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Wirtschaft  

US-Arbeitsmarkt enttäuscht im August

01.09.2017, 15:21 Uhr | dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der amerikanische Arbeitsmarkt hat im August die Markterwartungen enttäuscht. Die Beschäftigung stieg schwächer als erwartet, die Arbeitslosigkeit erhöhte sich, und die Lohnentwicklung blieb schwach. An den Finanzmärkten geriet der US-Dollar allerdings nur kurzzeitig unter Druck. Experten hatten bereits vor der Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass der Arbeitsmarktbericht für August schon häufig enttäuscht hat. Denkbar ist, dass die Unternehmen im Sommer ihre Daten zu spät an die Arbeitsbehörden melden.

Die Beschäftigung stieg nach Zahlen des Arbeitsministeriums vom Freitag um 156 000 Stellen. Das waren weniger neue Jobs, als Volkswirte mit im Mittel 180 000 erwartet hatten. Der Stellenaufbau fiel vor allem im großen Dienstleistungssektor schwächer aus, während er im verarbeitenden Gewerbe stärker war als zuvor. Der gesamte Zuwachs in den beiden Vormonaten Juni und Juli wurde um insgesamt 41 000 Stellen niedriger ausgewiesen als bisher bekannt.

ARBEITSLOSIGKEIT STEIGT - LOHNENTWICKLUNG SCHWACH

Die Arbeitslosigkeit stieg überraschend an. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Experten hatten dagegen mit einer Stagnation auf 4,3 Prozent gerechnet. Trotz des leichten Anstiegs bleibt die Quote in der Nähe ihres 16-jährigen Tiefstandes. Angesichts der vergleichsweise geringen Arbeitslosigkeit sprechen einige Fachleute schon länger von Vollbeschäftigung in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die Lohnentwicklung, ein wichtiger Einflussfaktor für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, enttäuschte die Erwartungen ebenfalls. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich zum Vormonat nur um 0,1 Prozent und zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Erwartet wurden Raten von 0,2 und 2,6 Prozent. Die ungewöhnlich schwache Lohnentwicklung gilt als großer Hemmschuh für den geldpolitischen Straffungskurs der Fed, weil die Inflation dadurch gebremst wird.

KURZLEBIGE MARKTREAKTION

An den Finanzmärkten waren die Auswirkungen deutlich, aber nur von kurzer Dauer. Der Dollar geriet ebenso unter Druck wie die Kapitalmarktzinsen. Der Dollarkurs holte jedoch schnell wieder auf, ähnlich verhielt es sich mit den Zinsen auf Staatsanleihen. An den europäischen Aktienmärkten war die Reaktion ähnlich kurzlebig.

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