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Wirtschaft: S&P warnt vor Regierungsstillstand in den USA

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Wirtschaft  

S&P warnt vor Regierungsstillstand in den USA

31.08.2017, 10:20 Uhr | dpa-AFX

NEW YORK/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat vor den wirtschaftlichen Konsequenzen eines Regierungsstillstandes in den USA gewarnt. Sollte dieser mangels Einigung auf einen neuen Haushalt eintreten, würde er pro Woche etwa 0,2 Prozentpunkte des Quartalswachstums oder mindestens 6,5 Milliarden US-Dollar kosten, teilte S&P am späten Mittwochabend in einer Studie ("With A Shutdown, There Will Be Blood") mit. Die Berechnung orientiere sich an früheren Schließungen von Regierungsbehörden.

In den kommenden Wochen muss der US-Kongress wichtige Entscheidungen treffen. Zum einen geht es darum, bis Ende September ein Budget für das neue Haushaltsjahr zu verabschieden. Zum anderen muss die sogenannte "Schuldengrenze" angehoben werden, damit der Staat neue Kredite aufnehmen und alte Schulden zurückzahlen kann. Bisher sind die Fronten im Kongress verhärtet. US-Präsident Donald Trump hat zudem gedroht, die Schließung von Regierungsbehörden in Kauf zu nehmen, falls im Budget keine Finanzmittel für den Bau einer Mauer zu Mexiko genehmigt sind.

"Eine Regierungsschließung betrifft nicht nur Washington und seine Mitarbeiter, sondern hat Auswirkungen im ganzen Land", sagte S&P-Chefökonomin für die USA, Beth Ann Bovino. Wesentlich drastischer bewertet S&P den Fall, dass die Schuldengrenze nicht angehoben wird. "Ein Scheitern, die Schuldengrenze zu erhöhen, wäre wahrscheinlich katastrophaler für die Wirtschaft als er Ausfall von Lehman Brothers 2008 und würde einen Großteil der späteren Erholung zunichte machen", warnte Bovino. Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers gilt als Höhepunkt der jüngsten Finanzkrise.

Ökonomen warnen seit längerem vor dramatischen Folgen, sollte die Schuldengrenze überschritten werden. Denn in diesem Fall könnte Washington auslaufende Altschulden womöglich nicht mehr bedienen, die entsprechenden Schuldtitel würden also ausfallen. Im Extremfall könnte ein solcher Zahlungsausfall dazu führen, dass US-Staatsanleihen ihren Status als sicheren Anlagehafen verlieren - mit unvorhersehbaren Konsequenzen für das Finanzsystem.

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