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Wirtschaft: Inflation im Euroraum höher als erwartet

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Wirtschaft  

Inflation im Euroraum höher als erwartet

31.08.2017, 12:55 Uhr | dpa-AFX

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Im Euroraum sind die Verbraucherpreise im August etwas stärker gestiegen als erwartet. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Donnerstag erhöhte sich das Preisniveau zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent. Analysten hatten im Mittel einen Zuwachs um 1,4 Prozent erwartet, nachdem sich die Preise im Juli um 1,3 Prozent erhöht hatten.

Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt, lag dagegen konstant bei 1,2 Prozent. Sowohl die Gesamtinflation als auch die Kernteuerung liegen unter dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp 2 Prozent. Weil die EZB dieses Ziel seit mehreren Jahren nicht mehr erreicht hat, hat sie ihre Geldpolitik extrem gelockert. Zuletzt hatte sich EZB-Präsident Mario Draghi aber etwas zuversichtlicher gezeigt, dass das Inflationsziel in absehbarer Zeit wieder erreicht werden kann.

AUSWIRKUNGEN AUF EZB-POLITIK

Teurer als ein Jahr zuvor war im August vor allem Energie (plus 4,0 Prozent). Dienstleistungen wie Mieten waren 1,6 Prozent teurer, für Lebensmittel mussten im Schnitt 1,4 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Am schwächsten war die Inflation mit 0,5 Prozent nach wie vor bei Industriegütern.

Bankökonomen sahen keine großen Auswirkungen auf die Geldpolitik der EZB. "Die aktuelle Inflationszahl ist ein Blick in den Rückspiegel", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Weil die EZB ihre Geldpolitik an der künftigen Entwicklung ausrichte, dürfte die jüngste Aufwertung des Euro eine größere Rolle spielen. Über günstigere Importe dämpfe der teurere Euro den Inflationsausblick. Gitzel vermutet, das die EZB nach ihrer Zinssitzung in der kommenden Woche keine allzu großen geldpolitischen Weichenstellungen vornehmen wird.

WANN GEHT DIE EZB VOM GAS?

Damit liegt Gitzel auf der Linie vieler anderer Analysten. Grundsätzlich wird von der EZB erwartet, dass sie bald verkündet, wie sie aus ihrer Krisenpolitik aussteigen will. Die meisten Bankvolkswirte rechnen mit einer Ankündigung aber erst auf der übernächsten Sitzung im Oktober. Allgemein wird erwartet, das die Notenbank im kommenden Jahr ihre Anleihekäufe zurückfahren wird. Eine erste Zinsanhebung wird meist nicht vor Ende 2018, Anfang 2019 erwartet.

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