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Wirtschaft - Aktien Frankfurt Schluss: Dax zeigt vor EZB-Sitzung Stärke

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Wirtschaft  

Aktien Frankfurt Schluss: Dax zeigt vor EZB-Sitzung Stärke

06.09.2017, 18:11 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Einen Tag vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder mehr Zutrauen gefasst. Nach zwei Tagen ohne stärkere Bewegungen des Dax legte dieser zur Wochenmitte um 0,75 Prozent auf 12 214,54 Punkte zu auf den höchsten Schlusskurs seit zwei Wochen. Positive Signale gab es am Nachmittag von der US-Wirtschaft: Eine Stimmungsumfrage in Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes war besser ausgefallen als im Vormonat.

Der Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba Bank sprach mit Blick auf die Daten von einer "anhaltend robusten Wachstumsdynamik" in den USA. Auch der Ökonom Tobias Basse von der NordLB nannte die Umfrage "zweifellos eine erfreuliche Nachricht für die nordamerikanische Wirtschaft". Am Abend könnte der auch Beige Book genannte Konjunkturbericht der US-Notenbank den nächsten Impuls für den deutschen Aktienhandel am Donnerstag geben.

TECDAX VERPASST NEUES HOCH NUR KNAPP

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab dagegen mit minus 0,02 Prozent auf 24 694,62 Punkte minimal nach. Der TecDax gewann dagegen 0,26 Prozent auf 2314,02 Zähler. Der Technologiewerte-Index verpasste im Handelsverlauf ein neues 16-Jahreshoch nur denkbar knapp.

Die Spannungen zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten gerieten in den Hintergrund. Nach seinem weltweit verurteilten Atomtest hatte Pjöngjang für den Fall neuer Sanktionen mit Gegenmaßnahmen gedroht. Das Außenministerium unterstellte den USA eine feindselige Politik und eine "hektische Sanktionskampagne". Allerdings habe sich der deutsche Aktienmarkt bislang als recht widerstandsfähig erwiesen, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Dazu passte, dass die Börse in Südkorea nur leicht nachgab.

ANALYSTENKOMMENTARE FÜHREN DAIMLER AN DAX-SPITZE

Autowerte hatten die Nase klar vorn. Im Dax zogen die Aktien von Daimler allen voran um gut 3 Prozent an und profitierten von positiven Analystenkommentaren. So empfahl die US-Investmentbank Goldman Sachs die Anteilsscheine nach den Kursverlusten der vergangenen Monate nun zum Kauf. Analyst Max Warburton von Bernstein Research meinte, eine mögliche Änderung der Konzernstruktur mit einer Abspaltung von Mercedes und der Lkw-Sparte wäre für Vorstandschef Dieter Zetsche das passende Finale.

Hinter Daimler stiegen die Anteilsscheine des Wettbewerbers BMW und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) um jeweils rund 1,6 Prozent. Positiv wirkte zudem nach, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jüngst gegen radikale Brüche bei der Entwicklung umweltfreundlicherer Auto-Antriebe gewandt hatte.

ANALYSTENLOB AUCH FÜR SOFTWARE AG

An der TecDax-Spitze schnellten die Aktien der Software AG um knapp 5 Prozent in die Höhe. Analysten äußerten sich positiv zu der Nachricht vom Vortag, wonach der Software-Konzern sowie die Maschinenbauer DMG Mori, Dürr und Carl Zeiss in der Vernetzung der Produktion künftig zusammenarbeiten wollen.

Der Kurs von Hugo Boss stieg um 3,8 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang 2016. Die Reaktion von Kunden auf die Frühlings- und Sommerkollektion des Modeherstellers für 2018 sei positiv gewesen, ließen die Schwaben anlässlich einer Präsentation für Investoren wissen.

EURO WIEDER ÜBER 1,19 US-DOLLAR

Der Kurs von Nordex lag mit einem Minus von 3,67 Prozent am Ende des TecDax. Hier setzte sich die Enttäuschung der Anleger vom Dienstag über die Kostensenkungen des Herstellers von Windkraftanlagen fort. Der Analyst Sven Diermeier von Independent Research deutete diese als Zeichen, dass es auf wichtigen Märkten wie Deutschland noch schlechter laufe als ohnehin befürchtet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 141,99 Punkte. Der Bund Future gab um 0,27 Prozent auf 165,46 Punkte nach. Der Euro notierte am Abend bei 1,1946 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1931 (Dienstag: 1,1890) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8382 (0,8410) Euro gekostet./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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