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Verkauf fällt im September: Germania zieht vor Gericht für Air-Berlin

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Germania zieht vor Gericht  

Eilantrag gegen Air-Berlin-Rettung

29.08.2017, 16:48 Uhr | Reuters, AFP, dpa

Verkauf fällt im September: Germania zieht vor Gericht für Air-Berlin. Bis zum 13. September steht es Interessenten offen ihre Gebote für Air Berlin aufzugeben. Danach möchte sich die Fluggesellschaft für einen Käufer entscheiden. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)

Bis zum 13. September steht es Interessenten offen ihre Gebote für Air Berlin aufzugeben. Danach möchte sich die Fluggesellschaft für einen Käufer entscheiden. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Die Fluggesellschaft Germania zieht wegen der umstrittenen Staatsbürgschaft für Air Berlin vor Gericht. Germania drängt darauf, dass sich die Bundesregierung erst von Brüssel die Erlaubnis für den Millionenzuschuss holt. Insidern zufolge soll bis Mitte September entschieden werden, wer das Bieterverfahren um Air Berlin gewinnt.

Germania leitete beim Landgericht Berlin ein Eilverfahren ein, teilte die Justizpressestelle am Dienstag mit. Dadurch solle dem Bund untersagt werden, den Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro zu gewähren, bevor die EU-Kommission diese Form der Beihilfe genehmigt habe. Germania wirft dem Bund vor, die Lufthansa einseitig zu bevorzugen und so deren marktbeherrschende Stellung zu verstärken. Über den Germania-Antrag soll am 15. September verhandelt werden.

Die Bundesregierung geht aber davon aus, dass der Air-Berlin-Kredit von Brüssel genehmigt wird. Die notwendigen Schritte für die Auszahlung der Hilfe würden wie geplant fortgesetzt, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Die Germania-Klage habe keine aufschiebende Wirkung.

Endspurt im Bieterverfahren um Air Berlin

Ebenfalls am 15. September könnte der Gläubigerausschuss von Air Berlin im Bieterverfahren um die insolvente Airline bereits eine Entscheidung treffen. Noch bis 13. September hätten Interessenten die Möglichkeit, Gebote abzugeben und ihre Konzepte vorzustellen, sagten zwei Personen mit Kenntnis der Verhandlungen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Zeitungen "Bild" und "B.Z." berichteten, am 15. September lägen nach Erwartung von Verhandlungskreisen den Gläubigervertretern entscheidungsreife Kaufangebote vor. Ein dritter Insider gab allerdings zu bedenken, der Terminplan sei "extrem stramm" und es könne zu Verschiebungen kommen. "In Anbetracht der stetig wachsenden Liste von Kaufinteressenten kann das Ganze länger dauern", erklärte ein weiterer Branchenkenner.

Air-Berlin-Chef möchte bis Mitte September Lösung finden

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte vergangene Woche erklärt, bis Ende September eine Lösung anzustreben. Ein Unternehmenssprecher wollte nun zum Zeitplan keine Angaben machen. Die Verhandlungen laufen unter Hochdruck, da sich Air Berlin vor allem nur dank des staatlichen Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro in der Luft halten kann.

Derzeit bieten nach Informationen aus Unternehmens- und Branchenkreisen sechs Airlines und Luftfahrtunternehmer für Air Berlin: Die Lufthansa LUFTHANSA AG VNA O.N. Aktie will demnach den größten Teil mit bis zu 90 der 140 Maschinen von Air Berlin samt Crews einschließlich des Ferienfliegers Niki übernehmen.

EasyJet will 40 Flugzeuge aufkaufen

Der britische Billigfluganbieter EasyJet EASYJET PLC ORD 27 2/7P Aktie soll nach Medienberichten für bis zu 40 Flugzeuge bieten. Die Thomas-Cook-Tochter Condor ist an einer zweistelligen Zahl von Maschinen interessiert. Dass die Lufthansa ihre starke Stellung damit noch ausbauen könnte, kritisierten Ryanair-Chef Michael O'Leary, der Nürnberger Fluganbieter Hans Rudolf Wöhrl und Niki-Gründer und -Namensgeber Niki Lauda. O'Leary und Wöhrl kündigten Offerten an, Air Berlin komplett zu kaufen. Lauda sagte mehreren Zeitungen, er sei am Rückkauf von Niki interessiert.

Die Fäden laufen zusammen bei Sachwalter Lucas Flöther und dem Generalbevollmächtigten von Air Berlin, Frank Kebekus. Für Dienstag hat Lauda einen Gesprächstermin bei ihnen ausgemacht, wie er der österreichischen Zeitung "Kurier" sagte. Bevor er über ein Gebot entscheidet, will Lauda Einblick in die Bücher von Niki nehmen. Er kritisierte, bei einem erfolgreichen Kauf durch die Lufthansa hätte die deutsche Airline einen viel zu hohen Marktanteil von 80 Prozent in Österreich und 90 Prozent in Deutschland. 

Am Mittwoch ist Wöhrl bei Flöther angemeldet, bestätigte dessen Verwaltungsgesellschaft Intro. An diesem Tag soll auch O'Leary eine Pressekonferenz in Berlin abhalten. Bisher hat der Ryanair-Chef Insidern zufolge aber noch keinen Termin bei Air Berlin ausgemacht. Er hatte sich beschwert, bisher dazu noch nicht eingeladen worden zu sein. Über die sechs hinaus soll es noch weitere Interessenten geben, wie einer der Insider weiter erklärte.

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