anstehende, so genannte Sektorrotation darstellen. "Das heißt: Anleger stoßen Titel ab, die bisher besonders gut performt haben wie die Lufthansa oder auch die Commerzbank mit jeweils rund 60 Prozent Kursgewinn und konzentrieren sich stattdessen auf Nachzügler-Werte – wie eben die Autobauer", erläutert Feingold.

Er mahnt gleichzeitig aber auch, denn trotz oder gerade wegen des Aufholpotenzials seien Investitionen in Autoaktien nicht frei von Risiken: Die Konzerne hätten zwar bereits kräftig in die automobile Zukunft und Themen wie Autonomes Fahren, Carsharing oder auch alternative Antriebstechnologien investiert. "Das honoriert die Börse. Aber wohin die automobile Reise letzten Endes geht, müssen die nächsten Absatzzahlen und Unternehmensergebnisse zeigen." 


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