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Wirtschaft: Cryan und Schäuble sehen Frankfurt als klaren Brexit-Gewinner

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Wirtschaft  

Cryan und Schäuble sehen Frankfurt als klaren Brexit-Gewinner

06.09.2017, 15:45 Uhr | dpa-AFX

(Neu: Luxemburgischer Finanzminister Pierre Gramegna im letzten Absatz)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aus deutscher Sicht dürfte Frankfurt nach dem Brexit zum neuen europäischen Finanzzentrum aufsteigen. Die Stadt am Main genießt nicht nur den Rückhalt des Deutsche-Bank-Chefs John Cryan, sondern auch des Bundesfinanzministers. "Natürlich gibt es keinen besseren Platz in Kontinentaleuropa als Frankfurt", sagte Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt. Deswegen plädiere er auch dafür, die aktuell noch in London ansässige Europäische Bankenaufsicht EBA in die Stadt zu holen. "Ich hoffe, wir werden uns mit den besseren Argumenten für den Standort Frankfurt durchsetzen."

Mit dem anstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) dürfen die Banken viele Geschäfte in Kontinentaleuropa nicht mehr aus der Finanzmetropole London heraus erledigen. Deshalb gibt es seit Monaten die Debatte, in welche EU-Städte die Jobs abwandern werden. "Ich kann diese Debatte nicht so ganz nachvollziehen", sagte Cryan auf der gleichen Konferenz "Banken im Umbruch". Denn das Rennen sei eigentlich schon gelaufen. "Diese Voraussetzungen bringt nur eine europäische Stadt mit, und das ist Frankfurt."

Cryan zufolge liegen die Vorteile auf der Hand: "Hier sind die relevanten Aufsichtsbehörden, große Anwaltskanzleien und Beratungsfirmen, es gibt hervorragende Datenleitungen in die ganze Welt und wir haben einen internationalen Flughafen vor der Tür." All das spreche dafür, an den Main zu ziehen, "wenn man die Themse verlassen muss". Finanzminister Schäuble merkte jedoch an: "Auch nach einem Brexit wird ein Finanzzentrum London für Europa wichtig bleiben."

In Finanzkreisen kursieren unterschiedliche Zahlen, wie viele Banker aus London nach Frankfurt kommen könnten. Die Schätzungen reichen von einigen Tausend bis hin zu Zehntausenden. Fakt ist, dass bereits etliche ausländische Banken etwa aus Japan den Antrag auf eine Banklizenz hierzulande gestellt haben. In Städten wie Dublin, Amsterdam und Paris würden zwar auch Arbeitsplätze entstehen, räumte Deutsche-Bank-Chef Cryan ein. "Aber keiner dieser Standorte hat die Strukturen, um wirklich einen substanziellen Teil des Geschäfts aus London zu übernehmen."

Auch die Deutsche Bank wird Jobs in ihre Heimatstadt zurückholen, wenngleich sie bislang keine genauen Zahlen nennt. Frankfurt sei für sein Haus die "natürliche Anlaufstelle", sagte Cryan. Die Frage sei nun: "Wie viel Geschäft wird Frankfurt bekommen?" Denn die Bankenmetropole am Main konkurriere auch mit internationalen Finanzzentren wie Singapur oder New York. "Für eine internationale Bank ist es immer eine Option, in Europa nur das Nötigste vorzuhalten."

Cryan stellte klar, dass er keine laxere Regulierung oder Änderungen in dem als arbeitnehmerfreundlich geltenden deutschen Arbeitsrecht fordert. Es gehe eher um neue Wohnviertel, Theater oder mehr internationale Schulen in der Stadt. "Der Brexit könnte also zu einem riesigen Konjunkturprogramm für Frankfurt werden. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt müssen es nur wollen."

Wasser in den Wein schüttete jedoch Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna. Er sieht sein eigenes Land in der Führungsrolle als EU-Finanzstandort, sei die Stadt doch bereits die Nummer eins bei Fondsgesellschaften. "Luxemburg ist auch Kandidat für die Europäische Bankenaufsicht", betonte Gramegna. Die "Geheimwaffe" des Landes seien die Gemeinschaftsverträge von 1965, in denen Luxemburg zugesichert worden sei, hier die für Finanzfragen zuständigen europäischen Behörden anzusiedeln. "Wir werden darauf pochen, dass die Verträge von 1965 auch eingehalten werden."

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