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Friedrich Merz: Europa braucht starken Telekomkonzern und große Banken

07.09.2017, 13:16 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Vertreter des Investmentgiganten Blackrock, Friedrich Merz, spricht sich für die Schaffung europäischer Telekomkonzerne und Banken aus, die es mit den großen US-Spielern aufnehmen können. "Warum schaffen wir es nicht, in Deutschland und Frankreich ein großes Unternehmen hinzustellen, dass global wettbewerbsfähig ist in der Telekommunikation und in der Digitalisierung", sagte Merz am Donnerstag auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt. "Wenn diese beiden Länder das zusammen schaffen würden, hätte das Ausstrahlungswirkung auf ganz Europa und wir wären in der Lage, vielleicht auch langfristig in der Champions League der Welt mitzuspielen."

Die digitale Infrastruktur sei vollkommen unzureichend in Deutschland und anderen Teilen Europas, stellte Merz fest, der Verwaltungsratschef von Blackrock Deutschland ist. "Da gibt es einen großen Nachholbedarf." Einer Fusion in der Telekombranche stehe aber das europäische und deutsche Kartellrecht immer noch im Wege. "Ich halte das für einen Anachronismus. Wir müssen uns dazu bekennen, im Weltmaßstab wettbewerbsfähig zu sein."

Bei den Banken stieß Merz ins gleiche Horn: Im "Spiel der großen Banken auf der Welt" seien die Deutschen und Europäer bislang kaum vertreten. Es müssten nun große Anstrengungen unternommen werden, "wenigstens ein oder zwei, vielleicht drei oder vier Institute in Europa zu haben, die das schaffen." Dabei sieht Merz auch die Bundesregierung in der Pflicht: "Immerhin der Bund ist ja nicht ganz unbeteiligt an der Szene. Da könnte man nach der Bundestagswahl durchaus die eine oder andere Initiative sehen. Ich würd's mir wünschen."

Der Bund hatte unter anderem die Commerzbank in der heißen Phase der Finanzkrise gerettet und ist bis heute der größte Aktionär mit 15,6 Prozent. Dahinter folgt aber schon Blackrock mit mehr als 5 Prozent. Die US-Amerikaner sind eine Größe in der internationalen Finanzwelt mit nennenswerten Beteiligungen an nahezu allen wichtigen Konzernen. Auch bei der Deutschen Telekom ist Blackrock engagiert, wobei die Amerikaner Wert auf die Feststellung legen, dass der Großteil ihrer Beteiligungen passiv und nicht aktiv gemanagt sind: Anleger investieren dabei in sogenannte ETFs, die einen Aktienindex wie den Dax abbilden. Blackrock legt das Geld entsprechend am Markt an.

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