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Rupert Murdoch will Sky im zweiten Anlauf übernehmen

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Geplante Sky-Übernahme  

Bekommt Rupert Murdoch eine Abfuhr?

12.09.2017, 14:07 Uhr | Christoph Meyer und Hannes Breustedt, dpa

Rupert Murdoch will Sky im zweiten Anlauf übernehmen. Aktivisten protestieren gegen die geplante Übernahme von Sky durch Rupert Murdoch. Kritiker unterstellen ihm gefährliche Einflussnahme auf Politiker (Quelle: imago/Rob Pinney/Zuma Press)

Aktivisten protestieren gegen die geplante Übernahme von Sky durch Rupert Murdoch. Kritiker unterstellen ihm gefährliche Einflussnahme auf Politiker (Quelle: Rob Pinney/Zuma Press/imago)

Rupert Murdoch gilt als graue Eminenz der angelsächsischen Medienlandschaft. Mit der Übernahme des britischen Medienkonzerns Sky will er noch mächtiger werden. Werden ihn die Behörden stoppen?

Den "demütigendsten Tag" seines Lebens verbrachte Rupert Murdoch eigenen Angaben zufolge in Großbritannien. Anlass war die Befragung durch einen britischen Parlamentsausschuss 2011 in London auf dem Höhepunkt des Abhörskandals seiner Zeitung "News of the World". Jahrelang hatten Murdochs Journalisten die Handys von Verbrechensopfern und Prominenten bespitzelt und Polizisten bestochen. Die "News of the World" wurde eingestellt. Eine geplante Übernahme des Medienkonzerns Sky scheiterte.

Nun greift Murdoch mit seinem Konzern 21st Century Fox wieder nach der vollen Kontrolle über Sky. Doch es gibt Zweifel, ob die Übernahme genehmigt wird. Muss Murdoch mit einer weiteren Demütigung rechnen?

Der 86-Jährige gilt im Vereinigten Königreich seit Langem als graue Eminenz der Medienlandschaft mit unüberschaubarem Einfluss auf Gesellschaft und Politik. In den nächsten Wochen will die britische Ministerin für Medien, Karen Bradley, entscheiden, ob sie die Übernahme genehmigt – oder eine weitere Überprüfung anordnet.

Einfluss auf Politiker durch Rupert Murdoch befürchtet

Zwei Fragen beschäftigen die britische Öffentlichkeit: Erhält Murdoch zu viel Macht auf dem britischen Markt mit der Übernahme von Sky? Immerhin gehören ihm bereits die auflagenstärkste Zeitung des Landes, das Boulevardblatt "The Sun", die seriöse "Times" und die gleichnamigen Sonntagszeitungen. Die Briten fürchten dabei nicht nur den Einfluss auf die Meinung der Massen, sondern auch auf die Politik. Kein britischer Politiker könnte es sich leisten, den Zorn dieser geballten Medienmacht auf sich zu ziehen, so die Sorge.

Die andere Frage ist, ob man dem Murdoch-Konzern trauen darf, wenn es um die Einhaltung journalistischer Standards geht. Der Groll über den Abhörskandal der "News of the World" sitzt noch immer tief. Der Parlamentsausschuss, der sich mit dem Fall beschäftigte, konstatierte im Jahr 2012, Murdoch sei nicht geeignet, einen internationalen Konzern zu führen. Der Medienbaron habe die Vorgänge in der Zeitung absichtlich ignoriert, so die Abgeordneten.

Rupert Murdochs enges Verhältnis zu Donald Trump sorgt für Misstrauen

Unter dem Druck des Abhörskandals versuchte Murdoch einen Befreiungsschlag und krempelte sein Firmen-Imperium um. 2013 wurden die Film- und Fernsehbeteiligungen in die neue Gesellschaft 21st Century Fox abgespalten, die nun Sky schlucken will. Unter dem vorherigen Konzerndach News Corp wird seitdem nur noch das unter Anzeigenschwund leidende Verlagsgeschäft betrieben.

Ruhe kehrte jedoch nicht ein: Zuletzt sorgten Sexismus-Vorwürfe beim konservativen US-Sender Fox News für negative Schlagzeilen. Mehrere ranghohe Mitarbeiter mussten gehen. Murdochs Kritiker sehen zudem dessen enges Verhältnis zum umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump mit Argwohn. In Großbritannien zog Fox jüngst den Stecker und stampfte den kontroversen Nachrichtensender ein. Ein Zugeständnis an die Aufseher auf der Insel? Schwer zu sagen. Fest steht: Das Programm von Fox News hatte bei den Briten ohnehin wenig Anklang gefunden.

Rupert Murdoch gilt seit langem als "Erzbösewicht"

Den Ruf als Erzbösewicht hat der gebürtige Australier Murdoch in Großbritannien bereits seit den 1980er Jahren weg, als er das Traditionsblatt "Times" übernahm und im Rahmen einer Umstrukturierung mehrere Tausend Mitarbeiter entließ. Was folgte, war ein erbitterter Kampf mit den Druckergewerkschaften, aus dem Murdoch als Sieger hervorging – nicht zuletzt, weil er einen Bund mit der damaligen Premierministerin Margret Thatcher geschmiedet hatte, behaupteten viele. Später weckte seine Unterstützung für den Labour-Politiker Tony Blair (Premierminister von 1997 bis 2007) Misstrauen.

Bereits in den 1970er Jahren hatte Murdoch sein Medienimperium auf die USA erweitert. Heute gehören dort zu seinen Konzernen neben der Fox-Sendergruppe unter anderem das Klatschblatt "New York Post" und die einflussreiche Finanzzeitung "Wall Street Journal" sowie diverse Film- und TV-Produktionsfirmen um das berühmte Hollywood-Studio 20th Century Fox.

Rupert Murdoch protegiert einzelne Journalisten und Politker

Doch wie viel Einfluss hat der Medienmogul auf aktuelle Politiker in London? Der Labour-Politiker und unermüdliche Murdoch-Kritiker Tom Watson sah nach der jüngsten Parlamentswahl Anlass, sich bei Premierministerin Theresa May zu erkundigen, ob Murdoch Einfluss auf die Vergabe von Ministerposten genommen habe. Grund war die Rückkehr von Michael Gove ins Kabinett nach der schiefgelaufenen Neuwahl im Juni.

Der britische Journalist und Politiker Gove gilt als Murdoch-Schützling. Er war bis zum Brexit-Referendum im Juni 2016, bei dem er heftig für den EU-Austritt geworben hatte, Justizminister im Kabinett von Premierminister David Cameron. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, selbst ins Amt des Regierungschefs zu kommen, landete er auf den hinteren Bänken. Kurze Zeit später interviewte er im Auftrag der "Times" gemeinsam mit dem früheren "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann den gewählten US-Präsidenten Trump in dessen Büro im New Yorker Trump Tower. Berichten zufolge soll auch Murdoch bei dem Treffen dabei gewesen sein – zumindest teilweise.

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