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Air Berlin drohen erste Flugausfälle trotz Kredit

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Trotz Finanzspritze  

Air Berlin drohen bald erste Flugausfälle

23.08.2017, 16:44 Uhr | mvl, dpa-AFX

Air Berlin drohen erste Flugausfälle trotz Kredit. Trotz eines Brückenkredits der Bundesregierung besteht die Gefahr, dass bei Air Berlin bald die ersten Flüge ausfallen.  (Quelle: dpa/Archiv/Britta Pedersen)

Trotz eines Brückenkredits der Bundesregierung besteht die Gefahr, dass bei Air Berlin bald die ersten Flüge ausfallen. (Quelle: Archiv/Britta Pedersen/dpa)

Trotz eines Brückenkredits der Bundesregierung besteht die Gefahr, dass bei Air Berlin bald die ersten Flüge ausfallen. Das Unternehmen hat aktuell keinen Zugriff auf Umsätze aus Vorausbuchungen, was die Finanzlage der insolventen Fluglinie massiv einschränkt.

Es gebe die Gefahr, dass die insolvente Fluglinie Teile ihres Flugbetriebs schon bald nicht mehr aufrechthalten könne, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf mit der Situation vertraute Insider. Der umstrittene Brückenkredit des Staates über 150 Millionen Euro soll eigentlich den Flugbetrieb für drei Monate sichern.

Auf dieses Geld habe Air Berlin zwar Zugriff, habe aber keinen Zugang auf Umsätze aus Vorausbuchungen für künftige Flüge. "Diese landen auf einem neutralen Konto, um sicherzustellen, dass Kunden ihr Geld zurückbekommen, falls Flüge gestrichen werden", hieß es in dem Bericht. Diese Regelung verschärfe offenbar die Geldknappheit des Unternehmens, das zwar im Augenblick einen Großteil der Löhne nicht mehr bezahlen und auch die Schulden nicht mehr bedienen muss.

Im "Handelsblatt" prophezeit der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda Kunden bereits steigende Ticket-Preise, wenn Air Berlin zerteilt wird und die Markmacht der Lufthansa anwächst. Lauda hatte 2003 die heutige Air Berlin-Tochter NIKI 2003 gegründet.

Nur noch gegen Vorkasse

Derweil kostet der laufende Flugbetrieb Air Berlin viel Geld – zumal viele Lieferanten und Flughäfen inzwischen Vorkasse verlangen. Die drohenden Flugausfälle verschärfen dem SZ-Bericht zufolge das Tempo bei den Verhandlungen über die Aufteilung der Fluglinie – dieses ist ohnehin sehr hoch. Am heutigen Mittwoch also eine Woche nach dem Insolvenzantrag beraten erstmals die Gläubiger über den Verkauf der Fluggesellschaft.

Nach SZ-Informationen soll dabei bereits die Aufspaltung beschlossen werden. Es liefen Verhandlungen über eine Absichtserklärung zum Verkauf der österreichischen Tochtergesellschaft Niki an Lufthansa LUFTHANSA AG VNA O.N. Aktie. Eine Zustimmung des Ausschusses gelte als wahrscheinlich. Air Berlin hatte am Freitag mit der Lufthansa konkrete Gespräche über die Übernahme von Teilen des Fluggesellschaft aufgenommen.

Als weitere Interessenten gelten Easyjet EASYJET PLC ORD 27 2/7P Aktie und die Thomas-Cook-Tochter Condor. Die deutsche Fluglinie Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui TUI AG NA O.N. Aktie ist zudem an einer Lösung für die Flugzeuge und Besatzungen interessiert, die sie seit Jahren an Air Berlin und inzwischen an deren Tochter Niki verleast hat.

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