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Wirtschaft: Extrem gefährlicher Hurrikan 'Irma' zieht auf die Karibik zu

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Wirtschaft  

Extrem gefährlicher Hurrikan 'Irma' zieht auf die Karibik zu

05.09.2017, 19:19 Uhr | dpa-AFX

SAN JUAN (dpa-AFX) - Alarmstufe Rot in der Karibik: Der Tropensturm "Irma" hat weiter an Kraft gewonnen. Er zog als Hurrikan der höchsten Stufe fünf auf die Karibik zu. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 285 Kilometern pro Stunde gemessen, wie das Nationale Hurrikanzentrum in den USA am Dienstag mitteilte. Der Sturm sei extrem gefährlich, schrieben die Meteorologen in ihrem Bericht. Es sei mit hohen Wellen, starkem Regen und Erdrutschen zu rechnen.

Die Menschen in der Karibik bereiten sich unterdessen auf die Ankunft des schweren Hurrikans vor. Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares sagte, er werde US-Präsident Donald Trump darum bitten, auf der Insel den Notstand auszurufen. Dadurch könnte das US-Außengebiet leichter Bundesmittel erhalten.

Der Regierungschef rief die Bevölkerung auf, Vorkehrungen zu treffen. "Wir sollten das sehr ernst nehmen. Alle, die in Überschwemmungsgebieten wohnen, sollten die Notunterkünfte aufsuchen", sagte Rosselló. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte mit Kapazitäten für über 63 000 Menschen ein.

Der Hurrikan steuerte am Dienstag auf die Karibik zu und könnte nach Vorhersagen am Abend oder Mittwoch (Ortszeit) über Teile der Kleinen Antillen hinwegfegen. Es gab Hurrikanwarnungen unter anderem für Antigua und Barbuda, Saint-Martin und Saint-Barthélemy, die US-Jungferninseln und Puerto Rico.

Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die bedrohten Karibikinseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba. Die früheren niederländischen Kolonien gehören als besondere Kommunen zum Königreich der Niederlande. Auch zwei Marineschiffe mit weiteren Soldaten und Hilfsgütern in der Region seien bereitgestellt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Den Haag am Dienstag mit. Das Ministerium rechnet mit großen Schäden auf den Inseln.

Das französische Innenministerium forderte die Küstenbewohner der Überseegebiete Saint-Martin und Saint-Barthélemy auf, ihre Häuser zu sichern und die Gefahrenzone zu verlassen. "Die Lage ist für alle sehr gefährlich", hieß es in der Mitteilung. "Sicherheit und Solidarität haben Vorrang, die nächsten 48 Stunden werden sehr schwer."

Auch die Karibikinseln Antigua und Barbuda bereiteten sich auf den heraufziehenden Hurrikan vor. "Wir sind bereit, wenn uns der Sturm treffen sollte", sagte die Notfallkoordinatorin von Barbuda, Tessa Webber, der Zeitung "The Daily Observer". "Die Rettungsteams stehen bereit. Wir haben Fahrzeuge, um die Menschen in die Notunterkünfte zu bringen."

Das Notfallzentrum der Dominikanischen Republik empfahl den Bewohnern, sich auf den Sturm vorzubereiten. Die Menschen sollten sich mit Trinkwasser und Lebensmitteln eindecken, Taschenlampen und batteriebetriebene Radios bereitlegen und sich über die Lage der Notunterkünfte informieren.

"Ich rufe die Bürger und Bewohner auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Schäden durch Hurrikan "Irma" möglichst gering zu halten", sagte der Premierminister von St. Kitts und Nevis, Timothy Harris. "Jeder einzelne muss dafür sorgen, dass Leben geschont werden und die Aufräumarbeiten schnell erledigt werden können. Wir müssen sofort handeln."

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Urlauber müssten mit starkem Regen und Wind rechnen, in deren Folge es zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen kann, teilte das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für mehrere Karibikstaaten hin.

Ob und wo "Irma" auch auf das US-Festland trifft, war zunächst unklar. Für seine sichere Vorhersage sei es noch zu früh, teilte das Hurrikanzentrum mit. Gleichwohl wurde für Florida vorsorglich der Ausnahmezustand erklärt. Am Wochenende könnte der Sturm die Küste erreichen, wenn er nicht vorher wieder aufs offene Meer abdreht. Erst am 25. August war der Sturm "Harvey" auf die osttexanische Küste getroffen und hatte weite Gebiete unter Wasser gesetzt.

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