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Drei Interessenten buhlen um die Air-Berlin Übernahme

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Doch drei Interessenten?  

Kartellamt will Air-Berlin-Pläne prüfen

17.08.2017, 10:38 Uhr | rtr, AFP, jmt

Drei Interessenten buhlen um die Air-Berlin Übernahme . Air Berlin meldet Insolvenz an (Quelle: dpa/Federico Gambarini)

Air Berlin verhandelt angeblich mit drei Interessenten über den Verkauf von Anteilen – die Kartellwächter beobachten den Deal. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Wettbewerbshüter haben Bedenken gegen die mögliche Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch die LufthansaDas insolvente Unternehmen betont, dass es mit drei Interessenten verhandelt. 

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte, aus kartellrechtlichen Gründen könne nicht eine Airline alle Landerechte übernehmen. Den Vorwurf der irischen Fluggesellschaft Ryanair, die Pleite sei künstlich herbeigeführt worden, nannte sie "schlicht abwegig".

Den staatlichen Übergangskredit von 150 Millionen Euro an Air Berlin verteidigte Zypries. Damit solle unter anderem die Übernahme der Mitarbeiter durch eine andere Gesellschaft gesichert werden, sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Der für Verbraucherschutz zuständige Justizminister Heiko Maas (SPD) betonte, mit dem Kredit solle auch Urlaubern geholfen werden, die bereits Flüge bei Air Berlin gebucht hätten. Sie dürften "nicht die Leidtragenden" der Insolvenz sein.

Ryanair wirft Bundesregierung Absprachen vor

Ryanair wirft der Regierung und der Lufthansa unter anderem vor, sich "unter Ausschluss der größten Wettbewerber" bereits im Grundsatz auf eine Aufteilung von Air Berlin geeinigt zu haben. Gegenüber der "Bild"-Zeitung zeigte sich Ryanair enttäuscht. "Unserer Meinung nach ist es offensichtlich, dass die Bundesregierung mit Lufthansa Hand in Hand daran arbeitet, Konkurrenz für Deutschland fernzuhalten", sagte Marketingchef Kenny Jacobs.

Zypries sagte, sie rechne in den Verhandlungen mit einer schnellen Lösung. Sollte der Deal nur mit der Lufthansa zustande kommen, müsse Lufthansa mit strengen Auflagen rechnen, sagte Achim Wambach, Chef der Monopolkommission der "Rheinischen Post". Die beiden Unternehmen seien auf vielen Strecken direkte Konkurrenten.

Die Lufthansa als größte deutsche Anbieterin müsse für eine Fusion deshalb auf weite Teile der Landerechte von Air Berlin verzichten. Auch der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagte der "Süddeutschen Zeitung": Die Wettbewerbsbehörde werde sich die Lufthansa-Pläne "gegebenenfalls sehr genau ansehen".

Entscheidung binnen weniger Wochen

Bisher ist Mundt zufolge zwar noch keine Übernahme angemeldet. Die "SZ" meldete aber unter Berufung auf Regierungskreise, die Gespräche über einen Teilverkauf an die Lufthansa seien "in der entscheidenden Phase". Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland soll innerhalb von vier Wochen eine Einigung gefunden werden. Demnach ist zu erwarten, dass sich Lufthansa, Eurowings und Condor die wichtigsten Flugrechte von Air Berlin aufteilen. Insidern zufolge könnte auch Easyjet zu den Interessenten zählen.

"Neben der Deutschen Lufthansa stehen wir mit zwei weiteren Interessenten aus der Luftfahrt in Kontakt", sagte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Namen nannte er nicht. Die Firmen, mit denen schon seit Wochen verhandelt werde, seien "in finanzieller Hinsicht seriös, vom Volumen her ausreichend groß, um Air Berlin eine sichere Zukunft zu bieten, und hätten zudem das Interesse, weiterhin vom Standort Deutschland aus zu operieren".

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